Sparren verlängern - welche Methode ... ?

19.08.2011



Hallo zusammen,
nach längerer Pause habe ich wieder einmal eine Frage.
Ich nöchte das Dach eines Anbaus reparieren.

Aktueller Zustand:
Pultdach, ca. 20m² Dachfläche
Sparrenlänge ca. 5m ca. 10 * 10cm (dünne Stämme / Äste - nicht wirklich 4-kant, vermutlich Nadelholz)
Äussere Auflage jeweils 10 * 10 cm Pfette, mittlere Auflage 17 * 15cm Eichenbalken
Sparrenabstand ca. 60cm
Auf den Sparren Bretter, ca. 22mm dick
Auf den Brettern Dachpappe

Im unteren Bereich ist durch eine Beschädigung der Dachpappe Wasser eingedrungen:
Angefaulte Bretter und 2 Sparren vom Aussenbereich her bis einige cm in den Innenbereich an- / weggefault, sowie Auflage (Pfette) angefault.

Ich werde die untere Dachhälfte von der Dachpappe und den Brettern befreien, 2 Sparren kürzen und neue ("Altholz") Stücke ansetzen, untere Pfette reparieren, OSBplatten aufschrauben und neue Dachhaut (komplette Fläche zunächst Dachpappe, später darauf Wellplatten) aufbringen...

Und jetzt mein Problem: wie setze ich die Sparren - Teilstücke am besten zusammen? Wäre gerades Blatt mit schrägem Stoß, geleimt + verschraubt und zusätzlich seitlich angeschraubter Metallplatte ausreichend, oder doch besser eine andere Methode?
Die Sparren würden nach der mittleren Auflage (Pfette) 1,5m stehen bleiben, daran sollen 1m Teilstücke angesetzt werden, die nach 0,7m auf der unteren Pfette aufliegen ...

Danke & Gruß,
Andreas



Möglichkeiten



gibt es mehrere, statisch sollten sie aber aureichend sein. Also berechnen lassen oder einen Zimmermann vor Ort holen. Wir kennen ja nicht einmal die Lasten .....



Neue



Sparren auf der Mittelpfette seitlich an den alten Sparren auflegen. Keine OSB-Platten verwenden - sie können nicht imprägniert werden, lieber neue imprägnierte Bretter aufnageln.
Eine Statik brauchen Sie nicht, es hat ja auch vorher gehalten.

Viele Grüße



Vielen Dank



für die Antworten.
Ich habe wohl etwas "verkehrt getextet" - sorry.
Mir ging es darum, vorhandene Sparren so zu "flicken", daß die vorhandene Stabilität oder "Statik" erhalten bleibt. Leider habe ich diesbezüglich keine große Erfahrung. Im www habe ich diverse Info zu verschiedenen "Blatt - Verbindungen" gefunden, allerdings keine Angaben dazu, wie die Belastbarkeit im Vergleich zu einem Holz "am Stück" ist.
"Aus dem Bauch" erschien mir "gerades Blatt mit schrägem Stoß" praktikabel ... wollte halt dazu noch die Meinung der "Fachleute" hören, nicht daß ich mit meiner Idee komplett daneben liege.
Ich habe heute die Baustelle schon mal "vorbereitet" und mußte feststellen, daß ich die untere Pfette auf 2m Länge austauschen muß. Das ist kein Thema, da diese direkt auf tragendem Mauerwerk liegt. Insgesamt sind 4 Sparren an den Enden jeweils ca 50 cm nur noch "Gebrösel"... damit hat sich das "Flicken" erledigt - dauert zu lange (wenn man, wie ich, keine große Erfahrung damit hat) - ich werde also einfach entsprechende Stücke bis zur Mittelpfette daneben setzen, die schadhaften Sparren um ca. 80cm kürzen und mit den neuen seitlich verbinden. Ich denke, das sollte halten ...?
Das Dach ist relativ windgeschützt zwischen Scheune und Wohngebäude - muß nur Regen abhalten, aber im Winter die Schneelast tragen (hat leider nur 15° Neigung) ...
Ich bleibe bei OSB - kann ich schneller Verarbeiten und habe eine glatte Oberfläche. Wegen Imprägnierung sollte nichts passieren - die vorhandenen Bretter sind auch unbehandelt (alles mögliche, was man "damals" so zusammentragen konnte, wurde da drauf genagelt) - deshalb waren die auch so schnell "durch".
Im Aussenbereich (Dachüberstand) bekommen die Platten einen farblosen Lack - Anstrich. Das muß erst einmal genügen und ich kann´s im Auge behalten, falls sich da "was tut" .
Muß auch nicht ewig halten - erst mal "dicht" , bis die anderen Baustellen im Haus fertig sind und dieses Dach an die Reihe kommt.
Warum nicht jetzt ? Keine Zeit - soll dann nämlich komplett neu und richtig gemacht werden. Mehr Neigung, Dachfenster, Wärmedämmung, "richtige Eindeckung" usw... das geht nicht "mal eben so" - muß geplant und genehmigt werden.

