Sommerlicher Wärmeschutz Innendämmung Holzfaser vs Porenbeton/Multipor

04.03.2021 max1804


Wie der Titel schon sagt gibt es Richtwerte bei der Innendämmung welche hauptsächlich dem sommerlichen Wärmeschutz dienlich sein soll.
Die ? Werte liegen ja für Holzfaser sowie Multipor bei ca 0,039-0,042.
Also sehr nah bei einander.

Mir geht es aber wirklich nur um den sommerlichen Wäremschutz. Welches Material seht ihr da vorne?



sommerlicher Hitzeschutz



also ich favorisiere die Holzfaserdämmung.



Hitzeschutz



Multipor wiegt zB weniger als 50 % im Vergleich zu schweren Holzfaserdämmplatten.
Die C-Kapazität von Multipor beträgt 1300,
die von Holzfaserdämmplatten 2100.

Der Lambda-Wert von schweren Holzfaserdämmplatten ist etwas schlechter als der von Mineralschaumplatten.

Es kommt bei der Dämmmaterialauswahl also darauf an, welche Anforderung im Vordergrund steht.



Uwert Rechner könnte zum Verständnis beitragen.



wenn Du den Effekt der unterschiedlichen Innendämmungen genauer betrachten möchtest, dann würde ich Dir empfehlen mit einem Uwert -Rechner das zu simulieren.
Hier wird Dir das sowhl grafisch dargestellt, als auch Probleme angezeigt, und der effekt des C-Wertes,... verdeutlicht.
Natürlich ersetzt das keinen fachplaner, ist aber gut zum Verständnis der Aufbauten, und Massnahmenmöglichkeiten.



U - Wert Rechner



wobei ubakus bei Innendämmungen nicht so gut geeignet ist, da hilft es, erstmal die Hinweise zum Gebrauch des Rechners zu lesen, weil die kapillaren Effekte nicht berücksichtigt werden. Besser wäre da ein feuchteadaptives Programm wie WUFI. Aber um die sommerlichen Hitzeschutzeffekte einzelner Baustoffe zu erfassen reicht es eigentlich sich mit der Dichte der Dämmstoffe zu beschäftigen und deren Wärmespeicherfähigkeit.



Sommerlicher Wärmeschutz



Wobei die Rohmasse des Dämmmaterials ja wohl zum sommerlichen Wärmeschutz nicht von Bedeutung sein soll. Siehe mehrere Untersuchungen Mineralwolle vs Holzfaser wo sich kaum Unterschiede ergeben.

https://www.dbz.de/artikel/dbz_Sommerlicher_Waermeschutz_Untersuchungen_mit_unterschiedlichen_Daemmstoffen_1383045.html

Nur findet man kaum etwas zu Holzfaser und Porenbeton/Multipor, eines dieser Systeme soll es werden.
Die Anforderung welche klar im Vordergrund steht ist der sommerliche Wärmeschutz.



Ein sehr interessanter Artikel



in dem nicht die theoretisch-rechnerischen Grundlagen eine große Rolle spielen, sondern die Untersuchungen am Objekt. Ein Ergebnis, mit dem ich ehrlicherweise nicht gerechnet hatte. Die jeweiligen Begründungen erscheinen mir plausibel, wieder mal bestätigt sich, dass das System als Ganzes betrachtet werden muss und nicht nur ein Bauteil.
Danke für den Link, ich würde trotzdem bei Holzfaser bleiben, es sei denn, es handelt sich um die Innendämmung einer massiven Wand über 48 cm Wandstärke ohne Einsatz einer Wandheizung.



verblüfft



hmm, das verstehe ich nicht so ganz.
Ich kenne das so,:
https://wissenwiki.de/Sommerlicher_W%C3%A4rmeschutz
und so
https://www.baunetzwissen.de/bauphysik/fachwissen/waermeschutz/sommerlicher-waermeschutz-kennwerte-und-bauteile-4407019
Ich würde Holzweichfaser daher jederzeit vorziehen.
siehe den Zahlenvergleich durch Herrn Teich.



verblüfft



Ja ich war auch verblüfft von dem Artikel, der ja aber auf mehreren seriösen Quellen beruht.

Vermutlich macht man weder mit dem einen noch mit dem anderen System wirklich was verkehrt.

Hatte schon eine Tendenz zu Holzfaser vermutet :)



Holzfaser vs Multipor



Ein wesentlicher Vorteil der festeren HWF-Platten gegenüber den extrem weichen/bröseligen Mineralschaumplatten (MSP) ist die "spätere Nutzung".
In HWF-Platten kann mein einfach mal irgendwo ohne Dübel ne Spax-Schraube rein drehen um z. B. ein Bild / einen Spiegel aufzuhängen, in MSP brauchts für alles was man an die Wand hängen will spezielle Spezial-Dämmstoffdübel. Die man dann wenn man sie braucht "gerade nicht" zur Hand hat.

Bei der Planung einer Innendämmung sollte man auch die zukünftige "Gebrauchsfähigkeit" bedenken.
Ich finde es sehr ärgerlich/nervig, wenn man anschließend immer an irgendwelche "Besonderheiten" denken muss und/oder für alles spezielles Zeug parat haben muss.

Davon abgesehen, kommt es m. E. auch auf den Wandbildner an.
Ich würde z. B. auf eine Fachwerkwand niemals MSP kleben.
Ein Fachwerkwand ist extrem elastisch, eine MS-Schale sehr steif UND bröselig-weich.
Mir ist das Riskio zu groß, dass die MS-Schale im Laufe der Zeit (zumindest stellenweise) vom Untergrund abreißt. Selbst wenn der Kleber an sich hält, so reißt die Platte in sich recht schnell. D. h., Kleber und ein paar mm Mineralschaum Kleben an der Wand, der Rest steht "hohl" davor.
HWF-Platten sind elastischer und viel robuster.



Innendämmung Holzfaser- oder Mineralschaumplatten



Bei einem Fachwerkhaus sollten sowohl wegen schlechtem Schallschutz wie auch wegen fehlender Flexibilität keine Mineralschaumplatten verwendet werden.

Bei einem Massivbau können diese auch wegen der Feuchtigkeitsbeständigkeit durchaus sinnvoll sein.

Zudem muß bei einem evt späteren Abriß von Massivwänden mit Mineralschaumdämmung keine aufwendige Materialtrennung zur Entsorgung stattfinden