Dachdämmung eines 80 Jahre alten denkmalgeschützten Hauses

12.09.2008



Guten Tag,

wir möchten nunmehr das Dachgeschoss unseres Hauses ausbauen und tun uns hinsichtlich der Flut an Möglichkeiten der Wärmedämmung ein wenig schwer...

Zur Zeit ist das Dach nicht gedämmt. Die Ziegel, Biberschwänze, liegen auf den Sparren. Die Sparren sind zwischen 8 und 10 cm stark.

Unser Wunsch ist es, eine vernünftige Dämmung mit einem ausgewogenen "Platzverhältnis" hinzubekommen.

Die beiden Räume im Dach werden dann, bis in die Spitze hoch, als Wohnraum genutzt.

Das einfachste wäre es wahrscheinlich, die Sparren um 10 cm zu verstärken und dann mit 18 bis 20 cm zu dämmen (Zwischensparrendämmung).

Die Ziegel sollen übrigens auf dem Dach drauf bleiben. Die halten noch gut 10 Jahre...

Jetzt habe ich von einer Möglichkeit der Kombination Zwischen- und Untersparrendämmung gelesen.

Z. B. also 8 cm Zwischensparrendämmung + einer Platte von z. B. PUREN aus Polyurethan... Sprich 8 + 6 cm = 14 cm statt 20 cm...

Macht das Sinn?

Ist ne Polyurethan-Dämmung zu empfehlen?

Muss man das auf so Dinge wie diffusionsoffen oder -dicht achten?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe und freundliche Grüße

Familie Francke



wenn möglich auf PU verzichten



... aber das schreibe ich als einer der sich der Naturbaustoffseite verschrieben hat.

Meine Empfehlung wäre statt der PU-Platten Holdämmplatten - z.B. von GUTEX. Neben dem, dass sie hauptsächlich aus Holz bestehen liegt der Vorteil auch in der Wärmespeicherfähigkeit und im Lärmschutz, der bei Ihnen (Berlin) vielleicht ein Thema ist.

Ich würde die Sparren nur nach statischen Anforderungen Aufdoppeln und den Rest an gewünschter Dämmung mit solchen Holzdämmplatten innen durchgehend auf den Sparren anbringen. Dann Lattung und Innenverkleidung.

Zwischen den Sparren geht gut Flachs oder eine sehr weiche Holzdämmplatte - für die Sicherung der Hinterlüftungsebene eine festere Holzdämmplatte.

Infos: www.gutex.de - www.flachshaus.de - www.proclima.de

Nachteil von Eurer Vorgabe, dass die Biberschwänze liegen bleiben sollen, ist, dass Ihr eine Hinterlüftungsebene zwischen dem Ziegel und der Dämmung braucht.

Wenn Ihr jetzt schon das Dach von außen mit saniert, dann könnte natürlich nach Innen der Aufbau wesentlich schlanker ausfallen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



10 Jahre soll die Dachdeckung noch halten?



Die Jahre gehen schnell vorbei.... Ich würde in Ihrem Fall eher eine Aufsparrendämmung empfehlen. Zumal 10cm Sparren statisch nicht gerade hoch belastbar sind.



_wow, Sie reagieren aber schnell...



vielen Dank erst einmal...

Die eine oder andere Frage bleibt dann doch, bzw. die eine oder andere Erläuterung ist evtl. notwendig.

Es handelt sich bei unserem Haus um ein Reihenendhaus. Das Geld ist zur Zeit nur im beschränkten Maße vorhanden, sodass wir die Erneuerung der Biberschwänze natürlich vorrangig aus diesem Grunde solange wie möglich rausschieben.

@Frank Lipfert

Lärmschutz wäre bei uns, trotz Berlin, nicht notwendig. Die Hufeisensiedlung kommt einem städtischen Kleinod nahe :-)

Kann man die von Ihnen beschriebene Hinterlüftungsebene mit ner Folie, einer Dampfbremse (Dampfsperre) herstellen, oder muss das "reine Luft" sein?

@Klaus Schillberg

was meinen Sie mit statisch nicht gerade hoch belastbar. Ist es denn wahrscheinlich, dass z.B. bei einer Aufdoppelung der Sparren auf 18 cm, die dann folgenden aufgesetzten Rigips-Platten wieder runterkämen?


Vielen Dank...



Bei einem Reihenhaus ....



wird es natürlich schwer, aus der Reihe zu tanzen.

Also wird es wohl nichts mit einer Außensanierung des Daches.

Hinterlüftungsebene - Entlüfterziegel in Firstnähe (First wird man ja bei Reihenhaus kaum verändern dürfen) in jedes Sparrenfeld setzen und auf der Traufseite für Luftzufuhr sorgen.

Ausbildung der Hinterlüftungsebene im Sparrenfeld: Latten längs zum Sparren direkt unter der Ziegellattung an Sparren festnageln und darauf dann eine Holzdämmplatte anheften - erst dann mit Dämmvlies den Rest des Sparrefeldes dämmen. Dadurch ergibt sich in jedem Sparrenfeld eine Hinterlüftungsebenen. Anzahl der Entlüftungsziegel, Höhe der Entlüftungsebenen bitte mit Baufachmann vor Ort abklären.

Ohne Hinterlüftungsebene würde ich nicht arbeiten - auch wenn das manchmal mit entsprechender Dampfbremse gewagt wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de