Sparren kreuzweise aufdoppeln

08.03.2006



Hallo,
ich möchte mein Steildach neu eindecken lassen, wärmedämmen und das Dachgeschoss für Wohnzwecke nutzen. Die Sparren sind 140 mm stark, was für eine Zwischensparrendämmung zu wenig ist. Es muss also aufgedoppelt werden, was nach außen hin möglich ist, wodurch mir innen kein Platz verloren geht. Meine Frage: Ist es möglich die Kanthölzer - sagen wir mit einer Stärke von 100 mm, so dass ich auf 240 mm Dämmstärke komme - quer zu den vorhandenen Sparren anzubringen? Meine Überlegung: Die in zwei Lagen aufzubringende Dämmung würde so zum Teil auch auf bzw. unter den Hölzern liegen und den Wärmebrückeneffekt verringern. Gibt es statische oder sonstige Gründe, die gegen eine solche Lösung sprechen? Die Eindeckung soll mit Tonziegeln erfolgen. Vielen Dank. Matthias





Wenn die Statik dies zulässt, ist dies durchaus möglich.
Sie müssen nur die Schubbelastung der Dachdeckung bedenken, die die Verbindung zwischen Sparren und Aufdopplung belasten. Die Verbindungen werden dadurch viel komplizierter. Statisch sinnvoller ist die aufdopplung längs der Sparren und das Aufbringen einer stärkeren Aufsparrendämmung (z.B. 60mm Holzfaserdämmung) um "Wärmebrücken" zu vermeiden.

Grüße

Jochen Engelhardt





Hallo Herr Schmidt,

In diesem Fall würde ich wie folgt vorgehen,

Dachaufbau von innen nach aussen

- Rigips oder Holzdecke
- Auflattung
- Dampfbremse luftdicht verklebt
- Dämmung 140 mm
- Holzfaserplatte
- Konterlattung, Dachlattung,Ziegel

Die stärke der Holzfaserplatte ist abhängig vom gewünschten U-Wert des Bauteils.
Mit der Verwendung der Holzfaserplatte erreichen Sie einen verbesserten sommerlichen Hitzeschutz.
Thomas



Vielen Dank



die Variante mit der Holzfaserdämmplatte klingt überzeugend. Wie dick müsste die den sein, um einen U-Wert von 0,20 zu erreichen, wenn ich die 140 mm mit Hanfdämmmatten 040 auslege. Bzw. ist ein solcher Wert ohne Aufdoppelung überhaupt zu erreichen?
Ergänzend möchte ich noch fragen, wie ein solcher Dachaufbau schalltechnisch zu beurteilen ist. Das ist nämlich auch noch sehr wichtig, wegen Flughafen in der Nähe. Bzw. durch welche Materialien ließe sich der Schallschutz noch optimieren? Vielen Dank Matthias





Hallo Herr Schmidt,

Um einen U-Wert von 0,20 zu erreichen, sollten 100 mm starke Platten reichen (am besten aber nochmals berechnen lassen).

Durch die Masse der Holzfaserplatte haben Sie auch einen verbesserten Schallschutz (wie gut dieser in Ihrem Fall ist kann ich leider nicht sagen, kann aber berechnet werden).
Als Alternative zur Hanfdämmplatte, könnte man auch eine flexible Holzfaserdämmmatte nehmen.

Grüsse
Thomas