Außendämmung ja, aber Fachwerk weg?

09.08.2009



Liebe Fachwerkhausliebhaber,

jetzt bin ich seit einigen Wochen Besitzerin eines Fachwerkhauses und nun steht die Frage an dieses Haus rundherum mit Lärchenholz zu verkleiden und zu dämmen. Grund liegt in der Tatsache, dass alles andere ein Fass ohne Boden zu sein scheint. Zugegebenermaßen gibt es nur noch sehr wenig historisches Fachwerk und wenn sind die Gefache bündig mit Bims und leider auch sehr viel Ytong gemauert. Ich bin dennoch etwas ratlos, da ich mir ein anderes Ziel - nämlich ein sichtbares Fachwerkhaus - gesteckt hatte. Die aktuelle Planung:

Außendämmung: marode Balken ersetzen oder mit Steinen untermauern, Zementputz wenn vorhanden entfernen, Lattung und Konterlattung und Lärchenstülpschalung. Als Dämmmaterial würde ich gerne feste Mineralwollmatten benutzen, da ich meine die sind wasserfest und außerdem kann ich vorhandene aus dem Innenbereich nehmen.

Innen: damit ich überhaupt noch merke in einem Fachwerkhaus zu sein, möchte ich innen möglichst viele Balken sehen, d.h. Kalkputz auf die vorhandenen Gefache. Manche Gefache bestehen aus Lehm und Stroh, andere aus Bims und sehr viele aus Ytong. Ich hoffe bei der geplanten Wandkonstruktion auch die Ytongsteine belassen zu können und mit Kalkputz zu verputzen??

Wichtig ist vieleicht auch noch, dass das Haus ein Wochenend und Ferienhaus werden soll.

Über ehrliche Meinungen, Erfahrungen und Alternativen würde ich mich sehr freuen.

Sabine



als Gestaltungsvorschlag



schau doch mal auf meine Bildersammlung, ohne Dir im Interesse der Gegner einer Außendämmung meine Lösung einreden zu wollen ... Bilde Dir bitte selber eine Meinung zum Thema



Also



nix gegen kreativ gestalterische Dinge, aber dieses "Fachwerk " sieht schon von weitem richtig übel nach Plastik aus. Dann lieber ganz drauf verzichten.
MfG
dasMaurer



falsch geschaut ....



das ist kein Plastik, sondern mit der hand modelierter Putz auf einem WDVS. Als gelernter Maurer müsstest Du wissen, daß hier mehr als Liebe und filigrane Handarbeit dahintersteckt. Wie breits geschrieben, ist es nicht einmal der Dame von der Denkmalpflege aufgefallen. Außerdem nur eine Alternative. Muß ja nicht so machen, es gehen auch dunkle Bretter oder glatter Putz ...... ist schließlich ein freies Land ....



Kreativität



Unabhängig von kreativen Gestaltungsmöglichkeiten, was ist mit meiner Gestaltungsidee?? Ein Haus, außen Holz und innen Fachwerk? Ist der Wandaufbau in Ordnung? Alternativen?

Freue mich über "kreative" Meinungen

Sabine



Sichtfachwerk



Hallo Sabine,
wenn Sie innen Sichtfachwerk mögen, dann ist dies an den Innenwänden problemlos möglich, die Felder einfach mit Lehm- oder Kalkputz versehen.
An der Außenwand ist das schon heikler.
Ohne durchgehenden Verputz ist es schwierig, die Fuge zwischen Holz und Gefachausmauerung luft- bzw. wenigstens winddicht zu bekommen.
Es besteht die Gefahr, das in der Wand oder in der Dämmung Kondenswasser ausfällt.
Das geschieht, wenn warme und Feuchte Innenluft im Winter durch die Wand nach außen dringt.
Bei Wind können das, bedingt durch die Druckunterschiede auf der Leeseite, erhebliche Mengen sein.

Viele Grüße



Sichtfachwerk



Danke für die Antwort! Kann ich denn auch Kalkputz auf Ytong machen? Und die Außendämmung mit Mineralwollplatten? Die Tatsache, dass das Haus mit Holz verschalt werden könnte scheint viele Probleme zu lösen - ist wahrscheinlich letztendlich eine Grundsatzentscheidung und eine Frage des Geldbeutels. Nach meiner Kalkulation ist der geplante Konstruktionsvorschlag, außen Holz und innen Sichtfachwerk erheblich günstiger und problemloser. Ich suche noch den Haken?

Grüße aus Köln

Sabine



Sichtfachwerk



Hallo Sabine,
natürlich funtioniert Kalkputz auf Ytong.
Der ganze Komplex mit der Außendämmung und hinterlüfteter Verschalung ist ein gesondertes Thema, dafür sollte ein Fachmann vor Ort ran.

Viele Grüße



Fachmann



Okay, mach ich!!