Sockel mit Bitumen

22.03.2010



22.03.10 - Hallo,lese hier vieles nach....habe auch schon vieles mit genommen und realisiert.....habe nun aber mal ein Problem was wohl noch niemand hier hatte, da es nicht zu finden ist.....an meinem Haus wurde der Keller trocken gelegt.....und der Sockel dann mit Bitumen gestrichen...leider bis Oberkannte Keller....ist vorn kein problem 10 cm sind dort egal....an der Seite sind es aber bis 1,5 m die schwarz sind....nun weiß ich nicht was man machen kann um dort einen Putz oder dergleichen haltbar drauf zu bekommen.....für Hilfe oder realisierbare Ratschläge wär ich unendlich dankbar......habe schon überlegt es wie Wärmedämmung zu behandeln nur wie alles befestigen oder was für Material sollte man dafür nehmen.....nun bin ich mal gespannt was sich ergibt.....





Hallo Andreas,

überputzen können Sie Bitumen nicht, ich fürchte Ihnen bleibt nichts weiter übrig als das Zeug wieder runter zu holen. Bauphysikalisch ist es eh Unfug.
Wenn Sie es absolut nicht runterholen wollen bleibt nur die Möglichkeit Perimeterdämmung mit Bitumendickbeschichtung aufzukleben, diese zu Armieren und dann mit, beispielsweise, einem Feinfilzputz zu überputzen.
Gehen Sie aber hier sicher, das es sich tatsächlich um Bitumen, und nicht um einen Teeranstrich handelt.
Auf Teer hält kein Bitumen.
Prüfen können Sie das indem Sie einen mit Verdünnung getränkten Lappen an der Oberfläche reiben.
Bitumen löst sich, Teer nicht.

Grüße aus Schönebeck



ganz



schwach in der Erinnerung habe ich, dass Deitermann mit Dichtungsschlämme den Übergang herstellen kann. Ist aber schon zu lange her, der Vortrag bei Seeling. Vielleicht mal dort anrufen: 0351-207980 (Nummer ist auch schon älter...)
Die Frage nach der Art des "schwarzen" Materials ist aber enorm wichtig !
Außerdem - war war für die Planung der Höhe der Abdichtung zuständig ? - Eine Frage der Kostenübernahme.....



Moin Andreas,



da die Wand sowieso schon dicht ist, könntest du XPS-Platten (z.B. Austrotherm, Styrodur) entweder im System mit Bitumenkleber bzw. im Zweifel mit Tellerdübeln befestigen und hättest eine Perimeter- bzw. Sockeldämmung.

Wenn man die Platten aufrauht, soll man sie auch direkt beputzen können - von BASF z.B. gibt's aber hierzu keinerlei Freigabe.

Gruss, Boris



Man könnte



aber auch Fassaden- oder Edelstahlgewebe (Ziegelrabitz) verwenden. Diesen über den Sockelbereich spannen und verputzen.
Bei Fragen einfach melden.

Grüsse Thomas



Augen zu und durch??



Das ist aber leider gar nicht so einfach wie das hier erscheint. Bevor ich irgendwelchen Empfehlungen über eine etwaige Sockeldämmung folgen würde, sollte einmal über den Sockel selbst nachgedacht werden. Niemand hier weis bisher

- aus welchem Material dieser Sockel besteht,
- geschweige denn die darauf aufstehende Wand
- wie wird der Keller genutzt
- wie wurde dieser trockengelegt
- ist dieser wirklich trocken

Wenn mir beispielsweise jemand eine Bitumenschicht 1,5m über Gelände an einem Natursteinsockel auf das Fachwerk hochzieht würde ich gewisse Zweifel am Gesamtgewerk verspüren. Kurz: Das Zeug hat da nichts verloren, das ist auch der Grund, weshalb ein ähnlicher Fall schwierig zu finden sein wird.
Die wichtige und richtige Frage hat bereits Olaf gestellt: Die Frage der Kostenübernahme.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Warum der Sockel so hoch abgedichtet wurde geht aus der Frage leider nicht hervor, Fakt ist, das es so ist.
Möglicherweise war ein anfüllen für eine Terrasse oder ein Hochbeet geplant. Das ist so selten nun auch nicht das sich in der Bauphase Pläne ändern.
Wie dem auch sei, eine Abdichtung kann durchaus auch höher als Gelände 00 gezogen werden und noch mit der DIN 18195 konform seien.
Wichtig ist hier, das die nicht UV beständige Bitumendickbeschichtung abgedeckt wird. Ob das nun mit Dämmung oder einer Vorhangfassade geschieht ist dabei nebensächlich.

Grüße aus Schönebeck



Nichts genaues weiß man nicht



Einmal davon ausgehend, dass Lastfall , Schichtdicken und Verarbeitung vorzüglich sind, kommt es halt wirklich auf die Wand selbst an.

beispielsweise sagt die gute DIN 18195 über den Bereich des Anschlusses an die Spritzwasserzone:

"Im Bereich der Spritzwasserzone ist die Abdichtung 50 cm über Gelände hoch zuführen, um bei der endgültigen Geländeanpassung 30 cm Spritzwasserschutz sicherzustellen. Damit ein Sockelputz oder ähnliches angebracht werden kann, sollte bei einschaligem Mauerwerk die Spritzwasserzone mit zementgebundener Dichtungsschlämme ausgeführt werden. Die Überlappung von Dichtungsschlämme mit Bitumendickbeschichtung beträgt mindestens 10 cm "

... von 150 cm steht da nichts. Das mag mit 150 cm ja bei Porenbeton, Ortbeton mit Perimeterdämmung und sonstiger Dämmung auf dem Sockelputz funktionieren, doch bei einem möglicherweise feuchten Altbaukeller aus Naturstein- oder Ziegelmauerwerk würde ich mich nicht wirklich auf eine Dickbeschichtung in dieser Höhe einlassen. Ein sich ausgleichender Feuchtehaushalt eines alten Sockelmauerwerks sollte über eine solche Maßnahme nicht behindert werden.
Wenn hier wie oben angefragt ein Putz aufgebracht werden soll wird das auf Dauer nicht gut gehen, der flexiblere Bitumenanstrich wird mit einem Sockelputz keine dauerhafte Verbindung eingehen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Nicht ganz richtig Herr Kornmayer,

das ist kein Auszug aus der DIN sondern der Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Kunststoffmodifizierten Dickbeschichtungen (KMB)

Hier heißt es aber immer „mindestens“.

In der DIN, die ohnehin nur die Neubauabdichtungen regelt, heißt es auch:

„oberhalb des Geländes darf die Abdichtung entfallen, wenn dort ausreichend wasserabweisende Bauteile verwendet wurden; andernfalls ist sie hinter der Sockelbekleidung hochzuziehen“

Grüße aus Schönebeck





Na dann sind wir uns doch mal wieder einig :-))

Gruß aus Wiesbaden
Christoph Kornmayer

P.S.: Das Textzitat ist natürlich aus den Richtlinien, mea culpa, habe geschludert.