Sollte man die Oberfläche von Natur-Gipsputz eher verschließen oder offen lassen?

20.10.2020 Anton


Ich bin momentan in Georgien und renoviere eine Wohnung, hier gibt es einen billigen Baustoff, der besteht hauptsächlich aus Naturkreide, etwas Lehm und 5 % Kalk, der Baustoff wird gebrannt und damit erhält man einen günstigen Baustoff. Die Handwerker müssen sehr schnell arbeiten, nach ein Paar Minuten ist die Brei fest. Der Baustoff verträgt sich schlecht mit Feuchtigkeit, Nach 20-30 Jahren, verliert der Putz Kontakt zum Mauerwerk, oder manchmal früher. Wenn man nach Jahren Tapete von einer solchen Wand entfernt, geht sogar Putz ab. Diesen vorhandenen Putz habe ich erfolgreich mit Sumpfkalkfarbe gestrichen, die Farbe haftet sehr gut, habe auch Wasser aufgespritzt, wurde alles aufgesaugt und die Wand war auch sehr schnell trocken. Sollte man solche anfälligen Wände eher mit Dispersionsfarbe streichen, damit die Feuchtigkeit schlecht rankommt, oder (meine Vermutung) wenn man den Putz mit Kalkfarbe streicht, wird der Putz zwar schnell Feucht (wenn im Raum Feuchtigkeit ist) wird aber auch schnell trocken und somit würde sich der Baustoff nicht zersetzen, weil er nicht lange feucht bleibt? Ich nehme an, dass Naturgips etwas Feuchtigkeit verträgt, aber wenn der Stoff zu lange in diesem Zustand ist, zersetzt er sich.

Ist meine Annahme richtig?

Danke



Aus Kreide...



...wird kein Gips.

Davon abgesehen, solltest Du vor allem darauf achten, daß der Putz Feuchte wieder abgeben kann. Ein Anstrich mit Dispersionsfarben wäre eher kontraproduktiv.

Grüße

Thomas



Die normale Raumfeuchte



wird den Baustoff ( was immer es sein mag) nicht zersetzen. Wenn es ein regional üblicher, oft verwendeter Baustoff ist, werden die "Einheimischen" doch am besten wissen, wie er behandelt/verarbeitet/veredelt werden kann.