Sparrendach mit Aufschieblingen: Wie Dachüberstand bauen?

20.10.2009



Hallo,

ich habe ein 100 Jahre altes Sparrendach mit Aufschieblingen,
die Sparren stehen sehr steil (eigentlich ist es ein Walm),
die Sparren sind wie üblich in den Deckenbalken verzapft.
Balken und Aufschieblinge enden auf der Außenmauer, es
gibt also keinen Überstand.

Wie baue ich da am geschicktesten einen Überstand an?

Danke, Grüße, Hajo



Hallo Hajo,



der Dachüberstand läuft über die Aufschieblinge...verlängern ist unelegant, erneuern teuer, tiefer setzen?...

Gruß...J.



Mal ein paar Ideen...



Hallo,

mal ein paar Ideen:

Aufschieblinge austauschen gegen längere ist aufwendig,
hat zudem den Nachteil, daß der Überstand sehr tief
kommt.

Neue Aufschieblinge auf die alten draufsetzen: Schon
besser. Die würde ich mit Konstruktionsschrauben in
die Sparren (oben) und in den Balkenkopf (unten)
durchschrauben. Aber auch so kommts noch recht tief.

Meine bisher favorisierte Idee: Neue Aufschieblinge mit
Abstand über die alten drübersetzen und dann unten mit
einem Kantholz am Balkenkopf abstützen. Das Kantholz geht
rechtwinklig vom Aufschiebling ab. Die Aufschieblinge
könnte ich aus Brettern machen, die 3 cm dick sind und
so breit sind wie die Sparren hoch, hier 14 cm. Diese
Bretter setze ich jeweils beidseitig an die Sparren
an und verschraube mit Gewindestange, Bulldoggen,
Scheiben, Muttern. Am unteren Ende verbinde ich die Bretter
mit dem Kantholz genauso. Das Kantholz hat
Sparrenquerschnitt und wird mit dem Balkenkopf verbunden
über ein Stück Windrispenband und Ankernägel.

Zur Belastung: Die Bretter stehen hochkant und werden
auf Biegung und Zug beansprucht. Sie sind belastbarer
als die alten Aufschieblinge, weil höher und größerer
Querschnitt. Zug im Holz ist kein
Problem, die Verbindung oben am Sparren muß aber halten.
Das Kantholz wird nur auf Druck belastet, die Verbindung
zum Balkenkopf hält eigentlich nichts, soll nur das
Abrutschen bei Sturm etc. verhindern. Schub in den
Deckenbalken ist unkritisch und wirkt dem Schub des
Sparrens entgegen. Wenn der Schwerpunkt der Aufschieblinge
etwa über der Mauer liegt, dann werden die Sparren
nicht auf Biegung beansprucht. Hab ich noch was vergessen?

Statt der Bretter könnte ich auch ein Kantholz nehmen,
nur muß die gesamte Last oben als Zug in den Sparren
geleitet werden und das wird schwierig, da trau ich den
Konstruktionsschrauben alleine nicht, das würde ich lieber
mit quer durchschrauben machen.

Eure Meinung?

Grüße, Hajo