Silikatfarbe / Wasserglasfarbe: Rezepte und Verarbeitungstipps?

28.11.2011



Hallo,

ich habe in diesem Forum vor einiger Zeit den Rat bekommen, Feuchträume mit Wasserglasfarbe zu Streichen und bin nun so weit, es ausprobieren zu wollen. Wir haben die Wände von Altanstrichen und Gips befreit und nochmal dünn mit einer Lage Kalkputz überarbeitet.

Hier im Forum
www.fachwerk.de/wissen/wasserglas-farben-7463.html
findet sich ein Rezept für eine weiß deckende Silikatfarbe (70 Teile Cristobalit-Mehl, 100 Teile Kaliwasserglas in wässriger Lösung 10%).

Fragen:
- wie lange muss der frische Kalkputz vor dem Anstrich abbinden? Woran sieht man, dass er ausreichend CO2 aufgenommen hat?
- kann die Sinterschicht auf dem frischen Putz mit z.B. Phosphorsäure 5% entfernt werden?
- Wie ist es mit Glattputz (mit dem Schwamm gerieben und abschließend mit der Kelle "glattgebügelt")? Eignen diese
sich für Mineralfarbe, müssen sie besonders vorbehandelt werden? (Sind sie dann noch glatt...?)
- Hat jemand das genannte Rezept schon erfolgreich ausprobiert? Wo hatten Sie das Material bezogen? Eignen sich der Cristobalitsand und das Wasserglas von Kremer?

Weil zum Thema selbstgemischte Silikatfarbe so wenig insgesamt zu finden ist, würde ich gerne die Ergebnisse hier dokumentieren.

Grüße an alle,
Felix Wagner



Re: Silikatfarbe / Wasserglasfarbe: Rezepte und Verarbeitungstipps?



Hallo alle,

die in kleiner Menge selbst angerührte Silikatfarbe nach
dem im vorigen Posting genannten Rezept wirkt sehr wässrig und deckt kaum (bei meinen Testflächen deckt sie nur an den Rändern, wo etwas mehr Farbe stehen geblieben ist). Sie trocknet nach 6 Stunden abriebfest auf. Ein "gläserner" Film oder ähnliches ist nicht zu sehen.

Untergrund war jeweils 4 Wochen alter Kalkputz, einmal gerieben, einmal gefilzt und anschließend mit der Kelle "glatt gebügelt". Die Hälfte der Testflächen habe ich
vor dem Anstrich fluatiert.

Die Farbe habe ich einmal wie beschrieben verwendet, einmal
mit der gleichen Menge Ockerpigment (d.h., nochmal 70 Teile) "eingedickt".

Fragen an berufene Menschen:
- Das Kaliwasserglas von Kremer trägt die Bezeichnung
26° - ich habe es mit der doppelten Menge Wasser
gemischt, um auf die im Rezept geforderte Konzentration
("10%ige wässrige Lösung") zu kommen.
> War der Kaliwasserglasanteil eventuell zu gering?
Vielleicht habe ich ja auch die Sache mit dem
Festkörperanteil falsch verstanden?
- Das Cristobalit-Mehl, ebenfalls von Kremer, hat eine
Kornstärke von 0,01 bis 0,1 mm.
> War die Kornstärke/Sieblinie eventuell falsch gewählt?

Ich freue mich auf Erfahrungsberichte und Tipps.

Grüße an alle!
Felix