Souterrainräume sanieren

14.11.2016



Meine Eltern nützen seit 1987 Souterrainräume (etwa zu zwei Dritteln der Raumhöhe unter Bodenniveau) als Büro. Die tragenden Wände sind das hier übliche 60 cm starke (viersteinige, österreichisches Normformat um 1910) Vollziegelmauerwerk, eine Vertikalabdichtung gegen das anstehende Erdreich gibt es meines Wissens nicht. Vor den Fenstern befinden sich breite gemauerte Lichtschächte, dort reicht das Erdreich nur bis ca. 40 cm über Fußbodenoberkante.

Der Großteil der Außenwände wurde 1986/87 mit vorgesetztem Ständerwerk modernisiert. Der Aufbau ist meines Wissens: Erdreich bzw. oberhalb Pinselputz - Vollziegelmauerwerk - Lehm- oder Kalkputz - Metallständerwerk mit Glaswolle - Dampfsperre (mit unzähligen Löchern, teils durch die Hitze von Halogen-Einbauspots, teils durch Verarbeitungsfehler) - Gipskarton - Holztäfelung dicht anliegend und in die Ständer geschraubt bis etwa 150 cm Höhe um die Räume wohnlicher wirken zu lassen.

Aufgrund von Installationsarbeiten durch die Hausverwaltung (Austausch der Blei-Kaltwassersteigleitung) muss nun in einem Raum dieser Aufbau geöffnet werden und ich möchte eigentlich die Gelegenheit nützen, ihn durch einen sinnvolleren zu ersetzen. Er sollte möglichst der Aufbaustärke im Bestand entsprechen (ca. 8 cm ohne Holzverschalung) und mir schwebt ein massiver Aufbau vor, etwa mit Multiporplatten. Allerdings ergibt sich dann die Frage, wie die Holzverkleidung wieder montiert wird. Betroffen ist eine etwa 4 m breite Wand mit zwei Fenstern, die Laibungen sind soweit ich weiß derzeit ungedämmt.

Welcher Aufbau wäre hier sinnvoll?

Mein Vater macht sich auch Sorgen um Luftschall-Übertragung in die darüberliegende Wohnung (schlechte Erfahrungen aus der eigenen Wohnung, in der man trotz Ziegelmauer die Gespräche der Nachbarn im angrenzenden Haus mithören kann, in einem Büro mit vertraulichen Gesprächen untragbar).

Und wie könnte man folgendes Detail lösen: im betroffenen Raum befindet sich die Wasser-Absperrung für die Küche hinter einem lose eingesetzten Stück Täfelung. Dort kondensiert fürchterlich Luftfeuchtigkeit an Rohren und Armatur. Lässt sich das irgendwie verbessern?

Verschärfend kommt dazu, dass die Hausverwaltung meine Eltern erst Mitte letzter Woche benachrichtigt hat und die Arbeiten morgen beginnen.

Vielen Dank für alle Vorschläge! Skizzen usw. kann ich auf Wunsch jederzeit nachreichen!



Ja Ja mal wieder



es brennt! So "bressant" kann die Baustelle nicht sein.
Da solche Arbeiten lange vorher von der Hausverwaltung angekündigt werden.

So nun zum Thema:
Was haben wir für eine Decke?
Holzbalken oder Betondecke?

Schnelllösungen gibt es nicht, produziert nur schlechtes Klima



Scherzkeks



der Anruf der Hausverwaltung kam tatsächlich erst letzte Woche!
Natürlich können meine Eltern verhandeln und bremsen, aber wie viel Verhandlungsspielraum da ist weiß ich nicht. Die HV würde vermutlich die vorhandene Lösung wieder herstellen und aus.

Die Decke ist eine Beton-Rippendecke mit Rohrstabmatten bekleidet und verputzt, darunter eine abgehängte und gedämmte Gipskartondecke, damals schon ausschließlich als Schallschutzmaßnahme geplant.



Heimwerkerforum ?



Nix Scherzkeks.....Sei es wie es will, wo liegt das Problem?
Solche Maßnahmen sind nicht von jetzt auf nachher auch nicht von einer HV.
Wichtiger aber, was erwartest du vom Forum ?
Beratung? Das gibts beim Planer mit Gewährleistung



Heimwerkerforum ?



Nix Scherzkeks.....Sei es wie es will, wo liegt das Problem?
Solche Maßnahmen sind nicht von jetzt auf nachher auch nicht von einer HV.
Wichtiger aber, was erwartest du vom Forum ?
Beratung? Das gibts beim Planer mit Gewährleistung



Tut



mir leid wenn ich etwas heftig reagiert habe, aber was genau soll man in gemieteten Räumen tun wenn der Vermieter via Hausverwaltung Bauarbeiten sehr plötzlich ankündigt? Aktueller Stand ist dennoch, dass meine Eltern einen Aufschub erwirken wollen, bis von der Hausverwaltung geeignete Ersatzräume zur Verfügung gestellt werden.

