Einzelnen Kehlbalken weiter nach oben setzen?

30.12.2008



Hallo,

ich bewohne zwar kein Fachwerkhaus, traue mich aber dennoch hier zu fragen. Unser "neues" altes Haus von 1878 in Dänemark darf gerne noch etwas an Wohnfläche wachsen und wir wollen Schlafbereiche im Kehlbalkendach einrichten.
Nun sind dort Kehlbalken in etwa 140-150 cm Höhe, die für unsere Nutzung eigentlich nicht weiter im Weg sind - bis auf einen oder zwei, die ich gerne 50-60 cm höher hätte. Ob das wohl geht? Oder ist das ein statisches "Nein, nein" und nur mit hohem Aufwand zu bewältigen?
Das Haus ist ca. 6 m breit, die Sparren vielleicht einen Meter auseinander, Dachneigung 45 Grad. Die Dachkonstruktion trägt im Moment nur leichte Dachplatten. Isolierung, Dachfenster und Verschalung kommen also noch als zusätzlich Last hinzu. Eine Dachgaube wäre eine Option, aber wenn ich das richtig verstanden habe ist das eher schwierig, richtig?

Über jede ungefähre Handreichung die meine weitere Planung/Träume in die richtige Richtung lenken würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank und ein gesegnetes neues Jahr,
Marc-Hendrik Bremer





Sehr geehrter Herr Bremer,
das Höherlegen der Kehlbalken dürfte nicht das Problem sein, viel mehr halte ich den großen Sparrenabstand für einen einfachen Dachausbau nicht geeignet. Wie sind denn die Sparrenquerschnitte? Mit ein bißchen Eigenleistung das Dachgeschoß ausbauen, wird wohl nicht funktionieren.
Dafür kenne ich aber Ihr Haus und den Dachstuhl nicht.
Trotzdem wünsche ich gutes Gelingen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Vielen Dank, Herr Kibies!

Ich denke, wenn wir soweit sind, werden wir durchaus Fachleute hier vor Ort mit einbeziehen, aber da es für mich noch schwierig ist Fachgespräche auf dänisch zu führen möchte ich mich gerne gut vorbereiten.

Warum könnte der große Sparrenabstand ein Problem werden? Weil dadurch die Belastung für den einzelnen Sparren größer wird und so die Gesamttragleistung des Dachstuhls zu gering ist?
Die Sparren sind zwischen 10 und 12 cm stark.

Mit freundlichen Grüßen,
Marc-Hendrik Bremer





Sehr geehrter Herr Bremer,
der Sparrenquerschnitt ist wohl sehr gering, der Sparrenabstand außerdem zu groß, so daß der Dachstuhl keine weitere Lasten für den Ausbau aufnehmen kann.
Meinen Sie mit Sparrenstärke die Höhe oder Breite. Der Gesamtquerschnitt ist entscheidend.
Dieses Problem stellt sich hier in der Region oft beim Ausbau von historischen Dachstühlen. Sie können entweder eine zuätzliche Bohle seitlich an den vorhandenen Sparren anlaschen oder eine neue Sparrenlage zwischen den bestehenden Dachstuhl einfügen lassen. Dabei ist allerdings die vorhandene Dachstuhlkonstruktion (Anschlüsse etc.) zu prüfen, dafür müssen Sie dann auch einen Statiker einschalten. Ich kenne die Bauordnung in Dänemark nicht, ein Bauantrag oder ähnliches sollte dann aber auch nötig sein. Sie sollten dieses Thema früh genug angehen.
Ein guten Rutsch wünscht
Bernd Kibies





Nochmals vielen Dank!
Bei den Sparren handelt es sich eher um Quader mit abgerundeten Ecken - ca. 10 cm breit, vielleicht bis 12 tief.

Ich werde also auf jeden Fall noch einen Fachmann hier vor Ort zu Rate ziehen. Ich glaube, die Dachbelastung ist derzeit noch sehr gering, da die hier üblichen (und verbauten) Eternitplatten m.E. doch deutlich leichter sein sollten, als normale Ziegel. Es sind daher auch nicht so viele Dachlatten vorhanden.
In einem ähnlichen Haus wurde das Dach bis in die Spitze isoliert, verkleidet und auch mit Dachfenstern versehen (um Raumhöhe zu gewinnen). Ich denke, da waren weder Baugenehmigung noch zusätzliche Verstärkungen an den Sparren notwendig.

Wenn aber die Kehlbalken höher gelegt werden können, so kann ich auf jeden Fall weiter planen. Ohne diese Maßnahme wäre der gewonnene Raum nicht wirklich sinnvoll zu nutzen.

Vielen Dank noch einmal für die freundliche Auskunft und allen Forums-Teilnehmern ein wunderschönes und erfolgreiches 2009!

Marc-Hendrik Bremer



Kehlbalken höher setzen...



Hallo,

da ein Kehlbalkendach am Fusspunkt stark horizontal nach aussen schiebt, sollten auch die Fusspfetten begutachtet werden.
Ev. stossen aber auch die Sparren direkt auf den Deckenbalken auf. Hier müssten zumindest die Verbindungsmittel bewertet werden.
Ein Höhersetzen der Kehlbalken führt zu grösseren H-Kräften am Auflager, wie auch die Ausbaulasten. Wenn es statisch eng wird, könnten ev. Mittelpfetten eingebaut werden. Dadurch verringern sich die Horizontalkräfte am Auflager wieder.
Zumindest hört sich die Sache so an, als wenn keine besonderen Massnahmen nötig wären, jedoch liegt man mit einem Statker auf der sicheren Seite.

Mfg Marcus Stöver