kappilarbrechende Schicht für die Sohle

29.09.2004


Guten Morgen,

bitte nicht lachen, hab ne komische Frage. Wir haben letztes Jahr in unserer Fachwerkscheune das Dach neu gedeckt und die alten Tonziegel nach unten geworfen, um sie später für die Sohle als kappilarbrechende Schicht zu verwenden. Jetzt soll's langsam an den Bodenaufbau (immerhin 60cm) gehen und ich bin mir nicht mehr so sicher, ob die Ziegel überhaupt verwendet werden können. Wer kann mich beruhigen????

Und wie erfolgt die Anbindung seitlich an die Fachwerkständer, die ja dann in der Sohle sind????? Bitumenbahn drumrum???
Vielen Dank schon einmal für die Antworten.

Außerdem bin ich auf der Suche nach einer ganz groben Kostenschätzung zur Ausfachung unseres Fachwerkes mit Lehm (Für einen Finanzierungsplan bei der Bank) Scheune 10 x 18m, 4,50m Traufhöhe Fachwerk 20x18 (18 tief)

Liebe Grüße aus Erfurt
Kathrin



Grundsätzliches



Hallo,

Ständer und Schwellen sollten oberhalb der Sohle liegen - oder wollen Sie saniert abreißen. Mit Ziegelscherben als kapillar-brechende Schicht werden Sie auch nicht viel Freude haben, da es im Laufe der Zeit zu Senkungen kommt. Sie müßten das ganze also gut verdichten - aber das dürfte dann den kapillaren Wassertransport eher verstärken.

Sie sollten das Konzept noch einmal mit einem fachwerk-erprobten Architekten besprechen.

Gruß aus BS



Blumentopfphilosophie



Halloechen,

wenn du einmal einen Blumentopf ins Wasser getunkt hast, hast du gesehen, wie es dort mit Kapilarbrechung aussieht, nämlich gar nicht! Als ich vor einem Jahr die 100qm Dachfläche aus Ziegeln meiner Ruine in Südfrankreich auf dem Boden liegen hatte, stellte sich mir die gleiche Frage. Alle Nachbarn hatten mir damals gesagt: verwende doch die Ziegel als Untergrund. Ich habe damals alles mit Schaufel, Schubkarre und Händen zu meinem Anhänger (150m weit) gefahren, und eine knappe Woche
nichts anderes gemacht, als diesen Müll zu entfernen. Das Argument von Bernd ist auch schlüssig, du kannst auf Dauer auch
Senkungen haben. Wenn die Statik es aushält (ebenerdig, ohne
grosse Kuppelgewölbe darunter, wie bei mir), hat sich als
beste kapilartrennung ganz normaler Kiesel (kein Kalkstein)
erwiesen ("gravier roulé" in französisch), ca 15-30cm hoch.
Sollte darüber eine Betondecke gegossen werden, hat sich als
effektiver Schutz vor in die Wände aufsteigende Feuchtigkeit ein
unterirdisches Dränagesystem, sozusagen im Kiesbett, an allen
Wänden entlanglaufend und an mehreren Stellen durch die
Hauswand herausgeführt, erwiesen. Ich habe bei mir auch nie
irgendeine Folie in den Boden eingelegt.
Ich bin kein Profi, erzähle nur
Ergebnisse diverser Baustellen in meinem Freundeskreis. Daher
alles ohne Gewähr, sowieso. Bitumen halte ich nichts von.
Vielleicht wäre ein Lehmboden eh eine bessere Lösung, oder ein
Kalkbetonboden OHNE Folie, der atmet wenigstens noch...

gruss aus dem Süden
Torsten