Nadelholzdielen ölen, welches Öl?

24.03.2013 D.Selle



Hallo,

bei mir geht es bald an das Ölen des Fußbodens. Verlegt sind ca. 40mq Kieferdielen 28mm, 45mq Lärche Dielen 28mm und 40mm, sowie 20mq (alte) Eiche im Wohnzimmer ca. 45mm. Alles roh geschliffen.

Gewünscht ist eine hohe Belastbarkeit und schmutzresistenz des Fußbodens. Zügige Trocknung und hohe Penetration ist auch sinnvoll.

Welches Öl ist hier empfehlenswert?

Ich hatte bisher von WOKA das Meisteröl , bzw. high solid Meisteröl in die nähere Wahl gezogen.
Um das anfeuern der Lärche zu reduzieren überlege ich zudem weiß-pigmentiertes Öl zu verwenden. Besteht hier die Besorgnis, dass sich Laufspuren bilden?

Mit kalken und seifen habe ich leider noch keine Erfahrung.
Maschinelle Einarbeitung und Politur ist möglich.

Können hier Empehlungen ausgesprochen werden, die auf Erfahrung basieren?

Herzlichen Dank.

Detlef Selle



Schutz im Holz - nicht auf dem Holz



Hohe "Penetration" erreichst Du kaum mit einem "High-solid-Öl". Diese Öle sind einfach zu fett um tief in die Holzfaser einziehen zu können. Der Schutz ist dann nur oberflächlich - besonders wenn das Öl noch Paraffine enthält.

Das Heißöl von Natural würde Deinen Vorgaben recht gut entsprechen: Es ist fast "high-solid", dringt durch die Erhitzung während des Einpaddens recht gut in die Faser ein und gleichzeitig hast Du eine beschleunigte Trocknung durch das Heißverfahren. Das Öl gibt es auch mit Weißpigmenten. Allerdings würde ich mir das auf Lärche gut überlegen. Klar, es feuert nicht so an - aber genau das macht Lärche nun mal aus und mit dem farblosen Öl kommt die Maserung so schön zur Geltung. Wegen Laufstraßen hätte ich bei beiden Hölzern keine großen Bedenken - allerdings nur, weil das Heißöl nicht als Schicht verarbeitet wird.

Alternativ wäre die Kalttechnik zu nennen. Das Parkettöl - Fußbodenöl von Natural ist hier mit Verdünner versetzt- also kein High-Solid. Es bleibt ca. 30 bis 40 Minuten offen. Genug Zeit also, dass es tief in die Holzfaser einziehen kann und man mit mehrmaligen Nass- in Nassauftrag die Sättigung der Holzfaser mit Öl erreichen kann.

Bei der Kalttechnik benötigst Du am Folgetag noch mal ein Aufpolieren von Öl. Die Trocknung dauert etwas länger - dafür braucht es keine spezielle Heißöl-Maschine und ist auch von weniger Geübten gut anwendbar.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo Frank,

eine Thermopadmaschine steht nicht zur Verfügung, lediglich Tellerschleifer mit 400, 200 und 150mm Durchmesser. Sind die high solid Öle generell nur mit Thermopad zu verarbeiten?

Woka gibt in seiner Anleitung nur Tellermaschine an, egal ob Meisteröl oder HS-Meisteröl.

Ich wollte das Öl während der Verarbeitung im Kanister warm halten bei ca. 40°C Sind hier höhere Temperaturen sinnvoll?

Ist es bei 300 jahre altem Eichenholz erforderlich dieses zuvor mit Intensivreieinger zu waschen um die Gerbsäure zu neutralisieren?

Gruß
Detlef



Keine Erwärmung von Ölen mit Alkydharzen



Ich würde High-Solid-Öle auf keinen Fall erwärmen, wenn dies nicht explizit in den technischen Merkblättern empfohlen wird. Es kann gut sein, die Öle werden durch die Wärme noch viskoser, was Deinem Wunsch nach "Penetration" entgegen steht.

Wegen möglicher Gerbsäure würde ich nur darauf achten, dass der Schleifstaub völlig abgenommen worden ist. Bei dem Natural Parkettöl ist eine spätere Behandlung von evtl. aufgeschwemmter Gerbsäure mit dem Spezialreiniger möglich.

Bei High-Solid-Ölen kann aufgrund von Alkydharzanteilen sich eine Schicht auf der Oberfläche bilden, die eine nachträgliche Reinigung erschwert. So eine Schicht würde ich mir auf 300-jähriger Eiche auch gut überlegen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de