Sockelausbildung Schwellbalken

09.03.2022 Patrick

Sockelausbildung Schwellbalken

Hallo liebe Community.

Ich möchte einen Fachwerkschuppen aus 14x14er Balken bauen. Spitzdach mit Bieberschwanzziegel. Gefache werden ausgemauert oder mit Hanfbeton ausgestopft. Das ganze ca. 5x3m

Den Sockel erstelle ich aus Reichsformat Ziegeln in 30cm Höhe.

Der Schwellbalken soll ja etwas über die Ziegelkante überstehen.
Reicht da EINE Reihe wie im Bild 1. Balken 14 Ziegel 12 würde ja super passen. Ich weiß nur nicht ob das stabil genug wäre und Statisch auch ausreichend wäre…
Oder
Wie im Bild 2 zwei Reihen?

Was sagen die Profis in diesem Bereich?



Heutigen statischen Anforderungen



Moin,
statischen Anforderungen wird das beides nicht gerecht. Mach Variante 2 und zusätzlich 4 oder 6 kleine Aussteifungsstützen aus Beton als Verbindung zwischen Fundament und Holzschwelle.
Den Beton kannst du außen aus optischen Gründen "verblenden" wenn nötig.
Gruß



Bolzenanker



Hallo Danke für den Tipp!

Ein Zimmerer meinte ich solle die Schwelle mit Gewindebolzen die in den Sockel gebohrt und mit Siebhülse eingeklebt werden befestigen. Wäre das sinnvoll?
Und wenn, dann auch bis ins Fundament bohren?



Du brauchst



Du brauchst auf jeden Fall eine Zugverankerung bis ins Fundament. Sonst fliegt der Schuppen beim nächsten Unwetter weg. Die Ziegelsteine alleine können das nicht aufnehmen. Ob nun Anker bis ins Fundament oder Betonstütze mit Anschlusseisen ins Fundament und dann den Balken mit einer Lasche oben drauf befestigt. Vielleicht kommen ja noch weitere Ideen...



Mörtel



Danke, genau das wollte ich wissen ob die ZUGverankerung das ist worauf es ankommt…

Und was würdet ihr als Mörtel empfehlen?
Ich würde gerne einen Kalkmörtel verwenden, also dann wahrscheinlich aber einen Hydraulischen…
Aber worauf muss ich achten?
Und gibt es da villeicht welchen den ich im Baumarkt bekomme?



Mörtel



Moin, im Baumarkt bekommst du den nicht. Dort bekommt man nichtmal mehr Kalk. Entweder Baustoffhandel oder im Web. Aber selbst bei mir hier auf dem Lande gibt es in jedem dritten Ort einen vernünftigen Baustoffhandel.
Davon abgesehen würde ich beim Sockel zum mauern Kalk-Zementmörtel nehmen. Evtl. unter der Schwelle dann mit reinem Kalkmörtel ausfugen.



Horizontalsperre



Du solltest auch gleich UNTER die oberste Ziegellage eine Folie als Horizontalsperre einbauen, damit die Schwelle keine Feuchtigkeit von unten zieht.
Wenn du die letzte Steinlage exakt waagrecht mauerst kannst du die Schwelle statt in ein Mörtelbett auch auf ein Kalfaterband legen. Das Band dichtet auf Dauer besser ab als eine Mörtelfuge. Wenn du eine Oberfräse hast kannst du auch eine flache Nut in die Unterseite der Schwelle Fräsen und statt dem Kalfaterband ein Hanf- oder Sisalseil als Dichtung einlegen.

Gruß,
KH



Material Horizontalsperre



Danke das mit dem Kalfaterband klingt super. Ich hatte mal was von Bleiband gelesen, aber da kann ja keine Feuchtigkeit mehr weg.
Ich hoffe nur ich bekomme den Sockel als leihe auch exakt waagerecht… ??

Was für eine Folie nimmt man denn als Sperre eigentlich?

Zu den Zugankern nochmal:
Um die Schwelle mit der Bodenplatte zu verankern, muss ich ja durch den Sockel (30cm hoch) in die Bodenplatte bohren, um Gewindestangen ein zu kleben. Ich habe wirklich bedenken das ich beim Bohren den Sockel sprenge!?

