Zwischensparrendämmung - Feuchtigkeit ?

06.05.2010



Hallo,

ich möchte mein Dach zwischen den Sparren mit Zellulose dämmen. Dabei habe ich folgenden Dachaufbau:

Ziegel
Konterlattung
Bitumenbahn
Holzschalung
Sparren (wird auf ca. 20cm aufgedoppelt)
Dampfbremse


Geplant ist, eine Wandheizung auf die Schrägen zu bauen. Über die Dampfbremse (also in den Innenraum hinnein) würde dann folgender Aufbau kommen:

OSB-Platten
Styroporplatten
Heizungsschlangen
Lattung (auf OSB-Platte)
Fermacell

Was ich als problematisch sehe, ist der Aufbau. Da die Konstruktion nach außen hin durch die Bitumenbahnen nicht diffusionsoffen ist bzw. keine Hinterlüftung besteht, wurde von Fachleuten eine Dampfbremsfolie zum Innenraum hin empfohlen. Und zwar ausdrücklich keine Sperre, damit die Feuchtigkeit auch wieder hinnaus kann. Nur, sehe ich Probleme, wenn darauf dann eine OSB-Platte mit Styropor darauf kommt.

Kann mir jemand sagen, ob diese Konstruktion Probleme bereiten könnte?





Guten Tag,

was ist denn Bestand? Fehlt da nicht die Dachlattung unter der Eindeckung? Gehe mal davon aus, daß Sie z.Zt. auf Ihre Sparren sehen können.
Zu dem Aufbau erst einmal nichts, wie sieht denn der Dachstuhl aus? Sie holen sich mit dem geplanten Aufbau aber ganz schön zusätzliche Lasten in den Dachstuhl, außerdem wird der Dachraum erheblich kleiner. Haben Sie einen Statiker eingeschaltet? Es gibt z.B. auch Lehmbauplatten mit integrierter Wandheizung als Trockenbauteil.
Mit freundlichem Gruß
Bernd Kibies



Wie Georg Böttcher



wäre es denn mnit diesem Aufbau?

Die Konstruktion ist hinterlüftet. Die oben liegende Weichholzfaserplatte glicht die Wärmebrücke des Balken aus und sorgt auch für einen sehr guten sommerlichen Wärmeschutz. Innelioegend haben wir Lehmbauplatten mit und ohne Wandheizung die dem ganze etwas Masse geben und eine positiven Einfluß auf das Raumklima haben.

Grüße



vielen Dank...



Hallo,

vielen Dank für die Antwort!

Ds Dach inkl. Dachstuhl kommt von Ende der 60er. Die Dachlattung unter der Eindeckung habe ich leider vergessen.

Da der Dachstuhl ja nicht sooo alt ist und gem. einem Zimmermann vom Holz auch noch gut ist, hatte ich mir bezügl. der Lasten noch keine Gedanken gemacht. Aus Kostengründen hatte ich eigentlich nicht geplant, einen Statiker hinzu zu ziehen.

An die Lehmplatten (bspw. von WEM) hatte ich auch schon gedacht. Im UG arbeiten wir auch mit Lehmputz. Möchten aber im OG gerne mit Fermacell arbeiten. Und finde ich es schöner, in den Räumen nicht Lehmplatten mit Fermacell zu vermischen. Ist denn eine Lehmplatte wesentlich leichter als mein genannter Aufbau?

Sollte ich mich zusätzlich aufgrund des Gewichts auch noch um die Statik kümmern?





Danke für das Bild :-)

Da das Dach nicht neu gedeckt wird und wir von innen auf die Sparren sowie die Rauspundverschalung gucken wüsste ich nicht, wie man das realisiert.



Dann



eventuell so.

Grüße





Ich würde nicht am falschen Ende sparen. Evtl. sind am Dachstuhl nur Verstärkungen in dan Anschlußbereichen notwendig. Der Dachstuhl mag in Ihren Augen nicht sehr alt sein, er wurde aber auch nicht für diese Ausbauarbeiten konstruiert.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Dachaufbau mit Hinterlüftungsebene



Hallo Fabian,

das sehe ich ähnlich. Mögliche wäre ein nachträglicher Ausbau des Daches mit Hinterlüftungsebene wie skizziert, jedoch ohne einen Statiker sollte man das Projekt nicht starten.

Hier muss nicht nur die Statik überprüft, sondern eben auch einmal der Aufbau hinsichtlich der Dämmung und eines möglichen Kondensatausfalls berechnet werden. Nur so wird auch klar, beispielsweise ob/welche Dampfbremse eingebaut werden soll.

