Dämmung einer alten Decke

10.02.2009



Hallo, ich habe mich soeben hier angemeldet, da ich einige Fragen zum dämmen habe und hier schon einiges darüber gelesen habe.

Aufgrund der steigenden Energiekosten habe ich mich entschlossen die Decke zum Dachboden unseres alten Bauernauses zu dämmen. Das Dach darüber ist nicht gedämmt und gut durchlüftet. Die Decke besteht aus Holzbalken (ca.20-25cm dick) und ist wie folgt von unten nach oben aufgebaut: Gipskartonplatte, Lehm-Stroh-Schilf-Gemisch an Brettern befestigt (ca. 10-15cm dick), ca.8cm Luft, dann Latten mit Spanplatten drauf.
Mein Gedanke ist der, den leeren Raum mit Steinwolle zu füllen.
Bisher hatten ich kein Problem mit Feuchtigkeit, aber jetzt habe ich gelesen, dass sich in der Steinwolle Feichtigleit sammeln kann. Durch die Spanplatten wird die Steinwolle zusätzlich nicht mehr durchlüftet.
So, nun meine Fragen:
Sollte ich eine Dampfsperre anbringen, und wenn ja kann ich diese zwischen die Balken auf das Lehmgemisch legen und die Steinwolle darauf.
Oder würde es genügen, wenn ich zwischen Steinwolle und Spanplatte einen ca 2cm dicken Luftspalt lasse, indem ich die Zwischenräume der Latten (22mm stark) frei lasse?
Für Hilfe wär ich sehr dankbar?



Zellstoff



Warum Steinwolle? Zellstoff (aus Altpapier; Isofloc) lässt sich dort leicht einblasen.

Ist (soweit ich weiss) billiger und kann Feuchte auch wieder abgeben.

Falls der Fussboden nach oben nicht dampfdicht ist, braucht es unten keine Dampfsperre. Ansonsten kann man ja auch Luftlöcher bohren. Oder die Spanplatten neu Verlegen mit Spalten, das geht auch.

stt



Spanplatten haben mit Sicherheit ...



einen zu hohen sd-Wert. Die Hinterlüftungvariante - 22mm Dicke der Lattenkonstruktion taugt nicht. Steinwolle darf bis zu 15mm über seine Nenndicke aufgehen und ist immer noch nach DIN. Selbst wenn die 22mm eingehalten werden ist das keine Hinterlüftungsebene mehr.

Auch ich würde einen organischen Dämmstoff vorziehen. Aufgrund der nach oben dichten Platten könnte Zellulose eine Möglichkeit sein - allerdings ist die Arbeitshöhe nicht gerade berauschend. Das sollte jemand vor Ort prüfen. Ob eine Perforation der Spanplatten für genügend Hinterlüftung und ausreichender Stabilität noch sorgen kann bleibt jedoch fraglich.

Könnte man nicht gänzlich auf diese Spanplatten verzichten? Ein Dämmung aus Hanf oder Flachs und anschließend Rauhspund würde sich anbieten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dem schliesse ich mich an



Richtig. Warum eigentlich die Spanplatten nicht rausnehmen und durch Holz ersetzen?

Guter Gedanke

stt



Eine



Dampfsperre ist dort wohl kaum realisierbar, da diese wirklich dicht sein muss. Selbst kleine Löcher haben fatale Folgen. Die Frage ist, wie das Dachgeschoss genutzt wird. Einen diffusionsoffenen Dämmstoff einsetzen und die Spanplatten durch eine zusätzliche Lattung anheben, um wieder eine Belüftung zu erreichen.
Mfg
dasMaurer



Danke



Erstmal Danke für die Ratschläge.
Nun zu den offenen Fragen. Der Boden wird lediglich als Abstellraum genutzt. Somit würden Löcher in den Platten nicht weiter stören. Auf das einblasen muss ich verzichten, da der Hohlraum mit Spreu und Rattenkot gefüllt ist, der sich in den letzten 100? Jahren angesammelt hat. Das Zeug möchte ich lieber entfernen.
Nun tun sich für mich ein paar neue Fragen auf.
1. Wenn ich wie empfohlen einen diffusionsoffenen Dämmstoff nutze und mit Holz anstatt Spanplatten abdecke, brauche ich dann trotzdem eine Hintelüftung zwischen Dämmstoff und Holz? Oder kann Wasserdampf durch Holz diffundieren?
2.Ich spreche die ganze Zeit von Spanplatten, meinte aber OSB-Platten, ist der Unterschied sehr groß?



Der Unterschied zwischen OSB- und Spanplatten ....



... ist nicht sehr groß. Wenn Du Rauhspund verwendest würde ich keine Hinterlüftung lassen, sondern die organische Dämmung bis zur Unterkante des Rauhspundes einbringen.

Grüße

Frank



nein ja



Wenn ich wie empfohlen einen diffusionsoffenen Dämmstoff nutze und mit Holz anstatt Spanplatten abdecke, brauche ich dann trotzdem eine Hintelüftung zwischen Dämmstoff und Holz? NEIN

Oder kann Wasserdampf durch Holz diffundieren? JA

stt



OK



Vielen Dank,
,dann werde ich die Dämmung entsprechend den Vorschlägen anbringen.
Gruß Max



Nachfrage



@Frank,
ich möchte hier gerne noch mal nachhaken.

Hintergrund:
Ich habe meine Holzbalkengeschossdecke inklucive Unterstakenraum zum unbeheizten Dachboden mit Isofloc ausblasen lassen. In der nahen Zukunft soll da die Begehbarkeit wieder hergestellt werden mit Rauspund.
Bisher hatte ich hier irgendwo die Empfehlung gelesen: 2-3 mm Luft zwischen Dämmung und Belag und etwas Luft zwischen den "Brettern" zur Ablüftung von eventueller Feuchtigkeit.

Frage:
Bringt der direkte Kontakt von Isofloc und dem Rauhspund eine bessere Abführung von eventueller Feuchtigkeit und kann ich dann sogar auf die Spalten im Belag verzichten, also Rauhspund mit Nut und Feder verwenden?

Gruß, Kalle.



Direkter Kontakt von Dämmung zu Rauhspund...



... ich habe jetzt keine Belegstellen dafür, aber ich bin tatsächlich der Meinung, dass der Feuchtetransport im direkten Kontakt besser stattfindet als mit einer Luftrennschicht. Die Fugen zwischen den Brettern mögen zu einer rascheren Auslüftung beitragen. Aber Holz ist auch in der Nut- und Federverbindung sorptiv genug, um die von unten kommende Feuchtigkeit nach oben zu bringen.

Grüße

Frank



Kapillarwirkung



... was wahrscheinlich am kapillaren Transport liegt. Der ist effektiver als die Diffusion durch die Luftschicht - die also als zusätzlicher, unnötiger Widerstand funktioniert.

stt



Wieder was gelernt



Danke für die schnelle Antwort.
Auch ohne Beweise klingt es für mich logisch genug, um die Ausführung des Belages also im direkten Kontakt zu machen. Gefällt mir auch besser, dass ich Nut und Feder nehmen kann, so dass bei geringen Mengen Feuchtigkeit, die durch das Dach eindringen könnten, nicht in jedem Fall die Dämmung mit feucht wird.

Beste Grüße,
Kalle.