Sockel im Erdreich

12.03.2017 Marcel



Hallo Zusammen

Wir sanieren gerade ein kleines Fachwerkhaus mit Anbau.
Um den es sich gerade auch dreht .

Er besteht aus Backsteinen und steht auf einem
Natursteinfundament welches außen komplett im Erdreich
(feuchter Lehmboden)liegt. Ca. 30-40cm. Und genau in dem Bereich ist
die Innnenwand feucht. Kein Wunder.
Ich habe das Fundament freigelegt und die Fugen freigekratzt.
Mörtel ist nicht wirklich welcher vorhanden. Eher Lehm der schön die Feuchte nach innen trägt.

Ich bin nun gerade etwas ratlos. Jeder erzählt mir etwas anderes.

Wie behandel ich die Wand von außen und innen am besten?
Und womit Fülle ich den den Graben wieder?
Ich denke den Lehmaushub lasse ich mal besser weg.

Grüße Marcel



Wandfeuchtigkeit beseitigen



Das Fundament wird nicht die Feuchtigkeit verursacht haben sondern bis an die Wände verlegte Bodenbeläge, zB Pflaster oder Beton wie beim verputzten, vorderen Gebäude, wodurch die Spritzwasser steihgt.

Derart tief bis offenbar teilweise unter das Fundament auszuschachten ist gefährlich- das aufgelockerte Erdreich entfernen bis auf den gewachsenen Boden und dann darunter Beton zur Stabilisierung einbringen oder eine Betonwand vor das bestehende Fundament gießen. Oben für schnellen Wasserablauf abschrägen.

Desweiteren steht bei Regen das Wasser auf den zurückliegenden Fugen der Ziegelwand und kann so in die Wand eindringen. Die Feldbransteinwände meines über 100 J alten Wohnhauses wurden vollfugig gemauert und lassen keine Feuchtigkeit bis innen eindringen.

Abhilfe: Wandfläche neu verfugen (Fugentiefe etwa wie Fugenbreite)
Sockel ggf mit Sockelputz versehen und davor zB ein Rollschotterbett gegen Spritzwasser herstellen. Alternativ Boden vor der Wand mit einem wasserableitendem Belag versehen und einen dichten Sockelputz herstellen (zB mit Multibaudicht 2K oä beschichten)

Lehm ist bei entsprechender Qualität und Verdichtung wasserdicht- könnte also wieder lagenweise verdichtet eingebracht werden.

Wo in Bonn steht euer Haus? Ich wohne zeitweise ganz in der Nähe von Bonn

Andreas Teich



Wandsanierung



Bevor Sie sich Gedanken über die Sanierung oder einen Ausbau des Anbaus machen, sollten Sie die Gründung des Anbaus gründlich nachbessern. Das brüchige Feldsteinfundament kann nicht als ausreichendes oder frostfrei gegründetes Fundament bezeichnet werden.

Die Ausschachtungen gehen jetzt bereits bis zur Unterkante des "Fundamentes", soweit ich das nach dem Foto beurteilen kann. Damit ist die Gefahr des Grundbruchs gegeben: Fundament und Wand könnten ggf. nach aussen wegsacken. Sie müssten das vorhandene Bruchsteinfundament abschnittsweise durch ein frostfrei gegründetes Betonfundament ersetzen, wenn Sie die Sanierung wirklich ernst meinen. Alles andere wäre eine fahrlässige Spielerei und Oberflächenkosmetik, die nichts bringt.

Wenn Sie das Fundament erneuern und ertüchtigen, können Sie auch gleich einen Horizontalsperre und ein funktionierendes Sockelputzsystem inkl. Sockeldämmung aufbringen. Damit sind auch Ihre Feuchteprobleme nachhaltig beseitigt. Die Fundamentertüchtigung braucht u.a. einen statischen Nachweis und ist bauantragspflichtig. Wenn Sie nur alles wieder verfüllen wollen, nehmen Sie geeignetes Verfüllmaterial (Lava 0/45 oder Bergkies / Füllkies / Betonkies 0/32 und lassen es lagenweise (20-30cm) verdichten.

