Dachdämmung mit alter Unterspannbahn, Gitterfolie

06.10.2012 Mark



Guten Tag zusammen,
ich habe schon viel auf den Seiten dieses Forums gestöbert und bin leider noch nicht zu einer befriedigenden Lösung gekommen.
Wir würden gerne unser Dach dämmen welches folgenden Aufbau hat. Tonziegel, Lattung, alte Unterspannbahn, Sparren 12X8 . Die USB wurde schlecht verlegt d.h. sie endet an den Giebelenden innerhalb des Raumes, an den Flanken ist sie nach Außen geführt. Das Dach ist auf der einen Seite unten zwischen den Sparren offen, d.h. ich kann nach Außen gucken. Auf der anderen Seite wurde nachträglich mal verklinkert und das Dach ist geschlossen. Das Dach an sich ist noch sehr gut erhalten sodass sich eine Neueindeckung nicht lohnt.
Was bietet sich hier an?
Oder vielleicht darf ich als Laie mal ein bischen spinnen:
Würde es irgendeinen Vorteil bringen wenn ich nicht zwischen sondern unter den Sparren (zum Innenraum) dämmen würde. Die Idee wäre die Sparrenzwischenräume dann als Belüftungskanale zu verwenden da sie auf einer Seite ja eh schon offen sind, auf der anderen Seite müsste ich das dann noch öffnen. Wenn diese "Kanäle" im Giebel dann noch miteinander verbunden sind könnte Luft von der einen Unterseite zur anderen zirkulieren und Feuchtigkeit abtransportieren?
Schonmal vielen Dank für Eure Bemühungen und ein schönes Wochenende.
Gruß
Mark



12 x 8 cm ist eigentlich kein Sparren ....



... das ist eher eine dickere Bohle. Unter dem Sparren dämmen würde mehr Gewicht bedeuten. Hier würde ich erst einmal prüfen wollen was statisch überhaupt noch geht. Die Frage ist da auch, was an Innenverkleidung gewünscht ist.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachdämmung mit alter Unterspannbahn, Gitterfolie



Hallo Frank, vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ein Statiker hatte mal berechnet das das Dach eine Dämmung mit 12cm Mineralwolle, Dampfbremse und Gipskarton darüber tragen würde.
Hinter der Mineralwolle sollte 4 cm Luft bleiben, zu diesem zweck sollten die "dickeren Bohlen" 4 cm verstärkt werden.

Jetzt sind wir aber weder richtige Freunde von Mineralwolle noch von einer Dampfbremse. Schön wäre irgendetwas mit natürlicher Dämmung, noch schöner wäre wenn es ohne Plastikfolie gehen würde. Man liest immer wieder, dass die Dichtigkeit und Haltbarkeit der Folienbremsen höchst unwahrscheinlich wäre. So bin ich auf dieser Seite gelandet und frage mich ob es da keine anderen Möglichkeiten gibt. Alle Möglichkeiten scheinen wohl laut der anderen Forumbeiträge , wenn ich das richtig verstanden habe, irgendwie immer an der alten USB zu scheitern?
Grüße aus dem Pott
Mark



Dachdämmung mit alter Unterspannbahn, Gitterfolie



Ach so, was die Innenverkleidung angeht sind wir erstmal völlig offen, nur hell/weiß soll es werden...



Dachdämmung bei schwacher Konstruktion



Hanf oder Flachs haben ähnliche Gewichte wie MiWo. Evtl. könnten das sinnvolle Alternativen sein.

Wie alt ist die Gitterfolie denn? Normalerweise hat man das seit über 10 Jahren nicht mehr eingebaut. Normaler Weise löst sich so eine Gitterfolie aber nach 10 Jahren schon an der einen oder anderen Stelle auf.

Nur durch Aufdoppelung einen Abstand zwischen Gitterfolie und Dämmung wäre mir zu riskant. Keiner weiß, wie dicht die Dämmung dann doch an die Folie geraten ist oder nicht.

Wohler wäre mir, wenn die Sparren mehr an Last tragen könnten und Ihr auch von Außen rangehen könntet.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wie wäre das?



USB rausschneiden mit Messer
Zwischen die Sparren eine Lattung Nageln.
Auf die Lattung 20er oder 35er Isolair Holzfserplatte,
darauf Thermohanf o.ä. einpassen
Querlattung auf Sparren Innenseite, dann Verkleidung OSB drauf
dann Feramcell oder Lehmbauplatte mit Lehmfeinputz.



Wie wäre das?



Bei 12 cm Sparren lieber gleich eine 80er Isolair und dann ohne thermohanf



Soll...



... das ein Wohnraum werden oder gehts um Begrenzung der Wärmeverluste des Hauses?...

MfG,
sh



Dachdämmung mit alter Unterspannbahn, Gitterfolie



Hallo, vielen Dank für die Rege Teilnahme.
Ich habe nochmal in den Unterlagen geblättert.
Der Statiker hat bei der Berechnung 0,5kn/m2 für die Dämmung inkl. Rigips berechnet, das als Richtwert was die alternative Dämmung wiegen darf. Das mit der Holzfaserplatte hab ich schonmal gelesen und finde ich prinzipiell gut. Das Problem ist das die Balken seitlich stark gekrümmt sind und zwar so stark das ich das von einem Zimmermann und von einem Statiker überprüfen lassen habe. Als Laie fand ich das zunächst sehr bedenklich, dies wurde entkräftigt. Ich befürchte das man die Holzfaser-Platten nicht vernünftig angepasst bekommt.

