Sparren, Dach, Spitzboden, Räumen, Unterspannbahn

09.11.2006



Hallo liebe Fachleute,

ich habe zu diesem spezifischen Thema keine Informationen gefunden, evtl. hat jemand von Ihnen einen Erfahrungsschatz, und kann was hierzu beitragen, würde mir ungemein helfen.

folgende Situation.
Haus Bj51, Dach und Ziegel i.O. ohne Mängel.Ist erst vor 2 Monaten gekauft worden, sind gerade am Renovieren (geringfügig)und wollen dann Dezember einziehen.
Keller, EG 70m², OG 70m², und DG ca 35-40m² Krüppelwalmdach.
Das DG ist von den Vorbesitzern ausgebaut, darüber noch der Spitzboden (Walmdach) unausgebaut.
Wir sind gerade am Renovieren, da war uns das Thema Dachdämmung in den Sinn gekommen.
Folgende Situation:
Der Spitzboden ist offen, d.h. Ziegel und sonst nichts.In der Mitte über 2 Meter Höhe zur Verfügung.Unterspannbahn ist nicht vorhanden, das Dach ist in Ordnung.
Die Decke (Boden des Spitzbodens) ist mit Dielen und Heraklit und Linoleum(o-ä.) belegt.
In den Schrägen der ausgebauten Räumen ist zwischen den Sparren Heraklit eingebracht. Und weiterhin auf den Sparren zu den Wohnräumen. Darüber Putz und Tapete.
In den unbewohnten Teilen des DG (z.B. Treppenhaus, weiteres Zimmer) sind nur Heraklit-Platten auf die Sparren zu den innenräumen aufgebracht und verputzt worden.
Im Zwischenraum zw. den Räumen (Kniestock?) und dem Dach sind noch Herklitplatten auf dem DG-Boden verlegt (ausserhalb der Räume).
Das ganze hat relativ lange trocken und gut funktioniert.

Heraklit ist m.W. durchgehend ca 30mm stark.Ich habe hier auch Sauerkrautplatte als Begriff gehört, ist grau das ganze.

Uns ist aufgefallen, dass vor allem im Treppenhaus die schrägwände sehr Kühl werden, vor allem zur Wetterseite hin. Als wir vor paar Wochen dann Sonnenschien hatten, wurde es in den nachmittagsstunden schon recht warm oben.

Was sich rauskristallisiert hat ist folgendes: 'Man' könnte auch ohne Unterspannbahn die Dämmung (ca 80mm) und ca 20 mm hinterlüftet lassen.Darauf Dampfsperre, und Gipskartonplatten.

Was könnte man tun, was sollte man lassen? Wie würdet ihr das Thema angehen? Gibt es zwischenlösungen, z.B: sich nur um den Spitzboden zu kümmern, wenn ja wie?





nachtrag: die Sparren haben ca 100 bis 120mm Höhe. Die Abstände ca 560mm (im Schnitt).



wenn Sie den Spitzboden nicht ausbauen wollen,



empfiehlt sich eine Schüttdämmung,auf den vhd.Spitzboden aufzubringen. Die Dachschrägen der bewohnten Raüme im Krüppelwalmbereich würde ich unbedingt mit einem feuchteregulierenden Naturdämmstoff wärmedämmen. Da können die vhd. Heraklithplatten auch wiederverwendet werden,sofern die bei der Demontage nicht kaputt gehen.Darauf kann wahlweise ein Lehm-oder Kalkputz aufgebracht werden.



Sollen die



Räume als Wohnräume genutzt werden, sollte das Dach doch ausreichend gedämmt werden. 2 cm Unterlüftung ist aus meiner Sicht zu wenig. 4 cm sollten möglichst erreicht werden. Die Sparren können nach innen aufgedickt werden damit eine min. 16 cm starke Dämmung (z.B. Zellulose, Flachs, Hanf, ...) eingebaut werden kann. An Stelle der Unterspannbahn kann außenliegend mit 3-4 cm Abstand zur Lattung eine vergütete Holzweichfaserplatte zwischen die Sparren eingebaut werden. Von innen eine Dampfbremse (luftdichte Ebene) z.b. ProClima Intello oder DB+. Die Innenbekleidung ist dann Geschmacksache.



Oh je,



wo soll denn diese Spiere von Sparren ohne jede Tragreserve noch die Fähigkeit herbeziehen, Zusatzlasten aufzunehmen ?
Also folgende Reihenfolge schlage ich vor:
- Tragwerk ertüchtigen
- Dämmen
- Ausbauen.
Dazu sollte sich freilich ein Statiker die Geschichte vor Ort ansehen. Wenn Ihnen das zuviel Aufwand zu sein scheint: Die Schäden aus unerwarteten Durchbiegungen würden ein Mehrfaches an Aufwand mit sich bringen.

Gutes Gelingen !