Bei einer solchen Hinterlüftungsebene müssen die Anschlusspunkte an First und Traufe besonders sorgfältig ausgeführt werden, nicht zuletzt um Regen, Schnee und ungewollte Bewohner fernzuhalten.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



und nicht vergessen ...



dass der Ausbau eines bisher nicht als Wohnraum genutzten Dachraumes eine Nutzungsänderung darstellt und Genehmigungspflichtig ist.

Das ist kein Hexenwerk und dringend anzuraten, da dies versicherungsrechtlich, steuerrechtlich usw. relevant ist.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer





@Christoph Kornmayer
Stimmt, wer am Statiker spart, spart am Architekten allemal.
Grüße
Bernd Kibies



Puhh...



Das kommt dann ja ganz schön was zusammen.

Wenn ich eine Hinterlüftungsebene baue, muss diese ja noch zu dem darüber liegenden Dachboden hochgezogen werden, welcher auch schon über 70m2 Fläche und eine Höhe von über 3,5 m hat. Bezüglich der Statik des Daches: ist die Problematik dort allein die MDF-Platte sowie die Wandheizungsrohre? Oder macht es schon die Auflattung einschl. Isofloc?
Vorher waren an den Schrägen verputzte Strohmatten befestigt und darunter waren 4cm Glaswolle-Matten. Ist ja auch nicht ganz leicht…



"Wer spart der hat", sagt man.



@ Bernd Kibies,

ein jeder spart nach seiner Façon. Die Strafen (und ggf. Rückbaukosten) können hier jedoch höher ausfallen als das Honorar.

Bisher hatte ich bereits mehrere Aufträge eine nachträgliche Genehmigung einer solchen Maßnahme durchzuführen. Mit der Strafzahlung erfolgte an die Bauherren die Aufforderung zum Rückbau bzw. zur nachträglichen Genehmigung. Das Sparergebnis war also: Strafzahlung + Honorar der nachträglichen Genehmigung.

Spätestens bei einer Veräußerung kommt das meist ans Licht, auch nach Jahren.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Das OG war vorher bereits ausgebaut und wurde schon 40 Jahre als Wohnung genutzt und auch beim Bauamt eingetragen. Insofern gibt’s von der Seite aus keine Probleme.



So gehts ohne Hinterlüftung



Klingt merkwürdig, aber wenn man die Spreizung einer feuchtevariablen Dampfbremse, z.B. ProClima Intello oder einer Isover Vario KM sieht (sd-Wert ca. 0,25 im Sommer, 10 m im Winter), wird klar, wieso das funktioniert. Im Winter macht sie zu, im Sommer auf.

Also: Sparren aufdoppeln, Dampfbremse innen sauber anbringen, Traglattung im Abstand von max. 40 cm, dann isofloc einblasen. Mehrgewicht bis hier ca. 8-10 kg/m² Dachfläche bei ca. 20 cm Dämmstärke. Wenn es Abseiten geben soll, die auch verfüllen.

Dann, um Lasten zu sparen, mit 1 Lage GK verkleiden und herkömmliche Heizkörper aufstellen. Wandheizungen bringen Lasten rein, verwirren die feuchtevariable Dampfbremse und machen vor allem Sinn, wenn man ein absolutes Niedertemperatursystem hat oder schlecht gedämmte Wände und viel Holz vor der Tür. Wenn Sie aber eine gute Dämmung und normale 55 bis 60 Grad Vorlauf haben, brauchen Sie nicht mehr viel Heizfläche.

Tut mir leid, die Wandheizung will ich nicht madig machen, aber dann müßten Sie viel tiefer in die Tasche greifen. Dann wirklich Hinterlüftungsebene auf der Dämmung, Sparren verstärken, Dampfsperre statt feuchtevariabler Dampfbremse innen, OSB-Platten etc.

Dampfbremse und Einblasdämmung machen wir gerne, lassen Sie sich ein Angebot machen, wir brauchen dazu noch ein paar Fotos, Grundriß und Schnittzeichnung.



Gerade das Dachgeschoß ist ideal



für die Beheizung mit Wandheizung, da sich gerade in hohen Räumen die Wärme von opben nach unten gleichmäßig verteilt (Strahlungswärme). Auch das Gewicht des Lehmputzes 1500 kg /m³ ist für die Leichtbaukonstruktion ideal.

Grüße



Alternative



Sparren aufdoppeln mit Steico joist Träger,
Windbruch,
Unterkonstruktion,
Stauss Fassadengewebe,
Heizschleifen für Flächenheizung
verputzen mit Kalk etc.
Ausblasen mit Thermo-Fill S

Grüsse Thomas