Altbaudach mit dünnen Sparren und Schleppgauben wie wärmedämmen?

08.03.2006



Hallo, wer kann mir hier sachkundig weiterhelfen:

Wir wollen das Dach beidseitig mit Gauben und einer zeitgemäßen Wärmedämmung versehen.

Die Situation:
Altes Haus (1920) mit Satteldach, im OG Fachwerkwände (12 cm stark) und verputzte schräge Wände. Das Dachgeschoß ist offen (Sparren, Lattung, Ziegel sichtbar).
Dachneigung 53°, Sparrenabstand 60-80 cm, Sparren nur 11 cm stark und 9 cm breit (meiste gut erhalten).

Zur Entscheidung stehen folgende Varianten der Konstruktion, jeweils mit Holzfaserdämmstoff (z.B. Steico oder Pavatex):

1)
Aufsparrendämmung mit 3 cm Unterdeckplatte, 16 cm Dämmplatten (mit großen Spezialschrauben befestigt), Dampfbremse, Verschalung raumseitig (Sparren sichtbar).

2)
Kombination aus Aufsparrendämmung mit 5 cm Unterdeckplatte plus 10 cm Zwischensparrendämmung. Dampfbremse über die Sparren, Verschalung raumseitig (Sparren verdeckt).

Das Problem:
Der Anbieter von (1) behauptet, das erhöhte Gewicht sei trotz der dünnen Sparren und Gauben kein statisches Problem.
Der Anbieter von (2) hat mit Holzfaserdämmstoff mehr Erfahrung und behauptet, in unserem Fall wäre die reine Aufsparrendämmung nicht sinnvoll ausführbar und statisch schon an der Grenze.

Vielen Dank für den entscheidenden Tipp!



Kommt auf die freie Neigungslänge



der Hauptdachsparren an!
Bei einer Bemessungsgrundlage von einem Querschnitt der vorhandenen Sparren von 12/10, kann man dem Anbieter 2 nur seine Bedenken bekräftigen.



Statiker fragen



Hallo,

lassen Sie sich die Statik des Dachstuhles von einem Fachmann berechnen. So teuer ist diese Berechnung auch nicht. Der jetzige Winter hat so manchen Dachstuhl bis an seine Grenzen und im Einzelfall auch darüber hinaus belastet. Oder wollen Sie in den kommenden Jahren nicht nur Ihren Gehweg sondern auch noch Ihr Dach vom Schnee freischaufeln?

Gutes Gelingen!
Th. Mispagel



Stattdessen Aufsparrendämmung mit PUR ?



Besten Dank für die Denkanstöße!

Das Gewicht ist also in unserem Fall bei der Holzfaserdämmung tatsächlich evtl. ein kritischer Faktor.
Dennoch erscheint mir eine Aufsparrenausführung günstig, weil die Sparren dann keine Kältebrücken mehr sind.

Jetzt frage ich mich, ob diese Aufsparrendämmung besser mit "diffusionsfähigen" PUR-Hartschaumplatten (z.B. Bauder PIR SDS) auszuführen wäre. Die wiegen ja deutlich weniger und haben dabei ein fast doppelt so gutes Dämmvermögen.
Wenn wir dadurch entsprechend mehr Heizöl einsparen würden, wäre die Umweltbilanz dieser Lösung langfristig womöglich sogar günstiger.
Gibt es Argumente dagegen? Anmerkung: Es handelt sich um ein ziemlich luftfeuchtes Haus.

Ich freue mich auf weitere erfahrene Fingerzeige!





Um die Umweltbilanz von PU Schaum und Holzfaserdämmplatten zu vergleichen, muss man auch die Herstellungsenergie, die Entsorgung etc. mitrechnen. Bei Gesamtbetrachtung unter berücksichtigung des sommerlichen Wärmeschutzes ist PU Dämmung sicherlich die schlechtere Wahl. Doppeln Sie Ihre Sparren von außen statisch (Berechnung!!) wirksam auf und dämmen Sie dann den Sparrenzwischenraum z.B. mit Isofloc aus. Ein Holzfaserdämmplatte von 40 0der 60mm als Unterdach schließt dann das System nach außen ab.
Dadurch erhalten Sie einen relativ preisgünstigen und statisch tragfähigen Dachaufbau.

Grüße

Jochen Engelhardt