ungewöhnl. Zwischenlösung von innen: Bitumendachbahn durch Gutex ersetzen

24.06.2013 Franzi



Hallo,
Wir haben ein massives Haus mit Krüppelwalmdach von 1905. Das Dachgeschoss soll komplett von innen gedämmt und ausgebaut werden. Dachaufbau von Außen derzeit: engobierte Ton-Dachziegel, Lattung, KEINE Konterlattung, Bitumenbahn, flächig überlappend direkt auf dem Sparren verlegt, KEINE Sparrschalung, Bahn hängt daher in den Gefachen etwas durch, Sparren 12x10cm (HxB), 65 cm Abstand.
Die Dachdeckung ist gut und wird in 10 Jahren anvisiert: geplant sind dann 4-6 cm Holzfaserunterdeck-dämmplatte, Lattung/Konterlattung/Ziegel.
Aktuell wollen wir zwischen (12cm) und unter (4 cm) den Sparren mit Holzfaserflexmatten eine Vollsparrendämmung machen und haben natürlich Angst vor Feuchte in der Konstruktion.
Dampfsperre mit SD-Wert > als Bitumenbahn kommt nicht in Frage wegen dem Raumklima. Eine Hinterlüftung zwischen Dämung und Bitumenbahn wird schwierig, weil die Bitumenbahn ja durchhängt, außerdem wird dadurch wieder der Dämmwert herabgesetzt, der eh nicht soo üppig ausfällt, wegen mangelnder Kopfhöhe.
Meines Erachtens gbt es nur zwei Möglichkeiten: 1. die vielbesungene feuchtevariable SD-Folie. Unser Dach hat eine Süd-Süd-Ost-Ausrichtung, 41 Grad Neigung und eine dunkle Deckung, d.h. die Aussichten sind nicht ganz so schlecht, dass es funktionieren könnte. Aber würde es auch noch im Badezimmer auf der Nordseite funktionieren? Wie kann man sich da absichern?
2. Bitumenbahn zwischen den Sparren rausschneiden, Ziegeleindeckung von unten auf guten Sitz überprüfen und eine 18-22mm dicke Holzfaserunterdeckplatte von unten an die ZiegelLattung schrauben. Das wäre dann ein diffusionsoffener, relativ wasserdichter Behelf zur Überbrückung der nächsten 10 Jahre. Eventuell eindringendes Wasser könnte immer wieder abtrocknen. An den Rändern könnte man die Bituemnbahn 3 cm überstehen lassen, um das gänzlich zu gewährleisten. Was meint ihr? Ist das machbar?



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Hallo Franzi,
wie soll das Dachgeschoss die nächsten 10 Jahre denn genutzt werden?
Wenn der Raum nicht gebraucht wird könnte man das Dach ja komplett lassen und einfach die Decke bzw. den Boden Dämmen. Hier wäre vieles möglich, von Mineralwolle auf den Boden gelegt oder auch Dielen aufrecht gestellt und dazwischen eine Schüttung reingeschüttet. Da ist auch wieder einiges möglich von Perlitte bis Zellulose. Auf den gestellten Dielen könnten Bretter aufgeschraubt werden falls dieser begehbar sein soll. Wenn nicht kann man kann man diese Schüttung auch einfach offen liegen lassen wenn das Dach soweit dicht ist. Kirchendächer sind oft so gedämmt und nur der begangene wurde mit Dielen belegt

MfG
Heiko



Ich würde,



egal wie Ihr's angeht, nie auf Konterlattung/Hinterlüftung verzichten. Aufgrund der Tatsache, dass Ihr definitiv erst in 10 Jahren umdecken , jetzt aber dämmen wollt, gibt's keine richtig saubere Lösung.
Zu einer möglichen Kompromisslösung: Ich finde es richtig die Dachpappe rauszuschneiden und Ränder von 3 cm stehen zu lasse. Danach: an die Sparren/unter die Dachlatten flach in der Dachfläche an den Sparren anbringen, im Sparrenfeld entweder hochkant, oder eine dickere Latte montieren. Diese Latte hat die Funktion, dass, wenn Wasser eindringen sollte, dies vom Sparren weg in die Mitte des Sparrenfeldes läuft.
Ansonsten: Unterdachplatte unter die Latten/zwischen die Sparren. Sparren nach innen aufdoppeln, Holzflexdämmung rein, Innenschale/ Dampfbremse.
Insgesamt isses mehr Arbeit, als wenn Ihr das Dach gleich umdecken, oder die Dämmung später ausführen würdet. Bei einer gleichzeitigen Dämmung/Umdeckung könntet Ihr auch die Hinterlüftungsebene etwas nach außen schieben und es bliebe bei gleicher Dämmung etwas mehr Innenraum.
Ralph Schneidewind



Danke für die Antworten



Das DG bauen wir aus, weil wir es brauchen! Es macht fast 60% der Wohnfläche aus. Ich stimme zu, dass es besser wäre, alles in eins zu machen, aber das "Umdecken" ist ja nicht nur mal eben Ziegel erneuern. Einrüsten, Ziegel, Holzfaserplatten, neue Lattung und konterlattung, wegen der neuen Aufbauhöhe neue Stirnbretter, Schornsteine höherziehen und neu verkleiden, etc... da kommt bei 200 qm Dachfläche eine Menge zusammen. Daher der Kompromiss. Danke für die konstruktive Lösung mit der Unterspannbahn (Ralph, du nennst sie zwar nicht, aber ich geh davon aus, dass du sie meinst, sonst würde es keinen Sinn machen durch eine Mittellatte damit eine Kehle herzustellen) im Sparrenfeld. Es ist ein bißchen umständlich und kostet Arbeitszeit, aber die Materialkosten sind geringer als mit der Holzfaserplatte, wir haben zumindest eine geringe Hinterlüftung unterhalb der Dachlattung und wenn wir es ordentlich bis zur Traufe ausführen, wird es 10 Jahre überbrücken können. Zumal die gute Ziegeldeckung das Wasser auch so weitgehend abhalten wird. Das fühlt sich jetzt nach dem richtigen Weg an. Danke, dass ihr euch für unser Problem interessiert habt.



Moin Franzi,



ich dachte zwar an Weichfaserplatten, aber mit Unterspannbahn geht das auch.
Ralph Schneidewind