Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung




Hallo Fachwerkfreunde,

unsere Straße, die vorher geteert war, wurde vor etwa 10 Jahren neu gemacht. Auf die Schotterschicht kam eine Tragschicht aus groben Teer,ich sag mal Schotter in Teer getaucht,dann Feinsplitt und zum Schluß Betonpflaster.
Unseren Sockel, eine Mischung aus Bruchstein und Beton, hatte ich zuvor mit Tubag Trasskalkputz verputzt und dann mit Keimfarbe gestrichen.Kurze Zeit nach dem die Straße fertig war kam es zu Ausblühungen im Putz. Auf der Hofseite,wo wir Betonflaster rausgeneommen und dafür Ziegelsteine in Splitt gelegt haben, gibt es keine Probleme. Was kann der Grund für das ausblühen auf der Straßenseite sein. Die Teertragschicht ist nicht dicht und lässt das Wasser, ich habe die Probe gemacht, grad so durch-rauschen.Die Straße bzw.Sackgasse ausschließlich Anlieger-verkehr,hat vom Haus weg zur Mitte Gefälle. Ich versteh es einfach nicht.Kann mir da jemand helfen. Ich habe so viele kompetente Antworten im Forum gefunden aber leider nichts was mir weiter hilft.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Wolfarth



Sockelputz



Hallo Thomas,
mit der Bitumentragschicht hat das sicher nichts zu tun.
Ich vermute das es an der Belastung des Sockelbereiches mit Auftausalzen liegt. Diese auskristallisierenden Salze und Carbonatausblühungen aus dem Trasskalkputz können zum Ablösen des Farbanstriches führen. Was genau für eine Farbe (Keim ist der Hersteller, nicht der Anstrichtyp) ist denn verwendet worden?
Mit einem Foto kann ich vielleicht mehr sagen.

Viele Grüße



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Hallo Georg,

ich hatte schon darauf gehofft von ihnen eine Antwort zu bekommen und freue mich jetzt riesig darüber. Ja natürlich Keim ist nur die Marke und hat einen ganzen Katalog voll mit verschiedensten Produkten. Also die im Sockel,übrigens auch in der gesamten Fassade, verwendete Farbe auf Silikatbasis ist die Restauro-Lasur von Keim. Zu meiner Schande muß ich gestehen,dass ich aus lauter Verzweiflung und gegen meine bisherige Überzeugung bzw. Pseudowissen, noch mal eine Dispersionssockelfarbe darüber gestrichen habe.Danach wurde es wieder genauso und schlimmer.Die Feuchtigkeit,ist mir jetzt klar ,mußte sich einen anderen Weg suchen und ist teilweise über den Sockelbereich in den Putz darüber gezogen. Ich habe ein Bild von unserem Haus an der besagten Straßenseite eingestellt.Dort sieht man den Sockel mit dem Dispersionsanstrich. Das Erscheinungsbild ist im Prinzip aber genau so wie zuvor mit der Restauro-Lasur. Die Dispersionsfarbe habe ich jetzt gerade wieder entfernt. Auch das Pflaster und den Splitt habe ich rausgenommen. Mann sieht, im Bereich unterhalb der Straßen bzw. Pflasterkannte, noch ältere Putz bzw.weiter darunter und zurückliegend Bruchsteinschichten.Wie gehe ich da jetzt weiter vor. Ich habe wohl einige Fehler gemacht. Mein Nachbar, ein ehmaliger Maurer und Verputzer,lacht mich oft aus. Denen ihr Haus, eine ehmalige Mühle, liegt noch tiefer und hat nicht die Probleme. Das gesamte Gebäude wurde mit Streckmetall überzogen und bis zum Sockel verputzt. Den Sockel hat er auch mit einer Dispersionsfarbe gestrichen die bis heute hält. Das verstehe doch wer will. Eigentlich sollte doch alles diffussinsoffen sein.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Wolfarth



Hallo Thomas



das ist jetzt keine Antwort auf deine Frage,was mir auffällt ,gestalte die Pflanzlöcher größer und mach eine ordentliche Aufkantung unter und vor dem Stein,wenn du bis obenhin mit Erde und Splittabdeckung(Spritzschutz)anfüllst verschwindet die Aufkantung.
In der jetzigen Situation ,kippen dir die Steine immer weiter ab.

