Fertighaussanierung

22.02.2013



Guten Abend,

da wir demnächst das 1980 erbaute Fertighaus, (Quelle der Fa.Euro-Fertigbau Josef Schuh ,Bliesen/Saar),sanieren möchten..frage ich mich nun ob dieses überhaupt noch sinnvoll ist.

Zumal ich in diesem Forum auf die Schadstoffe dieser Jahrgänge aufmerksam geworden bin.

Die Innenwände scheinen in Ordnung zu sein:

Aufbau: aussteifend,Geschoßhohe Großwandelemente in Holzverbundkonstruktion,

-18mm Gibskartonplatte
-50mm Holzrahmen
-18mm Gibskartonplatte,

tragende Wände genauso ausser 90mm Holzrahmen.

Nun zu den Aussenwänden von außen nach innen:
Geschoßhohe Großtafelelemente in Holzverbundkonstruktion,
160mm stark,

-1,5mm Kunstharzputz(fugenlos)
-13,0mm Spanplatte V 100
-20,0mm Hinterlüftung
-13,0mm Spanplatte V 100
-90,0mm Holzrahmen
-90,0mm Mineralfaserdämmstoff
-13,0mm Spanplatte V 20 :-(..also Formaldehydverseucht
- 9,5mm Gibskartonplatte

Fußbodenaufbau:

-Bitumenpappe
-25mm Perlitte-Schüttung
-10mm Mineralfasermatte
-25mm Gußasphalt
Bodenbelag Fliesen

Decke über EG:
-25mm Trockenestrichplatten
-12,5mm Gibskartonplatte
-Dampfsperre aus PVC Folie
-35mm Holzrostunterkonstruktion
-80mm Mineralfaserdämmstoff

Satteldach 37°
-Gang-Nail-Binderkonstruktion oder vorgefertigte Dachdeckenelemente nach statischer Berechnung.

Beim Flachdach wären es Gang-Nail-Parallelbinder,19mmSpanplatte V 100
PVC Dachhaut,fugenlos verschweißt und 30mm Kiesschüttung gewesen...habe da noch nicht weiter geschaut,was das sein soll,Gang-Nail..z.B..

Türen und Fenster(Isolierverglasung) sind aus Naturholz.

Dacheindeckung Frankfurter Pfanne,achja und vollunterkellert.

Das Haus hat ca. 237 m2 Wohnfläche (ohne Keller einbezogen) und das Grundstück 740 m2 mit einem Verkehrswert von ca. 130.000 Eur.

Meine Frage wäre nun,ob sich das wegen der Schadstoffbelastung lohnt zu sanieren,oder vorab erst einmal einen Baubiologen hinzuziehen der Schadstoffmessungen durchführt?

Die Sanierungskosten sollten 60.000 Eur nicht übersteigen..

Ich freue mich über ein paar Tips oder Ratschläge :-)

Beste Grüße

Chris




-12,5mm Gibskartonplatte



ich nochmal



habe ganz vergessen zu erwähnen,dass weder die Bewohner(wir)noch Besucher einen Muffelgeruch wahrnehmen und der Keller bis jetzt immer trocken war/ist.


Viele Grüße

Chris



Wie sähe denn...



... die Alternative aus? Für 60.000 ist wohl Abriss, Entsorgung und Neubau nicht zu haben...

Was für Sanierungsideen/-wünsche bestehen denn sonst noch?

Einen Vorabtest auf Formaldehydbelastung der Raumluft kann man übrigens auch für eher schmales Geld selbst durchführen (z.B. Dräger BioCheck F, 25,- bis 30,- Euro). Hierbei wird aber ggfs. die Quelle nicht gefunden.

MfG,
sh



Hallo,



wir haben 1999 schonmal angebaut und ehrlich gesagt möchte ich nicht nochmal einen Kredit Baukredit für dieses Haus aufnehmen.
Die 60.000 Euro wären dann Eigenkapital und ich persönlich würde am liebsten das Grundstück für den Verkehrwert verkaufen und dann mit Finanzierung ein Niedrigenergiehaus
bauen.

Weil auch noch eine Resthypothek auf dem Grundstück besteht,müsste die ertmal getilgt werden.
Gebaut wurde das Haus von meinen Eltern und mein Vater, (meine Mutter ist mittlerweile leider verstorben)möchte weder das Haus abreissen,noch wegziehen.

Würden ich und meine Familie wegziehen,könnte mein Vater das Haus aber nicht mehr alleine halten,aufgrund der hohen Energiekosten.

Ich muss dazu sagen,das meine beiden Söhne an Asthma,bzw. anderweitige Allergien erkrankt sind und mein Mann Dauerschnupfen hat.
Meine Tochter und ich ständig Kopfschmerzen +Übelkeit,teilweise mit Sehstörungen und meine Vater Asthma + Hautausschläge,die mittlerweile immer häufiger auftreten.