Das Ganze soll ein Wohnraum werden, 10X 4 Meter, den Dachboden habe ich rausgenommen sodaß man bis zum Giebel gucken kann.

Die Folie ist ca 25-30 Jahre alt (Deltafolie)und sieht eigentlich tadellos aus eben bis auf die Tatsache das diese an den Enden teilweise kurz vor der Aussenmauer im Innenbereich endet. Das müsste ich sicherlich noch ändern.
Gruß
Mark





Holzfaserplatten gibt's auch in weicher Ausführung. Z.B. Pavaflex; ähnliches auch bei anderen Herstellern. Damit kann man die prima zwischen die "Sparren" einpassen. Zuschneiden geht allerdings nicht mit dem üblichen Isoliermesser, am besten mit Elektrokettensäge. Der Vorteil von Pavaflex und Co ist zudem der, dass die Platten elastischer sind als Mineralwolle. Man kann sie schön stramm ins Feld pressen, und so bleiben keine Spalten offen.
Damit die Lüftungsebene erhalten bleibt, jeweils eine Dachlatte in der Mitte jedes Feldes befestigen.
Wenn es die Dachlast zulässt, nicht die Sparren aufdoppeln, sondern eine Querlattung befestigen (Abstand so wählen, dass die Isolierplatten direkt dazwischenpassen; ausser die Beplankung verlangt etwas anderes). So verhindert man durchgehende Fugen.

Sie schreiben von Rigips. Wenn der Dachstock "arbeitet" - und Dachstöcke lieben, zu arbeiten - dann haben sie Risse. Eine Holztäferung ist da etwas härter im Nehmen. Resp. es sieht nicht so schlimm aus, wenn die eine oder andere Fuge etwas aufgeht.



Zellulose



Bei solch krummen, nicht rechtwinkligen Sparren eignet sich Zellulose als Einblasdämmung. So zuverlässig wie die Zellulose jeden Winkel ausfüllt kann kein Mensch die Dämmung schneiden.
Den Abschluss zum Dach hin mit 22mm Holzweichfaserplatten und zum Innenraum hin mit 15mm OSB Platten. Die sind dann nicht nur Aussteifung des Daches sondern auch Dampfbremse und Unterkonstruktion für die Raumseitige Beplankung. GKB oder Gipsfaseplatten.
Mit dem Aufbau hätte man auf Folien und MIWO verzichtet.
Wenn der Aufwand die HWF Platten zwischen die Sparren zu schneiden zu groß scheint kann man alternativ ja mal durchrechnen was es kostet das Dach einmal aufzunehmen, auf die Sparren eine 35mm Unterdachplatte aus Holzweichfaser zu befestigen und dann mit den vorhandenen Ziegeln wieder einzudecken.
Wir haben beide Lösungen schon durchgeführt.
Gruß aus OWL.



Dachdämmung mit alter Unterspannbahn, Gitterfolie



O.K., dann versuche ich mal zusammenzufassen:

-Die alte Deltafolie ist ein Problem und sollte entfernt werden
-Entweder Dach abdecken und Holzfaserplatten stattdessen aufbringen oder Folie rausschneiden und Holzfaserplatten von Innen einfügen

Dazu folgende Frage
1: Die Holzfaserplatten haben kein Problem mit der eindringenden Feuchtigkeit (Sprühregen etc)?
2: Wenn ich die Innenversion bevorzuge und die Folie rausschneide sind die Sparren und Latten an denen ich die Platten befestige nicht geschützt, ist das relevant?
3:Die flexible Pavaflex Platte ist auch als Sperre nach Außen geeignet?

-Dann als Dämmung entweder Hanf, flexible Holtfaserplatten oder Einblasdämmung
-Dann Querverlattung auf den Sparren und nochmals dämmen um Wärmebrücken zu vermeiden und stärkere Dämmung zu erhalten

Dazu folgende Frage
Wie wichtig ist dieser Punkt? Ich hab vom Aufbau 12cm die mir die Sparren bieten. Wenn ich da jetzt Innenlattung und Holzfaserplatten als SPerre nach Außen anbringe gehen nochmals 4/5/6 ..???cm verloren. Der Restplatz genügt wahrscheinlich nicht als Dämmung? Wie stark sollte die Dämmung mindestens sein? Ich brauche kein Topergebnis?

-Dann OSB Platten 15mm als Bremse und Versteifung
Muß diese Schicht möglichst Dicht ausgeführt werden?
- Dann beliebiger Belag

Und noch eine letzte Frage, ich habe ja keine Konterlattung unter den Ziegeln, ist das relevant, sind da Lüfterziegel ratsam? Wenn ja in welchem Abstand und wo angebracht?

Vielen Dank für Eure Bemühungen!
Gruß
Mark