Spachtel, Extenderschleifer, Bleibelastungen

02.09.2015 Fächermann



Hallo,

ich bin gerade dabei, alte Türrahmen abzuschleifen. Nach einigen Versuchen gelingt es mir gut mit einem Extenderschleifer und einem elektrischen Spachtel, allerdings fängt die Farbe beim Spachtel an zu schmelzen, was mich hat nachdenklich werden lassen. Im Internet habe ich gelesen, dass viele alte Bauteile mit Bleiweiß lackiert worden. Woran kann ich als Laie erkennen, ob Blei in den Farben enthalten ist oder nicht. Gegen Feinstaub habe ich eine Staubmaske, nur Bleibelastungen hält die nicht auf ...

Vielen Dank
MSH-Fächer





eine einfache Methode Bleiweiß nachzweisen gibt es nicht.

die Altvorderen haben das so gemacht wie auf dem Bild.
Ich denke nicht, dass das heute noch empfehlenswert ist.

Man würde das sicher unter einem Abzug machen, der Umgang mit dem genannten Lötrohr ist nicht so einfach und alle weiteren Inhaltsstoffe der Farbe können auch stören.

nun wüsste ich auch nicht, wieso das Schmelzen der Farbe mit dem Elektrospachtel (??) einen Hinweis auf Blei geben sollte. Ich denke, dass der Schleifstaub ein viel größeres Problem ist.
Das Bleiweiß wird ja nicht beim Bearbeiten plötzlich gasförmig, sondern man atmet den Staub ein.

Nun ist Bleiweiß schon sehr lange als giftig bekannt und wurde bis zum Verbot vorwiegend in Außenanstrichen verwendet, weil es sehr gute holzschützende Eigenschaften hat.

Wenn man aber dennoch ernsthafte Befürchtungen hat, muss man mit einer Probe in ein modernes Labor für Umweltgifte gehen.
Dann stellt sich aber auch die Frage, wie man in den Räumen den ganzen Schleifstaub wieder los wird, den man nicht eingeatmet hat!

Zynischer Weise ist der Nachweis einer bereits erfolgten Bleivergiftung beim Menschen recht einfach.


Gruß

GE





Vielen Dank für deine Antwort.

Also "Elektrospachtel" ist kein anerkannter Begriff. Es gibt für solche Multitoolgeräte Spachtelaufsätze - sowas ist das. Damit kann ich die Farbe gut abkratzen, danach schleife ich mit der Extendermaschine drüber.

Es wird tatsächlich extrem viel Staub freigesetzt. Kann der denn später auch noch schädlich sein, also wenn er sich im Wohnraum gesetzt hat? Wir haben erst die Räume mit Lehmunterputz verputzt, später soll der Feinputz drauf - in der Zwischenzeit will ich alles abschleifen, dann alles nochmal sauber machen und dann kann der Feinputz kommen.
Im letzten Jahr hat sich auch viel Staub gebildet, weil wir überall den Zementputz abgemacht haben. Verhindern lässt sich der Staub leider nicht.



Lack entfernen ohne Wärme und andere Schadstoffe



Hallo.
Es gibt eine einfache aber meiner Meinung sehr effektive Möglichkeit den alten Lack ohne giftige Dämpfer und relativ staubfrei zu entfernen: die Zieklinge.
Es erfordert ein wenig Übung, aber die Farbe wird so in relativ großen Stücken entfernt. Es gibt spezielle Zieklinge oder man nimmt ein gut geschärftes Hobelmesser.
Damit zieht man die Farbe in Holzrichung ab. Das Messer wird dabei sozusagen falsch herum gehalten. Natürlich muss man etwas aufpassen nicht ins Holz abzurutschen. Für schmale Stellen kann man auch ein Stecheisen verwenden.
Wenn der Lack runter ist wird erst mit etwas gröberen Schleifpapier und dann mit feinem Papier geschliffen. Nur in Holzrichtung. Lieber nicht mit dem Excenterschleifer. Wenn man damit arbeitet kann man bei genauem Hinsehen runde "Schleifer" im Holz erkennen, die sich schwer wieder raus Schleifen lassen.
Bei dieser Methode brauchst Du dir -glaube ich- kaum Gedanken um Blei machen.

MFG MarieNF



Farbschichten entfernen



Wir haben im vergangenen Jahr saniert und bis zu 4 Farbschichten von Türrahmen und auch Innentreppen entfernt. Wir haben so ziemlich alle Schleifgeräte aus dem Baumarkt ausprobiert und bekamen dann einen Heißluftföhn in die Hand. Mit Heißluftföhn und Spachtel geht die alte Farbe super ab. Die Dämpfe, die frei werden sind aber sicher nicht gesund. Wir hatten immer alle Fenster auf.





@ MSH-Fächer:
Elektrospachtel kenne ich! Die einzigen Schmelzvorgänge, die damit hinbekommen habe, betrafen die Geräte selbst, und ich habe einige verschlissen.

mein Anliegen war festzuhalten, dass bei begründetem Verdacht, man könne einem Gift ausgesetzt sein, gar keine Schutz Maßnahme sicher ist, solange man nicht weiß, was das für ein Gift ist!

Das Fenster auf zu machen hilft auch nicht.
Woher soll das Gift wissen, dass es aus dem Fenster fliegen soll, bevor Du es einatmest. Und woher soll Dein Baumarkt Feinstaubfilter wissen, dass es sich um einen Feinstaub handelt und nicht etwa um ein gasförmiges Gift.
Wenn man ernsthafte Sorgen hat, muss man die Sache ernsthaft klären(vorher).





Ich arbeite seit letzter Woche mit einem Heißluftfön. Damit bekomme ich das Weiß gut ab, allerdings ist darunter noch eine extrem klebrige Schicht, die meine schleifpads sofort dicht macht, und darunter ist nochmal was dunkelrotes, was wie Wachs wirkt. Mit dem Fön mache ich das WEiß ab, danach in einem zweiten Durchgang zu großen Teilen die klebrige Substanz und dann gehts mit Extenderschleifer drüber. Funktioniert prima! Habe mir eine Atemmaske geholt zwecks Staub- und Dämpfebildung.

Mal eine andere Frage. Die Fußböden sind auch ziemlich mit Farbe eingesaut. In den vernachlässigsten Zimmern ist es altes Ochsenblut. In den größeren genutzten Zimmern ist es ein Lack. Hatte aus Experimentierfreude mal versucht, mit dem Heißluftgerät das Ochsenblut abzubekommen, aber das gelang mir kurioser Weise nicht. Woran kann das liegen? War das Ochsenblut was anderes als das Weiß?

Gibt es Möglichkeiten, die Fußböden von der Farbe zu befreien, ohne große Walzmaschine zu arbeiten? Ich hatte so ein Gerät noch nicht in der Hand und will keine Dellen in die Böden schleifen. Daher suche ich nach Methoden, die evtl. länger dauern, dafür aber sicherer sind. Abbeizen eventuell?





Mit Ochsenblut hatte ich zum Glück noch nicht zu tun, aber wie man es entfernen kann, wurde hier im Forum mal behandelt: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/ochsenblut-entfernen-227735.html Viel Glück auf jeden Fall!