Ich habe nie das Haus damit in Verbindung gebracht,aber nach allem was ich bis jetzt in diesem klasse! Forum so gelesen habe,könnte vielleicht das ja auch die Ursache sein.

Bin ich mal 2 Wochen nicht im Haus(Urlaub),habe ich keine Beschwerden und einer meiner Kinder studiert in einer anderen Stadt und braucht dort nichtmal sein Asthmaspray,das gibt mir schon zu denken:-(

Viele Grüße

Chris
Die Ärzte haben eine Hausstauballergie als Ursache angeben.



Hausstauballergie ...



... finde ich als Erklärung bei den beschriebenen Symptomen schon etwas fahrlässig. Bzw. dann zutreffend, wenn analysiert würde, was sich in Ihrem Hausstaub so alles befindet.

Generell kann in einem 1980er Fertighaus noch der ganze bauchemische Cocktail Verwendung gefunden haben, der frühestens Ende der 70er Jahre, meistens aber erst in den späten 80ern oder den frühen 90ern geächtet worden ist:

- Formaldehyd, PCB, PCP, PAK, Asbest, KMF (künstliche Mineralfasern), VOC (flüchtige organische Verbindungen) und Abbauprodukte dieser ganzen Verbindungen, auch durch eventuelle Schimmelpilzkulturen, z.B. Chloranisole.

Ich würde an Ihrer Stelle Hausstaub, Luft und auch Materialproben umfangreich durch ein Fachlabor analysieren lassen, bevor Sie sich über eine Sanierung den Kopf zerbrechen.

Die Wand-, Boden und Deckenaufbauten müssen auch auf ihre bauphysiklaische Eignung hin geprüft werden um dauerhaft Kondensatausfall und Schimmelentstehung in der Dämmung zu vermeiden.

Der Wandaufbau ist nicht optimal, da an der kalten Innenseite der äußeren Spanplatte (vor der "Lüftungsebene") genau das passieren kann. Auch die Flachdachkonstruktion ist prädestiniert dafür. Dampfbrermsen oder Dampfsperren, meistens Baufolien, wenn überhaupt verwendet, sind oft bereits schadhaft eingebaut worden, mittlerweile aber mindestens verrottet und funktionslos geworden.

Den sog. "Gussasphalt" unter den Fliesen würde ich mit großer Skepsis betrachten: das kann auch ein PAK-emittierender Schwarzteerkleber sein.



Hallo Chris



Hallo Chris

Als erstes solltest Du einen Baubiologen mit einer Raumluftanalyse beauftragen, die Ifau www.ifau.org
beschäftigt sich seit jahren mit dem Thema ältere Fertighäuser.

Wenn der Bericht vorliegt kannst Du das Thema Sanierung konkret angehen.

Formaldehyd, PCP, Lindan gehörten damals zu den gängingen Holzschutzmitteln und können die von Dir beschriebenen gesundheitlichen Einschränkungen verursachen.

Hast Du die Möglichkeit mal eine Schaltereinheit der Innenseite-Aussenwand zu demontieren so das man an die Glas-/Steinwolle kommt? Hier können sich die Schadstoffe festsetzen. Hier wäre ggf. auch der immer wieder beschriebene muffige Geruch zu finden und wenn die Wolle sehr dunkel bis schwarz eingefärbt ist, kann man mit einer Belastung rechnen.

Darf ich fragen wo das Haus steht?



Hallo Herr Pickartz und Hallo Rudi,



das hört sich ja nicht so toll an,ich werde mich auf jeden Fall am Montag beim Ifau www.ifau.org ,melden und einen Termin vereinbaren (vielen Dank Rudi!).

Ich habe vergessen zu erwähnen,das unser Haus das Satteldach hat und wegem dem Gussasphalt hoffe ich mal das nicht PAK-emittierender Schwarzteerkleber ist,ich mag schon nicht mehr googln was dieser für Schadstoffe enthalten könnte :-(
Wie weit(falls die Schadstoffe vorhanden sind) würde denn der Keller in Mitleidenschaft gezogen?

Aus der Aussenwand können mit Sicherheit auch Proben entommen werden,weil dort der Putz an der Wetterseite/Abschlusskante Keller zu bröckeln beginnt und die darunter befindliche Spanplatte sich auflöst.

Rudi,

das Haus steht in Warendorf und gleich morgen früh werde ich mal schauen wegen der Glaswolle.

Jetzt bin ich ein Stück weiter und hoffe auf einen baldigen Termin beim IfaU.

Vielen Dank und Gruß,

Chris



Neues?



Gibt es schon neue Erkentnisse?