Natursteinsockel z.Zt. verputzt soll freigelegt werden

19.03.2009


Hallo,
vielleich kann mir jemand weiterhelfen:

Der Natursteinsockel unseres ca. 230 Jahre alten Fachwerkhauses wurde irgendwann mal verputzt. Jetzt ist er zum Teil rissig und an verschiedenen Stellen dauerfeucht. Ich überlege nun, auch aus optischen Gründen, den Putz zu
entfernen. Zum Teil wird der Sockel bei Regen naß. Wenn sich nun kein Schutz mehr auf den Steinen (Sandstein?)befindet, wie stark "saugt" dann die Mauer die Feuchtigkeit auf?

Wie könnte ich den Steinsockel behandeln, dass nicht große Mengen Feuchtigkeit nach innen dringt, sondern außen vor bleibt, ohne die Substanz negativ zu beeinflussen?

Über Antwort würde ich mich freuen.
Gruß
Uwe



Sockelmauerwerk



Für Sockelmauerwerk wurde früher frostsichers, dichtes Material verwandt.
Bei Sandstein können Sie mit einem Porenraum von unter 1%, max. 3% rechnen (zum Vergleich Ziegel: ca. 10 - 30%)
Damit bildete das Sockelmauerwerk auch eine Sperre gegen aufsteigende Feuchte.
Die Steine sind nicht kapillar, nur im Mörtel der Stoßfugen könnte Wasser nach oben steigen.
Also:
Große, regelmmäßige, gut bearbeitete Quader mit schmalen Fugen aus hartem, dichten Stein brauchen keinen Putz.
Putz kann im unteren Bereich sogar kontraproduktiv sein, da er Wasser und Salze kapillar über den Sockelbereich leiten kann.
Denn über dem Sockel gab es billiger zu erstellendes Mauerwerk aus Ziegel oder Bruchstein das feuchteempfindlich sein konnte.

Das Bild zeigt den Sockel eines Wasserschlosses, Kapillarität gleich 0. Die dunklen Streifen sind Wassermarken von verschiedenen Wasserständen.

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Habe nun in einem Eckbereich den Putz entfernt, um zu sehen wie der Sockel beschaffen ist. (Bild anbei)
Die Fugen sind doch größer als erwartet. Womit sollte ich verfugen, um die Feuchtigkeit außen vor zu lassen?
Als Problemzone sehe ich auch den Übergang zu dem auf dem
Sockel aufliegenden Balken an. Hier sollte natürlich keine Feuchtigkeit in den Balken dringen. Gibt es auch hierzu eine gute Lösung? Und wie könnten die Steine perfekt
gereinigt werden? In mühevoller Arbeit alles abklopfen oder würde sich Sandstrahlen anbieten? Desweiteren machen die Steine z.T. einen porigen Eindruck. Setzt sich hier Feuchtigkeit ein, könnte es doch bei Minusgraden zu Erosionen führen?

Im Moment bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich den Sockel wirklich komplett Freilegen soll, denn es sieht doch sehr rustikal aus... Aber das müssen wir für uns ausmachen. Es wäre schön, zu den Fragen Antworten zu erhalten.

Gruß
Uwe





Lieber Uwe,

frag halt mal den Fischer:

http://www.konrad-fischer-info.de/2berat.htm

Vielleicht hilfts !!

Liebe Grüße
Dein Namensvetter Uwe



Natursteinsockel



Die Qualität des Sockelmauerwerkes ist so hinnnehmbar.
Natürlich kann es passieren, das einzelne Steine eine schlechtere Qualität haben. Die müssen dann ausgewechselt werden, wenn die Festigkeit nicht ausreicht.
Zur Grundschwelle:
Die Grundschwelle kann nur durch Regenwasser geschädigt werden, wenn sich das Wasser an der Auflagerfuge stauen kann.
Das kann gemindert werden, wenn man:
- die überstehenden Steine anfast,
- die Stoßfugen mit Gefälle nach vorn eintieft.
Natürlich ist es aufwändig, den Putz zu entfernen. Für die letzten Reste nach dem Abstemmen gibt es verschiedene schonende Reinigungs- Strahlverfahren.
Beim Verfugen bitte darauf achten, das ein nicht zu harter Mörtel verwandt wird.
Die gängigen Markenhersteller bieten dafür spezielle Mörtel an.

Viele Grüße

p.s. Das Foto zeigt, wie unterschiedlich die Festigkeit von Natursteinen sein kann.




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