Gruß,
Andreas



Von den Fachregeln her gesehen



ist es eigentlich nicht zulässig, OSB-Platten als Untergrund für eine Beplankung mit Dachpappe zu verwenden, ebenso wie für eine Beplankung mit Schiefer, weil die eingeschlagenen Nagellöcher bei OSB-Platten sozusagen eingestanzt werden, was einen ungewollten Auszug erleichtert, während bei einer normalen Schalung die gespaltenen Holzfasern gegen den Nagel drücken und einen Auszug eher verhindern.
Aber ich nehme an, das wird Sie kaum daran hindern, trotzdem OSB-Platten zu verwenden :-)
Im Grunde dürfte eigentlich auch nix passieren, zumindest wenn nicht allzu große Windsogkräfte in diesem Bereich anfallen.
Viel Spaß beim Flicken. Kleiner Tipp noch:
Wenn Sie die alten und die neuen Sparrenstücke verbinden, dann nehmen sie am Besten zwei bzw. drei durchgehende Gewindestangen M12 oder M14. Die lassen sich dann später auch mal nachziehen, wenn der neue Sparren erfahrungsgemäß etwas nachschwindet und eine normale Schraubenverbindung bereits Luft bekäme...

Gruß Andreas



Hallo Namensvetter,



die Problematik mit dem OSB kenne ich... Da es nur eine temporäre "Reparatur" ist, sollte es halten. Alle Verbindungen werden geschraubt - das ist für die vorgesehene "Haltbarkeitszeit" OK . Die Dachpappe wird kalt geklebt - mit Flammen bin ich bei dem vielen alten Holz in diesem Gebäude lieber etwas "übervorsichtig". Man liest ja immer wieder "Dachstuhl abgebrannt" (bei arbeiten an selbigem) ...
Mit Nägeln fange ich gar nicht erst an - das hält in OSB nicht, da haben Sie vollkommen Recht.

Die Sparren werde ich entgegen meiner ursprünglichen Idee nicht verlängern, da doch weit mehr betroffen ist, als ursprünglich angenommen. Ich werde das zerstörte Material großzügig abtrennen und "neue" Sparren von der Mittelpfette bis zur unteren Pfette neben die verbleibenden "Stümpfe" legen und zusätzlich seitlich mit diesen verbinden.
Die "neuen" Sparren sind altes Holz, lagen ursprünglich in einem Boden im EG. Jetzt neues Material kaufen und "richtig" reparieren lohnt sich nicht, da spätestens übernächsten Sommer alles wieder abgerissen wird...

Den Tip mit den Gewindestangen bzw. metrischer Verschraubung werde ich mir merken - vielen Dank. Werde ich möglicherweise für das eine oder andere Problem hier im Haus noch benötigen. Muß dieses Jahr wohl noch den einen oder anderen Deckenbalken ersetzen oder reparieren (nach Möglichkeit versuche ich hier aber mit kompletten Balken zu arbeiten, entsprechendes Material habe ich glücklicherweise noch in der Scheune liegen).


Gruß,
Andreas



neues von der Baustelle...



Fragen habe ich jetzt keine... aber da ich diese Baustelle hier schon angesprochen habe, berichte ich einfach mal weiter :o)

Ich habe gestern angefangen und etwas Dachpappe und Bretter entfernt. Dann sollte die untere Pfette raus, Werkzeug war komplett und griffbereit... und dann mußte ich doch nochmal etwas herbeiholen: einen Handfeger! Damit habe ich dann 70% vom "Holz" von der Mauer gekehrt - das Teil wurde nur noch durch Dreck in Form gehalten. Anhand der noch halbwegs erhaltenen Enden von jeweils ca 30cm Länge konnte ich dann die tatsächlichen ursprünglichen Masse ermitteln - 80 * 120mm ... hatte ich natürlich nicht passend und mußte erst beschafft werden.
Fotos gibt´s später noch ...

Gruß,
Andreas