nur anlaschen oder komplett aussteifen (Spitzboden)?

13.10.2008



Hallo,

nachdem ich jetzt 2 Meinungen (Zimmermann und Dachdecker)habe, die beide logisch klingen aber unterschiedlich sind, möchte ich die Frage mal an die Ausbau-Erfahrenen hier richten:

Wir planen den Spitzboden auszubauen (2. OG)und von innen zu dämmen (bisher Kaltdach). Das 1. OG ist bereits ausgebaut (mit Dachschrägen).
Das Dach ist mit Tonziegeln gedeckt, darunter nur Dachlatten auf den Sparren. Sparren und Dachlatten sind i.O.. Im 1. OG befindet sich Lehm zwischen den Sparren, unterhalb der Sparren Bretter. Keine Folien/Pappen o.ä..

Der Dachdecker hat jetzt Lüfterziegeln und einen Lüfterfirst angelegt, so dass wir für das 2. OG eine Hinterlüftung haben. Von innen sollen Abstandslatten zwischen die Sparren, dann 18mm Gutex HWF und dann Zelluloseflocken eingeblasen, Dampfbremse DB+ und Holzvertäfelung.

Momentan haben die Sparren ca. 12 cm, daher planen wir, auf 18cm anzulaschen/aufzudoppeln, dann bleiben nach Abzug der Abstandslatten 15cm für Dämmung.

Jetzt zur eigentlichen Frage:
Nach Aussage des Dachdeckers ist es ausreichend, die Sparren anzulaschen mit einfachen festgeschraubten Brettern (ca. 22mm stark), am besten sogar unterhalb der HWF-Platte um die ganze Konstruktion so leicht wie möglich zu halten und auch die bisherige Beweglichkeit des Daches weitgehend zu erhalten.

Der Zimmermann sagt jedoch, dass er die kompletten Sparren im Bereich des Spitzbodens verstärken will durch KVH im Format 4x18cm und diese konstruktiv an der Pfette, am First und am Sparren befestigen will (bisher bewegen sich die Sparren, wenn man Druck ausübt). Die Masse sei nötig, um das Dach auszusteifen.

Beides klingt sinnvoll, doch was ist jetzt richtig? Ich tendiere eher zu Variante 1, aber das ist nur ein Bauchgefühl...

Dazu kommt dann gleich noch eine Glaubensfrage: Wir möchten gerne unbehandeltes Holz verwenden (Abstandslatten etc.), die Fachleute wollen nur imprägniertes Holz verwenden, alles andere würde uns wegfaulen und Schädlinge anziehen... müssen wir uns die Chemikalien wirklich ins Haus holen?

Danke und Gruß, Esther



die Zimmermannsvariante erscheint mir



die bessere - und anscheinend auch die notwendige - Lösung. Das Argument von dem Dachdecker kann so nicht stimmen, da das Holz ja zur Aussteiffung dient und die Statik verbessert. Oder sollte die Unterkontruktion bis zu Pfette zu schwach sein? Dies müsste der Zimmermann aber recht beurteilen können.

Unser Sicherheitsdenken verlangt natürlich nach einer Imprägnierung. Wenn das Holz aber vollständig von der Dämmung umgeben ist (Holzweichfaser + Zellulose), dann sehe ich keine Notwendigkeit, dieses zu behandeln.

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



nur anlaschen oder komplett aussteifen (Spitzboden)?



Hallo Esther,

Bevor Sie sich für einen Variante vom Dachdecker oder Zimmerer entscheiden, sollten Sie zuerst, einen kompetenten Energieberater konsultieren, der Ihnen zuersteinmal berechnet, was Sie an Dämmstärke brauchen (bedenken Sie die Möglichkeit von KFW-Mitteln). Anhand von dieser Berechnung kann man den Dachaufbau festlegen, alles andere wäre etwas unvernünftig, da wir nicht nur Energie sondern auch Geld sparen wollen (mögliche KFW-Unterstüzungen).

Gruss Thomas K



@ Thomas K



Hallo,

die Energieberatung hat bereits stattgefunden, wir benötigen bei dem von uns geplanten Ausbau 16cm Dämmstärke - das macht auch die Statikerin bei 12cm Sparren ohne zusätzliche Maßnahmen noch mit.

Auf KfW-Mittel verzichten wir bei den momentanen Zinssätzen lieber und greifen auf eigene Reserven zurück...

Gruß, Esther



Dann habt Ihr ja noch...



eine dritte Meinung neben dem Dachdecker und dem Zimmermann.

"...das macht auch die Statikerin bei 12cm Sparren ohne zusätzliche Maßnahmen noch mit."

Wenn die Betonung bei "noch" liegt, dann würde ich auf den Zimmermann hören.

Grüße

Frank