Grüße Martin



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Noch ein Bild auf dem man, wenn auch nicht so deutlich,den Sockel sehen kann.


Gruß

Thomas



@ Thomas



Wunderschöne Farbgestaltung. :-)



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Ein Bild von der Seite an der die Feuchtigkeit in den Putz darüber gezogen ist.

LG Thomas



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Hallo Martin,

vielen Dank für deinen Tipp. Meinst du mit Aufkantung eine Rückenstütze aus Beton. Die hatte ich innen schon gemacht und dadurch konten die Steine auch nicht abkippen. Leider kann man das ,wie auch die Ausblühungen,auf den Bildern nicht so richtig sehen. Zu den Pflanzlöcher bzw. Staudenpflanzen hat unser Architekt geraten nach dem ich ihm von dem Problem mit der Feuchtigkeit am Sockel berichtet habe.
Wäre gescheiter gewesen, er hatte die Bauleitung, uns zum Abriss des alten Sockels bis zur Oberkante der Straße zu raten. Wir hatten das Haus, bis auf die Bruchsteinwand, auf Stützen stehen und es wäre kein Problem gewesen den alten Sockel ganz zu entfernen. Aber es sollte nicht sein.
Die Pflanzlöcher sind durch das rausnehmen der Steine von mir beseitigt worden. Wir wollen, die Bäumchen sind inzwischen eingegangen,nur noch mittig zwei Pflanzöffnungen lassen und dort im Frühjahr Kletterrosen setzen.

LG Thomas



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Hallo Thomas,

lieben Dank für deine Bemerkung zu unserer Farbgestaltung.
Da ich das alles selbst mache bzw. gemacht habe freue ich mich natürlich über jedes nette Wort. :)
Wenn auch nicht alles so einfach ist. Unser Haus hat und macht uns auch immer noch viel Freude.



LG Thomas



Rückenstütze



Ja die meinte ich ,in der Vergrößerung sah es so aus als würden die Steine abkippen,wenn ich sowas mache dann setze ich die Randsteine in Beton und davor die Stütze.
In Sachen Feuchtigkeit sind Pflanzlöcher eher kontraproduktiv,bei Betonpflaster fließt das meiste Niederschlagswasser ab und versickert nicht in der Fuge und je älter das Pflaster desto dichter die Fuge.
Solche Pflanzlöcher sollten wenn ,auch ausreichend tief sein,waren das Euonymus Hochstämme?

Grüße Martin

Ps.schmuckes Haus!



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Hallo Martin,

ich freue mich sehr über deine Rückmeldung und auch die Bemerkung zu unserem Haus. Die Pflanzlöcher hatte ich durch die Teertrag und die Schotterschicht bis zum Boden gemacht.
Die Bäumchen, deren Namen wir uns einfach nicht behalten konnten, haben einige Jahre schön da gestanden bis dan einer
nach dem anderen einging.

LG Thomas



Sockelputz



Hallo Thomas,
Sockelputz sollte bis etwa 30, 40 cm unterhalb der Geländeoberfläche weitergeführt und hier gedichtet werden.
Bei dem vorhandenen Sockelmaterial sollte der Putz zweilagig aufgebaut sein, der Unterputz vorzugsweise Klasse CS IV (Zementputz) und der Oberputz Kategorie CS III. Als Anstrich eignen sich Silikonharzfarben. Neben Tausalzen ist auch Hunde- (und Herrchen) Pisse nicht zu unterschätzen.
Der Absatz des Sockels stellt natürlich eine besondere Belastung dar. Entweder den Sockel stärker anschrägen oder auf dem Unterputz im Spritzwasserbereich eine mineralische Dichtschlämme auftragen, besser beides.

