Diffusionsoffen oder nicht offen ist die Frage ???

23.09.2004



Hallo,

wir beabsichtigen unser 200 Jahre altes Fachwerkhaus im Dachgeschoss zu dämmen, welches wir leztes Jahr gekauft haben. Nun habe ich dank diesem Forum schon so einige Informationen bekommen.
Wie erkenne ich ob ich eine Diffusionsoffene Unterspannbahn draufhabe oder eine die Dicht ist. Ich habe das ganze Dach nach irgendwelchen Herstellerhinweisen abgesucht. NIX. Das einzige was auffällig ist das es so aussieht als wenn Nadelgröße Löcher drin sind.
Desweiteren ist mir noch nicht so die Reihenfolge beim dämmen klar.
Also so wie ich es hier gelesen habe sollte es bei diffdichter Folie so aussehen (Ab vorhandener Folie)

1. Eine 3 cm Hinterbelüftung.(Links und Rechts Dachlatten und eine Holzfaserplatte drauf)
2. Dämmstoff ( Am liebsten Hanf)
3. ??? Da hört es dann schon auf. Ich denke da kommt nochmal eine Folie drauf.
4. Und dann .....

Danke für alle Hinweise die mich der Lösung dieses Rätsel näherbringen.

Gruss

Marian



Nein nein nein...



Ein Aufbau, der sich schon zugtausendfach in Europa bewährt hat ist folgender:
Von innen nach außen:

1. Dampfbremse (Folie von innen an die Sparren getackert)

2. Dämmung (Rockwool oder Glaswolle, gibt auch andere..)

3. Dachlatten längs der Sparren

4. Unterspannbahn (die reißfeste Folie mit den kleinen Löchern) früher hatte man auch Bitumen genommen

5. Dachlatten

6. Dachpfannen


Bei Schieferdächern:

1 bis 2 genauso

3. Bretterlattung (Lattung wird Brett an Brett auf die Sparren genagelt)

4. Dichte Bitumenbahn

5. Schiefer



Ist da nicht ein Verdreher drin ?



Punkt 3 und 4 gehören doch wohl vertauscht!

1. Dampfbremse
2. Dämmung
3. USB
4. Konterlattung
5. Dachlatten
6. Eindeckung



Oh nein!



Dies ist durchaus kein Verdreher.
Allerdings wird dieser Punkt von sehr vielen Firmen tatsächlich falsch gemacht, was natürlich bei einer dichten Pfannenhaut zu keinen Schäden führt.
Sollte jedoch eine Undichtigkeit vorliegen (fehlende Pfanne in Firstnähe) so saugt sich, je nach Niederschlagsmenge, die Wärmedämmung langsam voll. Der Grund:

Wird die Unterspannbahn direkt auf die Sparren getackert, so liegt sie vollflächig auf der Wärmedämmung auf. Da diese Unterspannbahn jedoch aus kleinen Löchern besteht, kann nun das Wasser, wenn es auf die USB kommt durch die Löcher direkt in die Wärmedämmatten sickern. Liegt die USB dagegen nicht auf, sondern hängt zwischen der Konterlattung durch, so verhindert die Oberflächenspannung des Wassers ein hindurchfließen.

Der 2. Vorteil:

Bei durchhängender USB fließt das Wasser immer in die Mitte, also von der Konterlattung und Sparren weg und kann nicht durch die vielen Nagellöcher (Konterlattung, Dachlatten, und Eisenklammern der USB) hindurch in die Sparren sickern, was langfristig und wenn die Pfannendeckung nicht repariert wird zur Fäulnis führt.



