Sockel- und Fassadenerneuerung

23.11.2016 Fächermann



Hallo liebe Fachwerkler,

ich möchte gerne im kommenden Jahr unsere Scheune teilweise sanieren. Auf der Ostseite sind vier Ständerfüße weggegammelt. Hier wollte ich fragen, ob es möglich ist, dass ein Sägewerk die Füße passend sägt und man diese selbstständig einsetzen kann.

Auf der Westseite muss die komplette Holzverschalung erneuert werden. Das Fassadenholz gammelt und das darunter befindliche Gebälk hat auch schon einige Schadstellen - sowohl an einem Ständerfuß als auch an Riegeln und an der Schwelle. Meines Wissens nach kann die Schwelle noch drinnen bleiben. Der Kern ist noch fest. Nun habe ich folgende Überlegung, wozu ich gerne eure Meinungen und Erfahrungen hätte.

Mein Plan ist es, im kommenden Jahr ein Gerüst zu mieten und erstmal das gesamte Fassadenholz zu entfernen. Dann kann ich die Schäden am Gebälk besser einschätzen. Ich gehe davon aus, dass ich am Gebälk nix wechseln werde. Da der Sockel (Grauwacke) teilweise wackelt, möchte ich auch diesen sanieren. Meine Idee, um die Schwelle, die nur in einem bestimmten Bereich feucht ist, zu schützen, möchte ich die darunter liegenden, eh schon wackligen Steine mit Trassmörtel befestigen (Hinweis eines Steinmetzes). Außerdem möchte ich unter die Schwelle Dachpappe legen, um die Schwelle an der kapputen Stelle gegen aufsteigende Nässe zu schützen. Dann möchte ich eine Folie oder Unterspannbahn ans Gebälk befestigen und anschließend ohne Unterkonstruktion Fassadenholz festnageln. Geplant ist eine einfache Deckelschalung.

Habe ich etwas übersehen bzw. habt ihr noch Hinweise oder Kritik am geplanten Vorgehen?



Beschreibung



ist zwar lang, aber ein paar gute Fotos sagen mehr. Ein paar weggegammelte Ständerfüße werden es wohl nicht nur sein. Und wenn Du die SUCHE oben rechts benutzt, wirst du merken, daß die Pappe unter der Schwelle nicht soooo die Lösung ist, eher solltest Du den Sockel fachgerecht instandsetzen (lassen). Ein paar wackelnde Steine mit etwas Mörtel befestigen - klingt etwas nach ersten Mörtelversuchen. Besser ist, das neu aufzumauern und in der Wand eine Sperre mit einzubauen. Aber ohne Fotos alles nur Vermutungen ...



ZDF



Also bei Ihrem Vorhaben ist erstmal eines wichtig
ZDF - Zahlen-Daten-Fakten mit Vorhaben und Vermutungen kommen Sie nicht weiter!

Bei äihnen ist ein GesamtKonzept gefragt und nicht nur Einzellösungen



Erste Fotos



Vielen Dank erstmal für die Hinweise.
Also mit Mörtel habe ich schon Erfahrung, auch was das Mauern betrifft. Am Wohnhaus haben wir schon sehr viel selber gemacht - auch in Zusammenarbeit mit Fachleuten. Fronterfahrung besteht gewissermaßen. Daher auch die Idee, die Projekte an der Scheune selber in die Hand zu nehmen.

Anbei aber erstmal weitere Infos und Fotomaterial. Die Scheune ist ca. 200 Jahre alt und besteht vorrangig aus Fichtenholz. Auf der Ostseite sind vier Ständerfüße kaputt. Diese möchte ich fachmännisch wechseln lassen nach der gestrigen Überlegung. Grund ist, dass unmittelbar neben bzw. unter der Scheune eine Straße verläuft. Da will ich nicht an der Statik rumspielen.

Die Westseite ist wesentlich stärker beschädigt. Dazu die Fotos, die hoffentlich mehr sagen können als meine Beschreibungen.



Foto 2



Zwei beschädigte Ständerfüße an der Ostseite (Straßenrichtung)



Foto 3



Westseite mit beschädigter Fassade und beschädigtem Gebälk



Foto 4



Beschädigter Ständer, Sockel und beschädigte Schwelle bei aufsteigender Nässe durch den Sockel.



Foto 5



Beschädigter Riegel unter Fassadenholz.

Mein geplantes Vorgehen nochmal in Kürze:
1. Gerüstaufbau
2. Entfernung Fassadenholz
3. Check des Gebälks und ggf. Austausch durch Fachfirma
4. Sockelsanierung und Feuchtigkeitssperre bei Schwelle
5. Unterspannbahn an Gebälk befestigen
6. Anbringen von neuem Fassadenholz ohne Unterkonstruktion



Sanierung



bei den zu sehenden Schäden ist das Forum wohl nicht ausreichend - wenn Du Dir nicht sicher bist, sollte sich das ein Fachmann vor Ort ansehen. Meist wird mehr drauß als man sieht. Naja - und fachgerechte Abstützung (Arbeitsschutz) muß sein.



nach der Sanierung



nach meiner Methode ...



Schadensbilder



Wofür soll die Scheune in Zukunft verwendet werden ?

Zu den Schadensbildern:

Das Gebälk leidet m.E. weil das Fassadenholz ohne Hinterlüftung direkt befestigt ist, und es keine Deckleisten zwischen den einzelnen Brettern hat. Ich würde an eine zumindest minimale Hinterlüftung denken - die Unterspannbahn halte ich für kontraproduktiv.

Unten gammelt das Holz weg weil Regen vom Boden aufspritzt, und Wasser an den Brettern runter rinnt, und unten nicht schnell genug abtropft.





Die Scheune soll Scheune bleiben: Abstellraum für Geräte und Baustoffe. Es ist also nicht nötig, die Gefache auszumauern.

Hinterlüftung wäre mit Unterkonstruktion umsetzbar, oder? Und auf diese dann die Fassadenbretter und Deckel ... unten dann noch eine Tropfkante anbringen