Solarspeicher Pufferspeicher - Fragen zum Konzept

03.02.2017 GutsMuths



Hallo,

mein Name ist Hagen und ich komme vom Harzrand. In den 90ern habe ich schon mal ein altes Haus saniert und als ich fertig war, hab ich gedacht "nie wieder" ...... und dann hab ichs meiner Tochter geschenkt. Jetzt hab ich doch wieder Lust auf Abenteuer - und mir die nächste Herausforderung gekauft ;-)

Beim Recherchieren verschiedener Heizkonzepte bin ich immer mal wieder auf dieses Forum gestoßen und da ich bei einer Sache (dem Pufferspeicher) noch vollkommen ahnungslos bin, dachte ich, ich frag hier gleich mal.....

Das Haus ist klein und wird mit Multipor gedämmt werden, heizen und Warmwasser erzeugen möchte ich nur über Solarthermie und einen wasserführenden Küchenherd. Nur bei der Auswahl des Pufferspeichers bin ich noch nicht sicher. Es gibt sehr viel Auswahl am Markt und jeder Hersteller erzählt etwas anderes.

Derzeit bin ich auf dem Standpunkt: möglichst groß - 1500L für 2 Personen und 100qm Wohnfläche (aber ich werde mir eine 180x140 große Badewanne leisten und brauche daher viel Warmwasser auf einmal) und mit 3 Wärmetauschern. (einen für die Solaranlage, einen für den Heizkreis (wasserführender Küchenherd mit Fußboden/Wandheizungen) und einen Trinkwasserwärmetauscher. Dadurch, dass der Heizkreis über einen Wärmetauscher in den Speicher eingebunden wird, gibt es weniger Verwirbelung und bessere Schichtung.

Meine erstmal recht allgemein gehaltene Frage lautet: sind meine Gedankengänge grundsätzlich korrekt, oder konzeptioneller Unsinn?


vielen Dank für eure Meinungen
Hagen



Heizungskonzeption



auch wenn es "nur" 100 qm Wohnfläche sind, oder gerade deshalb, sollte eine gute, nicht schöngerechnete Heizlastberechnung erfolgen. Meiner Erfahrung nach werden Solarthermieanlagen in der Wärmeleistung gern überschätzt. Was es aus der Erfahrung heraus noch zu bedenken gibt: Wie sind die Anwesenheitszeiten im Haushalt? Ich habe einen wasserführenden Küchenherd mit 10kw Wasserleistung. Da bin ich ständig am Nachlegen (aller 45 min), damit bei Dauerfrost der Puffer reicht (1000l). Wenn ich dann noch ne Wanne einlasse, schafft der Ofen es nicht, überhaupt nochwas nachzuladen und hat damit zu tun, die 55grd Minimaltemp. im Puffer zu halten. Dann schaltet halt der Ölkessel zu.



Bedarfsberechnung



Ohne eine Berechnung des Bedarfs wird das sowieso nichts. Erst dann weißt du, wieviel du womit heizen musst. Im Winter wird nicht allzuviel von der Solarthermie kommen - und da es auch Tage geben wird, an denen gar nichts kommt, solltest du also eine Heizquelle haben, die alleinig diesen Bedarf decken kann. Und diese Quelle muss größer dimensioniert werden, da sie den Puffer zusätzlich füttern können muss. Den Eintrag dieser Quelle über einen Wärmetauscher halte ich für wenig sinnvoll....das macht das ganze in meinen Augen Träger und uneffektiver...die Schichtung klappt in der einfachsten Büchse, wenn man die Pumpendrehzahl immer möglichst gering hält



Brauchwasser erwärmen



Hallo,

vielen Dank für die Antworten, das eröffnet mir erstmal wieder neue Perspektiven.

Eine Frage zum Speicher hätte ich aber noch: was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten der Brauchwassererhitzung? (Tank-in-Tank System, innenliegernder Wärmetauscher oder externe Frischwasserstation) ?

vielen Dank
Hagen



Heizen mit Holz



Ich habe 1500l Puffer und 500l Brauchwasser. Das Brauchwasser wird im Sommer über Kollektoren erwärmt. Es reicht in der Regel von April/Mai bis Ende September. Im Winter macht das dann die Pelletheizung. Diese heizt ausschließlich in den Puffer. Daraus speise ich Fußbodenheizung, Radiatoren und Warmwasser. Wenn man mit einem Küchenherd heizen will, sollte der Puffer vielleicht etwas größer sein. Eine weitere alternative Heizquelle wie beispielsweise ein Kaminofen wasserführend würde dann ausreichen.



Zusätzliche Heizquelle



dann müßte ja " Gutsmuths" an 2 Stellen Feuer machen, im wasserführenden Küchenherd und im wasserführenden Kamin, was er braucht ist einen Erzeuger für die Grundlast.



Zusätzliche Heizquelle



Das Problem wird sein, dass man halt nicht ständig in der Küche kocht.
Wenn Komfort gefragt ist hat Stückholz im Ofen seine Grenzen.
Mit einem Grundofen (z.B. Speckstein) kann man auch einiges erreichen. Dieser muss nur alle 12 Stunden aufgeheizt werden. Aber nur über den Küchenherd halte ich für problematisch.



Grundofen



Aller 12 Stunden heizen und damit einen Puffer von 1500 l laden? -halte ich für illusiorisch.



Solartherme, Ölheizung, Holzöfen



Hallo,

ich bin kein Rechenkünstler und kann für unser Fachwerkhaus im Odenwald nur folgende Angaben machen.
Solartherme liefert alleine Heißwasser in den Monaten ca. Mitte März - Mitte Oktober. In der restlichen Zeit läuft eine Ölheizung hauptsächlich zur Heißwasser-Versorgung. Ein paar Räume werden damit auch leicht geheizt. Kinderzimmer z.B.
Heizwärme erzeugen wir in der kalten Jahreszeit fast nur mit Holzöfen.

Wohnfläche: 140 qm
Öl pro Jahr: 600-700 Liter
Holz pro Jahr: ca. 8-10 Ster. Hauptsächlich Laubholz.

Problematisch ist es, daß die Ölheizung durch die Nichtnutzung zwischen März und Oktober Standschäden bekommt.
Wir haben eine Weishaupt-Anlage und da geht um Beispiel mal nach 4 Jahren die Ölpumpe kaputt weil sie ein halbes Jahr nicht genutzt wird. Ebenfalls ist es problematisch, daß wir zuwenig Öl verbrauchen. Das Öl "verschlackt" mit der Zeit.
Normalerweise rechnet man für 140qm Wohnfläche ca. 1500-2000 Liter jährlich an Heizöl, oder? Darauf sind die Heizungen auch ausgelegt.
Wir kommen mit unserem Energiemix aber nur auf -wie schon erwähnt- 600 bis 700 Liter Jahresverbrauch.

Das ist wirklich eine große Problematik...

Gruß,
Dirk