Dachaufbau



Ich gehe hier davon aus, dass die Außenhaut nicht angefasst werden soll.
von innen nach außen (gilt nur für Naturdämmstoffe):
1. Bekleidung nach Wunsch (Gipsfaser, Holzweichfaser, Holz, ...)
2. Lattung
3. Dampfbremse Sd ca. 5 m unter die Sparren bzw. unter die Sparrenaufdickung
4. Dämmung nach Wunsch (Zellulose, Hanf, Holzweichfaser, ...) je nach Dämmwert 16-18 cm (U-Wert W/(m²K) Wenn man genauere Angaben zum Rechnen hat, kommt man vielleicht auch noch mit weniger hin.
5. Holzweichfaserplatte (latexvergütet)
6. >= 4 cm Hinterlüftung
7. Folie (egal welche)
8. Konterlattung
9. Lattung
10.Pfannendeckung
Bei Unklarheiten gerne rückfragen (siehe Profil)



Es geht auch ohne...



Wir haben aus gutem Grund bei uns die Lösung einer Aufsparrendämmung gewählt. Rauspund auf die Sparren, darüber 12cm emfa Hanf Top, darüber 2cm Holzfaserweichplatte bitumiert, Konterlatung Und last gebrannte rote Hohlpfannen. Mit unserem Dämmvorhaben konnten wir die Kriterien des CO² Programms Der KFW erfüllen. Weiterfragen, vielleicht passt ja eine Antwort für Dich!
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



KfW-Mittel



Die Kriterien der KfW für die Förderung im CO2 Minderungsprogramm, wurden aber, so vermute ich nicht nur durch die Dämmung des Daches erreicht. Ich vermute, dass hier noch andere Maßnahmen z.B. neue Heizungungsanlage ... durchgeführt wurden.
Die EnEv wird mit einem U-Wert von um die 0,30 erfüllt, ist aber abhängig vom Holzanteil und auch mit anderen Dämmstoffen wie z.B. Zellulose zu erreichen. Mit 100 mm Holzweichfaserplatte als Aufsparrendämmung, kann ich den gleichen Wert erreichen, da ich keine Zwischenhölzer benötige.



Oh doch!



Also, dass die USB wasserdurchlässig ist, halte ich für ein Gerücht - denn dann würde sie ja ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen. Aber natürlich ist es auch keine Teichfolie - also nicht unendlich dicht. Die übliche Microperforierung lässt das Wasser keinesfalls durch, dafür sorgt die Oberflächensspannung dessselben.

Im beschriebenen Aufbau fehlt nun aber die Hinterlüftung zwischen Ziegel und USB, also eingedrungenes oder Tauwasser kann schlecht bis gar nicht ablüften. Wenn schon hintertlüfteter Ausbau, dann so:

1.Ziegel
2. Dachlatten.
3. Konterlatten ( = Luftspalt)
4. USB
5. Luftspalt
6. Dämmung
....



Diffusionsoffen oder Dampfsperre???



Hallo,
wir stehen gerade vor der Entscheidung, uns für ein diffusionsoffenes Fertighaus oder ein Haus mit sog. Dampfsperre (Folie) zu entscheiden. Ich habe schon viele Meinungen darüber gehört, jeder Anbieter berichtet einem natürlich nur über die Vorteile seines Haustyps. Gibt es vielleicht eine Internetseite, auf der ein Test oder die Vor- und Nachteile beider Verfahren genannt werden? Oder wo kann ich mich über diese Thematik weiter informieren?
Danke für alle Hinweise und Tips, die mich bei meiner Entscheidung weiterbringen.
Gruß Stefan W.



Bei einem Baubiologen



in ihrer Nähe. Eine Beratungsstunde lohnt bestimmt, wenn man bedenkt, was ein neues Haus kostet.
Adressen unter www.baubiologie.de



Dampfsperre = bauphysikalisch Unsinn



KEINE DAMPFSPERRE !!!
Erfahrene Restaurateure verzichten sogar auf Diffusionsbremsen.
Dampfsperren richten viel mehr Schaden an als sie nutzen.
Lesen Sie das WTA-Journal 1/03 S. 6-25 >Richtiger Einsatz von Dampfbremsen bei der Altbausanierung< von Hartwig M. Künzel