Eventuell ist es aber sinnvoller, einen Architekten/Baiingenieur/Statiker mit einer Gesamtplanung zu beauftragen, da auch im Gebäudeinnern wahrscheinlich das Detail "Boden gegen Erdreich" gelöst werden muss, inkl. Dämmung nach EnEv. Auch wird die Gebäude- und Aussenflächenentwässerung ein Thema sein.Die Wand muss außen zumindest mit einem Putz als Schlagregenschutz versehen werden.





Guten Morgen Herr Teich

Genau steht das Haus in Oberkassel-Römlinghoven.

Gruß



Feuchte Wand sanieren



Hallo Herr Michel,
Kenne ich-
seit ihr in Rheinnähe und evt von Überschwemmungen betroffen?
Welche Nutzung ist für das Gebäude geplant?
Wie ist der Bodenaufbau innen?
Wie soll geheizt werden?
Hat euch ein Fachmann zum Freilegen des Sockels geraten?

So kann es nicht bleiben, da bei Regen und Wasseranstau die Fugen der Fundamentmauer weiter ausgewaschen werden und dann tatsächlich die Standfestigkeit noch zweifelhaft ist.

Je nach Tiefe des Fundaments und der Ausschachtung wird eine davor/darunter betonierte, oben abgeschrägte Stützwand am einfachsten sein zur Wiederherstellung der Stabilität.
Vorher muß wie schon gesagt, darunter befindlicher aufgelockerter Erdboden bis zum gewachsenen Boden entfernt werden.

Seid ihr mit dem Graben noch auf eurem oder öffentlichem Grund?

Diesen würde ich gegen weitere Unterspülungen und Dauerfeuchtigkeit mit Lehm/Ton abdichten- in Witterschlick gibt's eine Tongrube, falls euer Lehm schon entsorgt wurde.
Sofern der Boden gut versickerungsfähig ist kann auch mit Schotter verfüllt werden.
Im Frühjahr bin ich wieder bei Bonn-ggf Email schreiben.

Andreas Teich





Hallo Herr Teich

Nein, der Rhein ist zum Glück weit genug entfernt.

Auf der Rückseite befindet sich die Küche und das Bad.
Das Bad wird nicht erneuert und ist komplett gefliest. Daher ist die feuchte dort nicht sichtbar.
In der Küche haben wir den alten Putz entfernt und soll mit Lehmputz erneuert werden.
Dort ist eine feste Bodeplatte. Geheizt wird mit Zentralheizung.

Das freilegen war meine Idee, da ich
nach ein paar Tagen Regen feuchte Stellen in Höhe der Natursteine
( innen zur Zeit sichtbar und außen wie schon beschrieben im Erdreich)festgestellt habe. Ich dachte mir es kann nicht Schaden etwas gegen die feuchte von Außen zu unternehmen.

Der Graben befindet sich auf der Nachbarseite. Er hat dort seine schlecht gepflasterte und durch einen Radlader geschädigt Einfahrt. Ich vermute auch das dass auch ein Grund der feuchten Wand sein kann.

Der Lehmaushub ist noch vorhanden.

Die Lösung mit der Stützwand finde ich sehr gut.

Meine Frage wäre dann noch, wie die ich die Grube am besten wieder Fülle. Untergrund des Grabens ist komplett aus Lehm. Wie dick die Schicht ist weiß ich nicht. Dadurch ja nicht versickerungsfähig. Eine Drainage ist nicht möglich da ich diese nirgends andchließen kann.

Vielleicht eine Kiesschicht und dann wieder den Lehmsushub wieder ein füllen? Oder beides schichten und verdichten?

Schon mal tausend Dank für die Infos und die Zeit.

Grüße Marcel Michel



Graben verfüllen



Hallo
Kies/Schotter bei nicht versickerungsfähigem Untergrund einfüllen führt nur dazu, dass Wasser hier stehen bleiben kann und die Feuchtebelastung steigt.

In solchem Fall besser wieder den vorhandenen Lehmboden einfüllen und lagenweise alle ca 15 cm verdichten- so kann sich kein Wasser stauen.
Bodenfeuchtigkeit ist der geringste Lastfall für Abdichtungen.

Wenn die Verfugung in Ordnung gebracht und ggf ein Sockelputz angebracht wurde wäre eine Innendämmung zB aus Mineralschaumplatten sinnvoll

Andreas Teich