Dachdämmung bei einem Altbau, diverse Fragen

16.08.2007



Hallo zusammen,

ich bin heute durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und muss sagen: Wow, hier kann man ja viel lernen!

Nun habe ich auch ein konkretes Anliegen:
Wir möchten gerade mit einem Dachausbau (Steildach, Haus ist Baujahr 1970, wir haben es in 2004 gekauft) und sind nun an der Stelle der Wärmedämmung des Daches angelangt.

Ist-Zustand: Zwischen den Ziegeln und den Sparren befindet sich eine Folie (ich denke mal, das ist so eine Unterspannfolie), die allerdings an vielen Stellen gerissen und außerdem sehr poröse ist (ist halt 37 Jahre alt, denke ich). Die Sparren sind 18 cm dick, der Abstand zwischen den Sparren variiert zwischen 55 und 62 cm.

Soll-Zustand: Wir möchten das Dach mit der Zwischensparren-Variante dämmen, als Material möchten wir Steinwolle nehmen.

Nun meine Fragen:
1) Was mache ich mit der porösen Folie zwischen den Ziegeln und den Sparren? Abdichten, so lassen oder ganz rausnehmen?
2) Kann ich die Steinwolle direkt bis an diese Folie (wenn sie so bleibt wie sie ist bzw. wenn sie abgedichtet ist) legen bzw. kann ich die Steinwolle direkt bis an die Ziegeln legen, sollte ich die Folie entfernen? Oder muss ich 2-3 cm Luft lassen?
3) Was für Alternativen gibt es zu der Unterspannfolie, falls ich diese rausmachen müsste? Eine neue kommt nicht in Frage, da wir das Dach nicht abdecken möchten.
4) Wenn ich 2-3 cm Luft lassen müsste: Reicht die dann noch verbleibende Dicke der Sparen (15-16 cm) aus, um zu dämmen oder sollte man mindestens 18 cm nehmen (dann müsste ich aufdoppeln, würde ich aber gerne vermeiden)?
5) In welchen Varianten nehme ich eine Dampfbremse unter die Dämmung nach innen und wann eine Dampfsperre?

Vielen Dank schonmal für die Mühen,
Stephan Marx



Dachausbau?



Haben Sie vor, im Dachgeschoß Wohnraum zu schaffen?
Wenn nicht, so würde es mehr Sinn machen, die letzte Decke vernünftig wärmedämmtechnisch nachzurüsten.
Damit würden Sie einiges an Kapital sparen.
Wie ist Ihre letzte Deckenkonstruktion bzw. aus was besteht diese?
Was Ihr Dachproblem betrifft, so ist die wetterführende Ebene zerschlissen.
Über kurz oder lang werden Sie da sicherlich etwas mehr tun müssen als ihre bisherigen Ansichten dies hergeben.
Wettereintrag durch Schlagregen, Schneetrieb etc.
Also werden Sie über eine Umdeckung nicht drum herum kommen.
Sollte unsere erstbenannte Lösung von Ihnen möglicherweise Beachtung oder Zustimmung finden, würden Sie weiterhin um eine sogennte Aufdopplung der bisherigen Sparrenkonstruktion kommen.
Wenn Ihrerseits eine Zwischensparrendämmung vorgenommen werden soll, so benötigen Sie mindestens eine Dämmtiefe von ca. 240mm, wenn eine 30mm Hinterlüftungsebene geplant ist.
Vollsparreneinblasdämmung wäre hiebei eine weitere sinnvolle Alternative, wobei aber da auch eine neue zwischen den Sparren liegende wetterführende Holzweichfaserebene eingebaut werden müßte. dabei langt aber dann eine 180mm starke Zellulosedämmung auch aus.

Für weitere Fachlichkeit stehen wir auch gern direkt weiter zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Udo Mühle