Sichtfachwerk vor dem Verfaulen von innen retten

25.10.2019 Eisenbert



Hallo,

wir besitzen ein Fachwerkhaus aus Fertigbauteilen (tragend) Baujahr 1985. Der Wandaufbau ist folgender (von innen nach außen): Kalksandsteinmauer | Dämmung mit Mineralwolle (leider) | Fachwerk (Nadelholz, Leimbinder) mit Klinker-Ausfachung.

Problem: Die untersten Balken beider Etagen auf der Wetterseite des Hausen faulen von innen weg. Der Schwellbalken muss getauscht werden, im Obergeschoss ist vom Balken die Hälfte gewürfelt, siehe Bild.

Ursache aus meiner Sicht wird die Kondenzfeuchte in der Dämmschicht sein.

Hier meine Fragen:

1) Wie kann ich das Holz vor dem weiteren Verfaulen retten? Eine Erstmaßnahme wäre, diesen Dichtungskitt zwischen Holz und Gefache zu entfernen (siehe Bild), damit der Wasserdampf nach außen kann. Man könnte die Klinker auch mit Lüftungslöchern versehen. Falls das Sinn macht, wären diese eher im oberen oder unteren Bereich am effektivsten?

2) Das Tauwasser müsste sich durch den einheitlichen Wandaufbau ja rund ums Haus bilden, warum ist nur die Wetterseite so stark betroffen?

Vielen Dank für die Hilfe



...ob es wirklich Kondesnwasser ist?



Meines Erachtens spricht eher viel dafür, dass es sich hier um eindringende Außenfeuchte handelt. Warum sonst sollte nur die Wetterseite betroffen sein? Die Mineralwolle saugt sich dann voll und es beginnt zu schimmeln....ein oft vorkommendes Phänomen.

Nun ist es wieder mal typisch: da hat man in den 80ern im Westen sich ein Fachwerkhaus chic dahingesetzt,- einfach weil es "gemütlich" aussieht....aber alles in moderner Bauweise. Man hätte besser auf alte Baumeister gehört und es gemacht, wie vor 100-200 Jahren: niemand wäre auf die Idee gekommen da ein freiligendes Fachwerk an der Wetterseite zu lassen. Warum keine ordentliche Verbretterung davor?

Nochmal: ich denke es ist Außenfeuchte und die kommt durch die Wetterseite und lässt die Mineralwolle wie einen Schwamm wirken, der dann Schimmel begünstigt.

Alles Aufmachen! MW raus. Verlattung von Außen davor.



MW entfernen



Danke Herr Hoffmann für die Einschätzung. Wir haben das Haus erst letztes Jahr erworben, mittlerweile ist mir so einiges aufgefallen, was man in den 80ern baulich ohne Wissen über Langzeitfolgen gemacht hat.

"Alles Aufmachen" klingt nach erheblichen finanziellen Aufwand, wäre das überhaupt ohne Neumauern der Gefache möglich?



Aufmachen



Also um das Öffnen werdet ihr wohl nicht drum rum kommen.
Aber Vorsicht! Bis 1993 durfte Asbesthaltige Dämmwolle verwendet werden.
Irgendwie muss ja die Feuchte raus.
Ihr könnt natürlich mal prüfen lassen wie feucht die Dämmwolle ist.



Von Innen öffnen



Es muss ja nicht von Außen geöffnet werden....evtl könnte man prüfen, ob es sinnvoller wäre, die Wand von Innen zu öffnen? Fachpersonal zu Rate ziehen!



Fachleute finden



Unter welchem Schlagwort müsste ich suchen, um den den richtigen Fachmann zu finden? Gibt es so etwas wie einen "Gutachter für Fachwerk"?



Fachmann



Es gibt auf jeden Fall über die Schreiner bzw. Zimmermannsinnung Fachleute die man beauftragen kann.,
Auch wenn das Haus noch nicht so alt ist wäre sonst noch ein Restaurator denkbar
https://www.restauratoren.de/
Für die Sanierung kommen dann ja auch noch Stukkateur Firmen in Frage.



Würfelbruck



Sie Schreiben das Sie im oder am Holz Würfelbruch festgestellt haben.. Hier könnte es sich auch um Holzzerstörende Pilze handel.Braunfäule = Destruktionsfäule (Zellulose wird abgebaut)
braunes Holz meist fein würfelbrüchig. Holen Sie sich einen Fachmann vor Ort. Alles andere ist eher Kontraproduktiv . Gerne können Sie mich auch kontakten.



Würfelbruck



Als wichtige Braunfäuleerreger sind die folgenden Pilze zu nennen:

Echter Hausschwamm
(Serpula lacrymans, früher Merulius lacrymans)
Wilder Hausschwamm
(Serpula himantioides, früher Merulius himantioides)
Kellerschwämme
(Coniophora spp.)

Ausgebreiteter Hausporling
Porenschwämme bzw. Weiße Porenschwämme
(Antrodia spp., Oligoporus spp.)
Muschelkrempling oder Grubenschwamm
(Paxillus panuoides)
Blättlinge
(Gloeophyllum spp., früher Lenzites spp.)
Fältlingshäute
(Leucogyrophana spp.)
Alle genannten Pilze sind nach eigener Erfahrung regelmäßig bei Schadens­fällen nach­zuweisen, wobei Schadensfälle durch Echten Hausschwamm, Keller­schwämme, Porenschwämme und Blättlinge die häufigsten sind.



Würfelbruck



Als wichtige Braunfäuleerreger sind die folgenden Pilze zu nennen:

Echter Hausschwamm
(Serpula lacrymans, früher Merulius lacrymans)
Wilder Hausschwamm
(Serpula himantioides, früher Merulius himantioides)
Kellerschwämme
(Coniophora spp.)

Ausgebreiteter Hausporling
Porenschwämme bzw. Weiße Porenschwämme
(Antrodia spp., Oligoporus spp.)
Muschelkrempling oder Grubenschwamm
(Paxillus panuoides)
Blättlinge
(Gloeophyllum spp., früher Lenzites spp.)
Fältlingshäute
(Leucogyrophana spp.)
Alle genannten Pilze sind nach eigener Erfahrung regelmäßig bei Schadens­fällen nach­zuweisen, wobei Schadensfälle durch Echten Hausschwamm, Keller­schwämme, Porenschwämme und Blättlinge die häufigsten sind.



Pilze und Abdichtung vs. Belüftung



Wasser allein tut dem Holz ja nichts, irgendein Pilz ist es immer, der die Zersetzung bewirkt. Wo es aber trocken und zugig ist, hört auch das Pilzwachstum auf. Daher interessieren mich die Meinungen zu folgender Frage: Diese Dichtungsmasse in den Fugen der Balken wurde nur auf der Wetterseite angebracht. Hat dies die Fäulnis eher gebremst (weniger Wasser kommt rein, die Dämmung saugt sich weniger voll) ODER eher beschleunigt (weniger Luft kommt rein, feuchte Dämmung trocknet schlechter)?



Fugendichtung.



Die Frage lässt sich sehr schnell beantworten.. Abdichten war beim Fachwerk noch nie die beste Lösung.
Diffusionsoffen soll es sein. Alles andere ist eher Kontraproduktiv und führt in der Regel zu massiven Schäden.