Viele Grüße



Erhöte Feuchtigkeit im Sockel nach Straßensanierung



Hallo Georg,

ich danke vielmals für ihre Antwort bzw.Tipp zu meiner Frage. Damit ist mir sehr geholfen. Nach dem was ich hier, zu ähnlichen Themen, von ihnen gelesen habe hatte ich schon geahnt,dass es in diese Richtung gehen könnte. Erlauben sie mir noch die Frage die ich unter "Putzrisse in der Außenfassade" im Forum auch schon gestellt aber noch nicht wirklich beantwortet bekommen habe, zu stellen. An der gleichen Seite habe ich im Erdgeschoss Risse im Putz. Genau dort, wo einst der vordere Hauseingang war, ist der einzige Balken stehn geblieben.Der Maurer und Verputzer mit dem ich das damals gemacht habe hat eine Bitumenbahn auf den Balken genagelt und ihn dann mit Rippenstreckmetall überbrückt.Nach einiger Zeit kamen jedoch beidseitig des Balkenverlaufs von oben bis unten Risse in den Putz.Im Winter werden diese Risse etwa 2-3mm groß und schrumpfen im Sommer fast auf null mm zurück.Ich würde mich sehr freuen wenn sie mir da auch einen Rat geben könnten und bedanke mich vorraus.

Grüße

Thomas Wolfarth



Risse im Putz



Hallo Thomas,
"... es soll doch alles diffusionsoffen sein..."
Nein, nicht immer.
Und wenn dann "... diffusionsoffener als..."
Grundregel: Man sollte ein Bauteil so gestalten das in der Schichtenfolge die Baustoffe von innen nach außen immer diffusionsoffener sind, aber selbst diese Regel zeigt Ausnahmen.
Es kommt immer auf den konkreten Fall an. Verallgemeinerungen können in 99 von 100 Fällen zutreffen, in einem Fall eben nicht.

Zur Tür:
So ein eingeputzter Balken stellt eine Schwachstelle im Mauerwerksgefüge dar. Die auftretenden Spannungen aus der Wärme- und Feuchtedehnung denen ein Gebäude im Laufe eines Jahres unterworfen ist toben sich dann an dieser einen Schwachstelle aus statt sich über die gesmte Fläche zu verteilen.
Die Wärmedehnung von Mauerwerk beträgt z.B. etwa 0,005 mm/m und 1°K. Bei 30°K Unterschied zwischen Sommer und Winter sind das 1,5 mm/m, bei einer 20 m langen Fassade kommt da eine theoretische Längenänderung von 30 mm zustande. Je nach E-modul der Baustoffe und anstehenden Zwängungen mit anderen Bauteilen ergibt das normalerweise elstische Verformungen oder Mikrorisse die sich verteilen. An solchen Schwachpunkten wie dem Balken kommt es zu Bündelungen, vor allem wenn der Balken falsch überbrückt wurde. Dann gibt es noch unterschiedliche Feuchtedehnung von Mauerwerk und Holz, Spannungsspitzen aus Lastumlagerungen usw. auf die ich jetzt nicht eingehen werde.
Beim nächsten Verputzen Balken entweder freilegen, ausbauen und mit Mauerwerk kraftschlüssig schließen oder den Balken großzügigig mit Streckmetall und Putzbewehrung überbrücken.

Viele Grüße



Risse im Putz



Hallo Georg,

vielen Dank für die rasche Antwort. Wie weit ging den eine großzügige Überbrückung.Das ist wohl eine neuralgische Stelle an unserem Haus die völlig unterschätzt wurde. Da der Balken noch so stark arbeitet habe ich daran gedacht ihm vom Sockel her die Auflage wegzunehmen. Könnte das vieleicht helefen oder eher nicht. Da ich sowieso am Sockel dran bin wäre das gut möglich. Andernfalls müßte ich
die ganze Wand neu Verputzen und runherum neu streichen.
Deshalb möchte den Riss auch mit Kletterrosen etwas ver-decken. Ich habe das ganze bereits zwei mal gemacht bei der zweiten Aktion aber nur noch mal ein Amierungsgewebe ein-gelegt. Leider war das wieder für die Katz. Langfristig
gesehen wird der Riss auch wegen eindrigendem Wasser wohl nicht bleiben können.

Grüße aus Schweppenhausen

Thomas