Sichtmauerwerk - Fugen ausbessern

29.08.2017 Sebastian343



Hallo,

bei meiner Fassade müssen die Fugen ausgebessert werden, leider wurde mal mit Mauermörtel ausgebessert, ohne vorher die Fugen auszukratzen.
Daher muss dies jetzt aufwändig mit der Flex gemacht werden, ohne die Flanken zu beschädigen.

Die Frage ist nun, womit neu verfugen.
Der Architekt und Verfuger rät zu einem Werktrockenmörtel mit Zement (Sakret FU)

Nun habe ich mal etwas gegoogelt und es wird oft Luftkalk oder Muschelkalk empfohlen.

Worin liegt da der Vorteil?

Beste Grüße
Sebastian



Verfugung



Der alte Kalkzementfugenmörtel hat etwa 100 Jahre gehalten.
Nehmen Sie werkgemischten Verfugmörtel, keine eigenen Experimente.
Noch besser nehmen Sie eine Firma die eine Komplettleistung abliefert.



Ok



Also ist der Sakret Fugenmörtel der Festigkeit III OK?



Ok



Also ist der Sakret Fugenmörtel der Festigkeit III OK?



Verfugung



Sehen Sie in die Beschreibung des Materials, da steht drin für welche Zwecke es eingesetzt werden kann. Das sollten Sie immer so machen bevor Sie Material kaufen.
Ich habe übrigens nicht DIESES Material empfohlen sondern eine allgemeine Empfehlung gegeben. Das passende, auf Ihre Fassade abgestimmte Material müssen Sie schon selber suchen- oder dem ausführenden Handwerker dabei nicht reinreden.



Danke



habe ich natürlich vorher schon. Gemäß TM geht der. Mir geht es eher um die Festigkeit III, da ich gelesen habe der soll zu hart sein und den Stein beschädigen



Verfugung



Welchen Stein?
Irgendeinen, einen an einem anderen Haus, die Ziegel die bei Ihnen verbaut wurden?
Kapieren Sie es:
Ich weiß weder welches Material an der Fassade vorhanden ist noch wo Sie was damit ausbessern wollen. Das können nur Sie wissen.
Wenn Sie die Informationen nicht selber verwerten können dann müssen Sie sich auf das verlassen was der Hersteller angibt. Der bzw. der Verarbeiter steht dafür in der Gewährleistung.
Sie können natürlich auch glauben was Ihnen andere sagen oder was Sie im Internet finden, nur das die keine Garantie für ihre Aussagen übernehmen.
Das ist eben der Unterschied zwischen wissen, sich verlassen und glauben.

Zur Problematik Mauern bzw. ausbessern:
Heute ist es üblich vollfugig zu mauern und die Fugen abzubügeln. Das erspart das nachträgliche Verfugen.
Mauermörtel = Fugenmörtel.



Hat sich erledigt



Trotzdem danke, der Verfuger mischt vor Ort mit Putzsand und Kalkhydrat, evtl noch Zement. Hat er in der Denkmalpflege schon oft gemacht, haben uns missverstanden



Der Verfuger hat begonnen....



Die Fugen hat er ausgeflext und dabei die Flanken teilweise beschädigt. Er sagte das ging nicht ganz ohne Beschädigung, da der Stein noch von Hand hergestellt wurde und sehr krumm war und die Zementfuge sehr hart.
Der Bereich, welchen er mit Kalkmörtel verfugt hat sieht ganz gut aus.
Den Sockel möchte er auch mit Kalkmörtel verfugen.

Spricht da etwas gegen, bzw. muss ich mir wegen den beschädigten Flanken Sorgen machen?
Der Architekt empfiehlt eine Hydrophobierung, zumindest im Bereich des Sockels und Gesims.
Hierzu liest man leider sehr viel negatives ...