Und müssen die Gewindestangen V2A sein o. Reicht verzinkt?



Re: Material Horizontalsperre



Folie für die Horizontalsperre, z. B. : https://www.ebay.de/itm/162583069088.
Gewindestangen in Edelstahl sind für die Ewigkeit, kosten dafür mehr, verzinkt in 16 mm Durchmesser hält bestimmt auch 100 Jahre und länger, ist preisgünstiger und auch zugfester. Von daher denke ich, verzinkt reicht auch.
Das Durchbohren mit einem "normalen" Durchbruchbohrer könnte, wegen den Erschütterungen beim Bohren in einer 11,5er Wand tatsächlich kritisch werden. Schonender wäre die Löcher mit einer Bohrkrone zu bohren, oder die Steine während dem Aufmauern einzeln durch zu bohren. Das ist zwar etwas aufwändiger, aber es sind ja nicht sooo viele Steine/Steinlagen. In dem Fall könntest du die Gwindestäbe auch direkt mit einbetonieren, oder vorm Mauern zuerst nur in den Beton einbohren und -kleben.
Wenn du die Löcher in den Steinen größer bohrst (bei 16er Gewindestangen z. B. 30 - 40 mm Löcher), kannst du die Bohrlöcher nachher mit Mörtel od. Estrichbeton füllen, damit der Sockel so auch einen kraftschlüssigen Halt gegen seitliche Schubkräfte erhält.

Bleiband kann man auch als Horizontalsperre einbauen, aber zur Abdichtung unter der Schwelle ist es nicht geeignet, da es a) zu dünn (die Auflage müsste dann millimetergenau sein) und b) nicht elastisch ist. D. h., durch die aufliegende Last wird es einmal "in Position" gequetscht und bleibt dann so. Verzieht sich die Schwelle danach, oder schrumpft sie unregelmäßig, entsteht mit der Zeit wieder ein Riss / eine offene Fuge.
Deshalb legt man auch die Schwelle besser nicht in ein Mörtelbett, sondern legt eine "dauerelastische" Abdichtung drunter. Ben z. B. das Kalfaterband oder Hanf-/Sisalseil. Wobei Sisal noch feuchteresistenter ist als Hanf.

Gruß,
KH



Sperrbahn



Wow. Ich bin immer wieder positiv überrascht über die Qualität des Forums! Auch wenn die ein oder andere Frage wahrscheinlich immer wieder auftaucht, wird trotzdem Kompetent und konstruktiv geantwortet. Klasse!

Sollte unter der ersten Steinlage auch eine Sperrbahn?

Gut, jetzt hab ich nen Plan. Vielen Dank.



Sollte unter der ersten Steinlage auch eine Sperrbahn?



Grundsätzlich ja. Allgemein gehört im Hochbau da eine hin (und eine Zweite auf die erste Steinlage, bzw. OK Estrich). In deinem Fall, einem einfachen Geräteschuppen ists m. M. n. ein "Nice-to-have". Erst recht wenn der Sockel auf einer neuen Betonplatte steht, die an sich schon recht dicht ist. Der Sockel kriegt wahrscheinlich durch seitlich eindringendes Spritzwasser mehr Feuchtigkeit ab, als durch aufsteigende Feuchte.
Bedenke dass die Folie eine Trennschicht ist. Der Kraftschluss zwischen der Bodenplatte und der ersten Steinlage wird durch die Folie geringer, da sich der Sockel auf der glatten Folie eher verschieben kann als auf dem rauen Beton.
Wenn ich betoniere mische ich immer einen Betonverflüssiger in den Beton, damit sich die Masse leichter verdichten lässt. Ein Nebeneffekt des Verflüssiger ist dass der Beton dadurch auch dichter wird, fast schon WU-Beton. Der Verflüssiger kostet zwar ein paar Euro, aber es braucht dann keine Foliensperre und, wie gesagt, die Verdichterei des Betons ist viel einfacher.

Gruß,
KH