Dachdaemmung bei gebogenem Dach

30.06.2011



Hallo,
wir sanieren gerade ein Haus aus den 20ern, dass ein gebogenes Dach mit Schieferdeckung hat - siehe Skizze. Eigentl. war vorgesehen, die Sparren auf 20cm aufzudoppeln und dann mit Zellulose-Einblasdaemmung zwischen den Sparren zu daemmen. Da der Sparrenabstand aber teilweise sehr gering ist, benoetigt man eine noch dickere Daemmschicht, um auf einen vernuenftigen U-Wert zu kommen. Eine Kombination aus Zwischensparren- und Aufsparrendaemmung (letztere mit Holzfaserdaemmplatten) waere meiner Meinung nach ideal. Problematisch ist nur, dass es anscheinend keine fuer diesen Zweck geeigneten Holzfaserdaemmplatten gibt. Die angefrageten Hersteller-Firmen behaupten, dass wegen der ungewoehnlichen Dachbiegung nur sehr duenne (2cm) Platten in Frage kommen und dass zudem der Aufwand fuer das (trapezfoermige) Zuschneiden sehr hoch (=teuer) sei. Gibt es irgendjemand, der mit einem aehnlichen Projekt schon Erfahrungen sammeln konnte oder jemand der bestimmte Holzdaemmplatten / Verfahren fuer diesen Zweck empfehlen koennte? Vielen Dank schonmal,
Hannes



Flexiebel ...



Hallo Hannes,

Ich sehe hier zunächst drei Alternativen um das Problem mit den Arbeitskosten zu umgehen:

1. Dämmstoff mit besserem Lambda für zwischen den Balken verwenden (z.B. Mineralwolle) und mit den Wärmebrückenverlusten der Sparren leben.
2. mit Untersparrendämmung kombinieren, z.B. flexieble Holzfaser
3. Einen entsprechend geringeren U-Wert akzeptieren


Zu allen drei Punkten werden Sie sich sicher schon Ihre Gedanken gemacht haben. Punkt 1 wird vermutlich wegen Mineralwolle oder aber wegen der Wärmebrücken ausfallen. Bei Punkt 2 sehe ich zunächst nur das zusätzliche Problem des begrenzten Raumverlustes nach innen (eine Innenverkleidung der Dauchflächen werden Sie ja ohnehin brauchen). Für Punkt 3 gilt im Prinzip das selbe wie für die Frage zur zusätzlichen Aufdachdämmung ... was ist es Ihnen zusätzlich Wert (Kosten-/Nutzenanalyse).


Ansonsten gäbe es unter Anderem auch noch das ... ;)

http://www.ais-online.de/6/company/00/67/42/product71593_6.html#top

( ... einfach mal bei Google Aufdachdämmug flexiebel eingeben )



Über Erfahrungen damit kann ich Ihnen nichts berichten. Auch nciht ob das für Ihre Biegeradien geeignet ist. Vielleicht findet sich aber noch einer aus dem Forum der das schon verarbeitet hat. Ansosnten mal mit dem Hersteller sprechen.

Gruß aus Berlin,



PS: Wo in Berlin kann man denn dieses schön geschwungene Dach in Natur bewundern?



Moin Hannes,



wenn du nicht beidseitig mit Folien arbeiten willst, bleibt dir die "Schnitzerei" fürchte ich nicht erspart.

Die Aussenschale wäre mit 16mm DWD-Platten denkbar, die bilden ein dichtes Unterdach und sind sehr elastisch.

Vom Wohnkomfort her sollten die 20cm reichen, ein U-wert ist ein U-wert und Genrationen vor uns sind prima ohne ihn ausgekommen.......;-)

Es wäre jedenfalls schade, wenn wegen ein paar Öre gesparter Heizkosten, die Dachproportionen völlig vor die Hunde gehen.

Gruss, Boris





Ich halte eine 20 cm dicke Zellulosedämmung durchaus für ausreichend.

