Dachsparren mit OSB-Platten auflaschen?

17.04.2012



Hallo,
kurz zu meiner Situation: Wie mir durch einen Sachverständigen bestätigt wurde, habe ich in meinem Dachstuhl bei meinem erst kürzlich gekauften Haus einen noch geringen Befall von Hausbock. Es sind fünf Sparren deutlich "angefressen". Da ich den Dachboden nun mit ausbauen möchte, wollte ich die befallenen Sparren eigentlich austauschen. Ein Zimmerer aus meinem Bekanntenkreis hat mir nun dazu geraten die Sparren nur aufzulaschen, daß wäre viel einfacher. Die Larven würden ihre Population zwar noch vollenden, eine Fortpflanzung sei aber sehr unwahrscheinlich. Klingt für mich auch logisch. Die nicht befallenen Sparren wären zudem noch Konstruktiv geschützt durch die eingebrachte Dämmung.
Nun meine Frage: Wie lasche ich die Sparren auf? Ein Rat war z.B. Kiefer-Kernholz mit weniger als 10% Feuchte. Mein Problem ist aber, daß ich dieses absolut nicht bekommen kann. Logisch für mich ist, daß ich etwas nehmen muss, was für den Hausbock nicht interessant ist. Kann ich hier OSB-Platten nehmen? D.h. die Platten in "Streifen" gesägt entsprechend der Sparrenhöhe und dann mehrere miteinander verleimt und verschraubt um auf eine vernünftige Breite zu kommen. Im Prinzip ein "Leimbinder" aus OSB-Platten. Mir ist klar das man für solche Sachen eine Fachfirma fragen sollte, aber könnte so etwas funktionieren?
Für Ratschläge schon vielen Dank im Voraus!!!
Gruß
Thomas



ob



das funtioniert, würde ich stark bezweifeln. lass Dir von dem Schachverständigen einen fundierten Sanierungsvorschlag schriftlich unterbreiten. "unwahrscheinlich" ist nicht "unmöglich" !



KVH,



( Konstruktionsvollholz) ist auch trocken. Das wäre weniger aufwändig als die "OSB-Leimbinder" herzustellen.
Ich halte das für statisch günstiger.
Sicherheitshalber kannst Du sie ja noch mit einem vorbeugenden Holzschutzmittel auf Borsalzbasis imprägnieren. Und wenn Du mit Cellulosedämmung dämmst: Erstens hindert die die Tierchen am raus und reinkommen. Zweitens ist da in der Regel auch Imprägnierung drin (Borsalz oder vergleichbares.)
Gruß
Ralph



Moin Thomas,



ich kenne solche Auflaschungen nur mit Multiplex-Platten.

Bei der Gelegenheit kannst du auch gleich die Schiefitäten ausgleichen, falls du vorhast von innen mit Platten zu beplanken.

Denke aber auch dran, dass du durch den Ausbau etliche Kg/qm zusätzlich an deine Sparren dranhängst...das sollte dein Flickwerk auch zuverlässig halten (+ Schneelast).

Gruss, Boris



OK



das hört sich gut an!
Und genau diesen Vorteil, meine "Schiefitäten" ausgleichen, hätte zudem, da ich die Schräge beplanken möchte.
Wegen der Belastung habe ich eigentlich keine Bedenken, da die neuen Sparren breiter werden würden als die Alten und diese ja dann die Last aufnehmen. Zumal sie ja auf den Pfetten aufliegen, so wie das jetzt der Fall ist. Ich will ja die Alten Sparren in ihrer kompletten Länge auflaschen.
Gruß
Thomas



Sparren verstärken



Wie lang sind denn Ihre Sparren?
Führt jemand bei Ihnen einen bekämpfenden Holzschutz aus?



Hallo,



die Sparren sind so ca. 6m. Bekämpfend wird nichts gemacht. Laut Gutachter auch nicht nötig, da es sich wohl um einen älteren Befall handelt und nicht mehr viele Larven da sein sollen. Ich habe einen Sparren komplett bebeilt bis auf den Kern, bis keine Frasgänge mehr zu sehen waren. Dabei habe ich zwei, recht Große, Larven gefunden. Ich selbst kann nicht beurteilen ob das anteilsmäßig auf die 5 befallenen Sparren bezogen viele oder wenige sind, laut Gutachter eher wenige. Deshalb, alte Sparren so lassen, auflaschen und abwarten, wurde mir geraten.



Sparren verstärken



Es gibt keine 6 m lange OSB oder Sperrholzplatten. Sie müssten jeweils 3 Einzelstücke sägen und beidseitig anschrauben. Das bringt statisch gesehen kaum etwas.
Eine wirksame Verstärkung wird nur durch einteilige, 6 m lange Beilaschungen erzielt.

Viele Grüße



Ja, natürlich



meine Idee war auch, z.B. 15er Platten zu nehmen und diese dann in vier Lagen immer im Wechsel überlappend miteinander zu verleimen um so auf meine erforderliche Länge zu kommen. Also mit einer halben beginnend dann eine Ganze und die zweite Lage dann umgekehrt usw. In der Breite hätte ich dann 6 cm und das dann auf beiden Seiten mit dem Sparren verschraubt. Ich hoffe das ist so verständlich.
Würde das gehen?



Sparren verstärken



Gehts nicht noch komplizierter und verwurschtelter?



Tja,...



...mir ist eigentlich nur wichtig kein neues "Futter" einzubauen, da ich leider ja nicht sicher weiß wie stark der Befall tatsächlich noch ist. Natürlich könnte ich mir einfach Fichten-Sparren besorgen und die einbauen, wäre sicher einfacher. Aber darum geht es mir hier absolut nicht. Ein einfaches geht oder geht nicht würde mir schon reichen! Für Nachhaltigkeit nehme gerne den Mehraufwand in Kauf.



Ihre Idee ist ja gut und Recht



aber dennoch ist ein Denkfehler in diesem Aufbau.
Wo und wie wollen Sie den Unterbau für eine eventuelle Decke befestigen?
Nägel und Schrauben halten nur bedingt in den Schittkanten der OSB-Platten.
Daher denke ich dass ein Auflaschen mit KVH oder Dielen auf die vollen 6 m sinnvoller wären als ein Stückwerk aus OSB oder Spanplatten.
Schlussendlich geht es hier um einen Eingriff der die Standfestigkeit sichern soll.
Was das Bekämpfen des vorhanden Befalls anbelangt kann ich nicht beurteilen, lediglich Bedenken anmelden, wenn noch zwei Larven gefunden wurden.

Grüsse Thomas



nicht einfach



Erstmal danke für die Meinung! Aber wie könnte ich eine Konstruktion aus KVH oder Dielen nachhaltig schützen? Bei einer OSB-Konstruktion würde sich diese Frage eben nicht stellen. Wg. einer Bekämpfung war eben die Meinung, die befallenen Sparren zu verstärken und den Befall von selbst erlöschen zu lassen, da eine Vermehrung unwahrscheinlich ist. Alle bekannten Methoden wäre hier mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.



Nun



aus Ihrem Beitrag ist zu erlesen, daß Sie etwas unsicher sind und Sie von der gutachterlich vorgeschlagenen Vorgehensweise nicht ganz so überzeugt sind.
Aber Herr Schneidewind hat oben eine sinnvolle und durchaus richtige Vorgehensweise beschrieben.
Mit einer Lösung aus OSB-Platten werden Sie beim Innenausbau mit Sicherheit nicht glücklich werden.

Grüsse