Aber ich muss sagen ich hätte mir nach meinen bisherigen Erfahrungen im Forum mehr Hilfestellung erhofft als den Verweis auf einen Fachplaner! Natürlich ist das Thema komplex, aber ich möchte mich zumindest vorher informieren, um mit einem etwaigen Fachplaner auf Augenhöhe diskutieren und seine Vorschläge bewerten zu können!

Soweit bin ich ein gebranntes Kind (ich empfehle die Suche nach meinen Beiträgen zum Thema Heizung, geplant von einem Fachplaner und ausgeführt von einem großen Fachunternehmen).



EPS-Granulat ?



Ein möglicher Aufbau:

Bestehendes Ständerwerk mit OSB statt der empfindlichen Dampfsperre beplanken, davor die Holztäfelung. Dämmschüttung mit EPS-Granulat (Isofloc Pearl / H2Wall, Rigibead oder ähnlich).

Die Halogenspots durch kühlere LEDs ersetzen, und wenn möglich in der Decke statt in der Wand anbringen.

Von Zellulose oder anderen organischen Dämmstoffen würde ich wegen der potentiellen Feuchtigkeit absehen.

Sicherheitshalber würde ich einen Luftentfeuchter aufstellen.



Keller-Innendämmungen



Bei Kellern gibt's 2 Dämmvarianten:
1. diffusionsoffene, kapillaraktive Dämmung, zB Mineralschaum-/Kalziumsilikatplatten, damit evt Wandfeuchtigkeit durch die Dämmung abgegeben werden und austrocknen kann.
Die Holzverkleidung würde ich in dem Fall weglassen, da sie die Austrocknung behindert.
Allenfalls unten entlang der Wand Heizleitungen Verlegen und die Holzverkleidung darüber hinterlüften.

2.Die Kellerwand von innen Abdichten (zB Multi-Baudicht 2 K von Remmers oä.) Voraussetzung ist ein tragfähiger Untergrund.
Darauf Dämmung anbringen, die dann nicht mehr feuchteresistent sein muß.
Oder zB feuchteresistente Glasschaum- oder XPS-Platten vollflächig ansetzen. Dann verputzen/verspachteln bzw Holzverkleidung befestigen.

Luftfeuchtigkeit überprüfen und Einzelraumlüfter, ggf mit Wärmerückgewinnung, einsetzen.

Bei Kondenswasser an Rohren/Armaturen diese gut dämmen bzw zusätzlich Hahnverlängerung montieren und die Klappe sorgfältig abdichten, damit keine Raumluft an kalten Flächen kondensieren kann.

Die Schallprobleme dürften nicht bzw nicht überwiegend an der Ziegelwand liegen. Evt gibt's Undichtigkeiten? Ich habe in meinem Altbau direkt unter die Decke 40 mm dicke,schwere Holzfaserplatte unter die Decke geschraubt und direkt darunter 10 mm Fermacellplatten.
Das hat zur Schalldämmung einer 100 Jahre alten Holzbalkendecke völlig genügt.
Die Holzfaserdämmplatten können auch an Wänden verwendet und verputzt werden bei eingelegtem Glasfasergewebe.

Andreas Teich



Ein



Luftentfeuchter ist im Sommer bereits im Einsatz.

Mein erster Gedanke wären vollflächig angesetzte Multipor-Dämmplatten, also Gasbeton. Die Frage ist, ob hinter denen eine Abdichtung sinnvoll ist und wie man sie mit der Holztäfelung (eigentlich ein simpler Dielenboden an der Wand) kombiniert. Man hat ja kein Ständerwerk mehr, in das man schrauben kann.

OSB-Beplankung klingt auch interessant, allerdings müsste man oberhalb der Täfelung trotzdem Gipskarton anbringen, dort soll die Wand ja weiß sein. D.h. entweder auch hinter der Täfelung Gipskarton und die Wandoberfläche rückt um die Dicke der OSB-Platten nach innen oder Täfelung direkt auf die OSB-Platten und die GK-Wand wird fast bündig mit der Täfelung.

Danke für den Input, da habe ich jetzt was zum Nachdenken und Diskutieren mit Fachleuten!



wenn das Budget es erlaubt...



... sind vollflächig aufgebrachte Foamglas-Platten am besten.

Multipor ist heikel wenn die Wände nicht 100% trocken sind. Und nicht ideal um etwas daran zu befestigen. Wobei ich mich da eher von der Holztäfelung verabschieden würde.



Gut,



halten wir also fest:
- Multipor ist ungünstig
- Foamglas ist teuer (und wie sieht da eigentlich die Energiebilanz aus?)

Optionen:
- XPS-Platten
- EPS-Granulat hinter OSB
- Abdichtung auf Altputz und darauf beliebige Dämmung

Da gefällt mir die dritte Option mit mineralischem Dämmstoff eigentlich am besten, vorausgesetzt der Altputz gibt das her, dessen Zustand ist unbekannt.

Zur Wasser-Hauptabsperrung hätte ich noch eine konkrete Frage: welche Art von Revisionstür könnte man da am besten nehmen, um das Durchziehen warmer Luft zu reduzieren? Die Rohre werden natürlich gedämmt, das ist klar.