Über Hinweise würde ich mich sehr freuen



Verfugung



Was ich nicht verstehe ist warum man eine Vefugung herausflexen muß. Wenn die noch so hart ist dann funktioniert sie. Ausbessern heißt die herausgebrochenen Teile zu ersetzen.
Im Sockelbereich muß der Mörtel frostsicher sein. Luftkalkmörtel ist das nicht.
Hydrophobierungen sind diffizil in der Anwendung, dafür braucht es Erfahrung. Wenn Ihr Architekt davon keine Ahnung hat soll er die Finger davon lassen.



Weil



Die Fugen schon einmal ubergeschmiert wurden, wohl ohne auskratzen und mit einem sehr harten Mörtel, der härter als der Feldbrandstein ist.
Der löste sich zum Großteil an den Flanken und war teilweise nur mm dick.





Beim Ausbau wird leider oft zuviel zerdeppert, dort erkennt man schnell erfahrene Fachkräfte.

Der Ausbau wird schonender mit Fugenfräse oder - Säge vorgetragen, dass lässt die Flanken heil und man spart sich auch die frechen Einschnitte bei den Stoßfugen, gleichzeitig wird durch Absaugen die Sauerei minimiert.

Also wenn da lange viel "gekloppt" wird ist das kein Merkmal von Tüchtigkeit.

In begrenzten Umfang werden beschädigte Ziegelflanken hinzunehmen sein.

Wenn es aber zu viel wird schafft man sich nur neue nachhaltige Probleme. Durch die "Vergrößerung" der Flankenfläche und Absprengen der "wasserdichten" Sinterschicht schaffe ich ja wieder dem Wetter Angriffsfläche.

Von der Hydrophobierung sollte man die Finger lassen, nicht nur das die Funktionalität fraglich ist, es kann auch optisch sehr betrübliche Resultate geben. Da kann ich die hier in Leipzig schlechte und seltener gute Beispiele vorführen.

Früher hat der kundige Maurer Quark in den Mörtel gekippt um ihn "wasserabweisend" einzustellen. Das geht heute immer noch, man kann es ja mal selber ausprobieren. (Maximal 1 kg Magerquark auf 10 Liter Kalkbindemittel)

Aber auch bei dieser "Hydrophobierung" wird ebenfalls immer mit schlechterer Wasserleitfähigkeit auch in die andere Richtung erkauft, so das hier überschießende Vorteile selten zu verbuchen sind.

Risse und mangelhafter Flankenschluss sind an solchen Fassaden nicht auszuschließen.





Beim Ausbau wird leider oft zuviel zerdeppert, dort erkennt man schnell erfahrene Fachkräfte.

Der Ausbau wird schonender mit Fugenfräse oder - säge vorgetragen, dass lässt die Flanken heil und man spart sich auch die frechen Einschnitte bei den Stoßfugen, gleichzeitig wird durch Absaugen die Sauerei minimiert.

Also wenn da lange viel "gekloppt" wird ist das kein Merkmal von Tüchtigkeit.

In begrenzten Umfang werden beschädigte Ziegelflanken hinzunehmen sein.

Wenn es aber zu viel wird schafft man sich nur neue nachhaltige Probleme. Durch die "Vergrößerung" der Flankenfläche und Absprengen der "wasserdichten" Sinterschicht schaffe ich ja wieder dem Wetter Angriffsfläche.

Von der Hydrophobierung sollte man die Finger lassen, nicht nur das die Funktionalität fraglich ist, es kann auch optisch sehr betrübliche Resultate geben. Da kann ich die hier in Leipzig schlechte und seltener gute Beispiele vorführen.

Früher hat der kundige Maurer Quark in den Mörtel gekippt um ihn "wasserabweisend" einzustellen. Das geht heute immer noch, man kann es ja mal selber ausprobieren. (Maximal 1 kg Magerquark auf 10 Liter Kalkbindemittel)

Aber auch bei dieser "Hydrophobierung" wird ebenfalls immer mit schlechterer Wasserleitfähigkeit auch in die andere Richtung erkauft, so das hier überschießende Vorteile selten zu verbuchen sind.

Risse und mangelhafter Flankenschluss sind an solchen Fassaden nicht auszuschließen.