Lehm, Hobelspäne ,unverputzte Wand wie kommen die zusammen?

29.10.2008


Hallo zusammen,
Ich habe noch einiges an reinem Lehmpulver übrig, meine Hobelmaschine produziert dauernd Berge von wunderschönen Hobelspänen, die eigentlich zu schade zum verbrennen sind.

Dazu habe ich auch noch eine Wand, die ich Verputzen will und der ein bisschen Wärmedämmung auch nicht Schaden würde(11er Wand zum unbeheizten Keller hin, auf der kalten Seite zu verputzen).

Jetzt packt mich die Experimentierlust und ich würde mir gerne einen leichten Lehmputz mischen.

Wer hat Erfahrung mit sowas und kann mir Tips geben? Welches Verhältnis? Sollte auch Sägemehl mit rein? Brauche ich auch Sand dabei?
Wer weiss was und teilt seine Erfahrungen mit mir, damit mein Versuch und Irrtum Verfahren nicht allzuviel Irrtum zur Folge haben möge.
schöne Grüsse,
Marcus



Sägemehl +Hobelspäne sind hervorragende Zuschlags-



Stoffe für leichte Lehmputze.Machen Sie mal eine Mischprobe wie folgt: 2 RT Lehmpulver, 2 RT Sägemehl, 1 RT Hobelspäne
RT= Raumteile=Volumenanteile.
Wichtig: vor der Putzverarbeitung muß die Lehmputzmischung sehr gut umgerührt werden. Der Putz braucht eine Mauk/Aufquellzeit von ca 2-4 Minuten, da die Holzanteile stark Wasser aufnehmen.
Viel Erfolg !



Abenteuerliches


Bauschaden: Ziegelwand hinter Fachwerkwand

Nicht etwa, dass die Materialien miteinander untypisch sind, aber als Verputzmasse mit Hobelspänen, na ich weiß nicht.
Schinderei ist vorbrogrammiert!
Wenn Sie sagen würden, dass Sie diese Masse als Hintefüllmasse für Leichlehmsteinvormauerung benutzen würden, würden wir hier zustimmig werden. Trotzdem besteht die riesige Gefahr der Schimmel-, wenn nicht gar der Fäulnisbildung.
Dazu kommen extrem lange Trocknungszeiten, die Sie bestenfalls mit energetischer Trocknungsunterstützung kompensieren sollten (Warmluftgebläse).

Trotzdem ist eine Zusammenstellung von Lehmpulver (fertige Lehmunterputzmischung als Grundlage besser) mit Hobelspänen und Sägemehlen denkbar, aber hier fehlt unbedingt noch der Sandanteil.
Wir hatten schon einmal eine Baustelle, wo ein Bauherr derartige Experimentlösungen vorgenommen hatte und im darauf folgenden Frühjahr war bereits der Schwamm entstanden.

Grüße

Udo



Sägemehl im Lehmputz ist nichts abenteuerliches!



Feine Hobelspäne im Lehmputz sind auch nix abenteuerliches. Damit haben wir jahrelange positive Erfahrungen. Daß ein
"bekloppter Bauherr" damit dicke Hinterfüllungen macht, die zu Schimmelbldung etc. führen ist doch kein Grund, die Anwendung als Lehmputze zu verteufeln!



@ Klaus Sch.



Das stellten wir ja so auch nicht in Frage, dass da mit Sägemehl einiges zu machen ist, aber hier oben bei der Farge ging es ja in erster Linie um Hobelspäne in massiger Art.

Wichtig ist ja, dass man mit selbst gemischten Putzen und hohem organischen Zuschlägen eher vorsichtig umgehen sollte.
Gute Fachbetreuung ist da ebenfalls sehr wichtig.

Gruß
Udo



Kenne ich auch...



ich könnte auch von meiner Nachbarin (Tischlerei) Späne in Mengen bekommen, und eine Weile habe ich auch damit gespielt, sie in Lehmwänden zu verarbeiten.

Nachdem ich aber in einem Lehmbaukurs mal tatsächlich damit gearbeitet habe, habe ich die Finger davon gelassen.

Die Späne haben keine Hohlräume, d.h. der Dämmfaktor ist sehr bescheiden. Es wird immer ein ziemlich dichter Baustoff. Und die Trocknungsprobleme sind groß!

Und gerade an einer Kellerwand sehe ich auch das Problem, dass die Wand ständig leicht feucht sein wird. Viel Spaß damit!



Hat eine Weile gedauert,...



...aber ich wollte schon noch danke sagen für die Antworten.
Was das Schimmel- und Fäulnisproblem angeht denke ich, es geht ja vor allem darum, dass die bei anmischen hineingebrachte Feuchtigkeit zügig heraustrocknet. Dann sollte der Lehm das Holz ja eher trocken halten als feucht, von wegen der geringen Gleichgewichtsfeuchte. Vorausgesetzt er wird nicht durch irgendeine Feuchtigkeitsquelle feucht gehalten.
Ich habe kleine Probemischungen an die Wand geschmiert und die sind sehr gut abgetrocknet. die Wand wird dauernd durch zwei gegenüberliegende Türen quer gelüftet.
Am besten gefällt mir die Mischung zwei Teile Späne, zwei Teile Lehmpulver ganz ohne Sägemehl. Lässt sich am besten mit der bloßen Hand aufbringen, mit der Kelle eher nicht. Es bilden sich dann durch die groben Späne kleine Hohlräume ähnlich wie bei einer Sauerkrautplatte. Für eine geschlossene Oberfläche müsste dann allerdings schon noch ein Sandputz drauf.
schöne Grüsse,
Marcus




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