Die Wärmebrücken der Sparren können Sie weiter minimieren indem Sie die Sparren nicht klassisch Aufdoppeln sondern erst quer zu den Sparren Latten anbringen und dann, versetzt zu den Sparren eine senkrechte Latttung. Auf diese können dann 20 mm HWF Platten, die lassen sich recht gut biegen, montiert werden.
Dann den Hohlraum mit Zellulose ausblasen.
So hätten Sie ein Minimum an Wärmebrücken durch Sparren und Holzkonstruktion bei einem recht anständigem U- Wert.

Grüße
Oliver Struve



@Oliver:



"sondern erst quer zu den Sparren Latten anbringen und dann, versetzt zu den Sparren eine senkrechte Latttung"

Kriegt man das dann noch sauber ausgeflockt?

Gruss, Boris





Ja das kriegt man mit entsprechender Maschine hin.
Das ist ja einer der Vorteile vom Einblasverfahren.

Grüße
Oliver Struve



Dachaufbau im Detail



Vielen Dank schonmal fuer die sehr interessanten und weiterfuehrenden Antworten. Im Anhang nochmal Photos vom Dach und der geplante Dachaufbau im Detail (Kombination Zwischensparren- und Aufsparrendaemmung). Ist der Aufbau grundsaetzlich so machbar oder gibt es Verbesserungspotential?
Vielen Dank.

Herzliche Gruesse,
Hannes



Photo Haus Nordseite



Photo Dach Nordseite



Photo Haus Suedseite



Photo Dach Suedseite





... wie bekommst Du denn die OSB innen gebogen? Oder besteht da das Problem mit der geschwungenen Linie nicht?

Gruß aus Berlin,



Photo Dach innen



Dach innen



Photo Dach innen First



An der Suedseite sind die Sparren verstaerkt durch weitere Sparren, die in einem spitzen Winkel zu den urspruenglichen Sparren stehen und oben mit diesen verbunden sind (siehe Bilder). Kann man diesen nach oben sehr spitz / duenn zulaufenden Zwischenraum mit Zellulose-Einblasdaemmung fuellen oder gibt es da Probleme?
Danke.
Gruesse,
Hannes



Moin Hannes,



sollte eigentlich kein Problem sein. Besprich es aber mir deinem Flocker, auch wo genau er die Stellbretter haben will, um spätere Setzungen (= Dämmlücken) zu vermeiden.

Gruss, Boris



Auch wenn ich kein Experte bin, ...



..., denke ich das der Aufbau nicht passt.
Hinter der Innenverkleidung Isofloc und dann die Gutexplatten? Andersrum denke ich, wird eseher klappen, dann kann man sich diesen komplizierten Aufbau aber sparen.
Eindeckung erfolgte mit Schiefer, unter Schiefer sind aber meines Wissens nach keine Unterspannbahnen, sondern Bitumenbahnen verarbeitet.
Weiterhin stellt sich mir die Frage, wie Sie die Hinterlüftung im Dachstuhl sicherstellen wollen?
Ich denke, sie werden immer den Taupunkt im Bauteil liegen haben, spätestens an der Innenseite der Bitumenschicht/Schalungsbretter. Daher keine Dampfbremse, sondern eine "dicke" Dampfsperre. Feuchtigkeit im Raum kann durch Lüften reguliert werden, evtl. Lüftungsautomatik?
Falls es wirklich eine Unterspannbahn sein sollte, dann diffusionsoffen und es geht.
Wie gesagt, bin kein Experte, rechne nur selbst an meinem Dach, ... seit Wochen.

Gutes Gelingen



Schiefer oder Ziegel ...



Der Hinweis von Guido in Bezug auf den Schiefer ist gar nicht so Ohne! ... Hast Du Auflagen vom Denkmalschutz für das Haus?

In Deiner Aufbautabelle steht was von Ziegeln. Wenn Du aber wieder Schiefer drauf machen mußt brauchst Du vermutlich in der Tat einen anderen Aufbau! ...

Auch nochmal meine Frage zu der OSB innen. Warum Willst Du OSB nehmen? Die Dampfbremse innen bräuchtest Du dann eigentlich nicht.

Gruß aus Berlin