Sichtbare Holzbalkendecke nachträglich dämmen

11.11.2014



Hallo!
Ich beabsichtige meine sichtbare Holzbalkendecke zwischen Dachgeschoß (bewohnt) und Speicher (Abstellraum) nachträglich zu dämmen. Die Dachschräge im Speicher ist in Form einer Zwischensparrendämmung (ca. 22 cm) mit innen liegender Dampfsperre gedämmt. Im Speicher selbst befindet sich noch ein Ventilator mit Feuchtesensor, der die Feuchte Luft (bedingt durch das adrunterliegende Geschoß) nach außen befördert.
Die Holzbalkendecke ist mit Spanplatten (ca. 50 m²) belegt und wird lediglich mit der ausziehbaren Treppe unterbrochen. Die Spanplatten (als Decke) wurde mit Malervlies beklebt und angstrichen. Auf diesen Spanplatten möchte ich nun eine Dämmung aufbringen, um die Wärme im darunterliegenden Geschoß halten zu können.
Der Speicher sollte in Zukunft zumindest in notwendigen Bereichen begehbar sein (also komplette Verlegung von begehbaren Platten ist nicht erforderlich).

Welche Art der Dämmung sollte ich wählen? Ich tendiere zur diffussionsoffenrn Dämmung (Holzfaserplatten) mit gelegentlicher begehbarer Abdeckung (dann wäre doch eine warmseitige Dampfbremse nicht erforderlich oder?). Oder alternativ hierzu eine Luftdichtbahn zwischen vorhandenen Spanplatten und geplanter Dämmung (z.B.Styropor, Styrodur, etc.) einbringen? Welches Material in welcher Stärke sollte für die Dämmung gewählt werden, da bereits die Dachschräge gedämmt ist?

Mir wurde empfohlen:
1. 2-lagig Styrodur auf die Spanplatten Verlegen mit gelegentlicher begehbarer Abdeckung (Feuchtigkeit würde in den Speicher ziehen und über Ventilator abtransportiert werden... ohne Dampfbremse.

2. 2-lagig Styrodur auf die Spanplatten verlegen, zwischen Styrodur und Spanplatte eine warmseitige Dampfbremse einbringen.

3. 2-lagig Drain-Platte (bituminös gebundenen Perlen)auf die Spanplatten verlegen mit gelegentlicher begehbarer Abdeckung (Feuchtigkeit würde in den Speicher ziehen und über Ventilator abtransportiert werden.

Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung!



Dämmen von Holzbalkendecke



In diesem Fall würde ich 2 x 4cm Holzdämmplatten (ca. 160 - 200 kg/m³) auf den Platten verlegen und bei den stark frequentierten Stellen eine Bohle zum Schutz auflegen.

Die Spanplatten sind schon eine gewisse Dampfbremse.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Bloß kei Styrodur/XPS



Es hätte natürlich mehr Sinn gemacht auf die Sparrendämmung zu verzichten

Das allergünstigste wäre Zellulose offen aufgeblasen.
wenn nur kleine Bereiche begangen werden müssen für diese eine Unterkonstruktion basteln aus Pappröhren, Holzleisten etc und eine 18 mm OSB Platte oder Diele darauflegen.
Dicke ? Soviel wie geht, da die reinen Materialkosten gering sind und die Verarbeitung nur unwesentlich mehr kosten dürfte bei größerer Schichtdicke- außerdem kannst du das Material später wiederverwenden, wenn du dein Dach mal richtig dämmen willst.



Pappröhren und Dämmdicke vor Dampfbremse



Also die Pappröhren würde ich nun nicht gerade in einem Dachstuhl verbauen wollen und die Dämmdicke darf auch nicht "soviel wie geht" werden. Es geht nicht viel. Erst recht nicht wenn mit einer OSB abgedeckt wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Papphülsen



... werden von Isofloc für genau diesen Zweck angeboten:

http://isofloc.de/unsere-daemmprodukte/isofloc-daemmhuelsen/



Sichtbare Holzbalkendecke nachträglich dämmen



Herzlichen Dank für Eure Anregungen und Empfehlungen!

Da der Speicher als Lagerraum weiterhin genutzt werden sollte, tendiere ich zu den Holzdämmplatten.
Zellulose hört sich interessant an - hier müsste ich allerdings größere Bereiche mit der Unterkonstruktion und Platten ausstatten, um genügend Stellfläche zu erhalten.
Die Holzdämmplatten sind da wohl druckfester, sodass z.B. Kartons auf kleinen Holz-Vierkantprofilen auf der Dämmung gelagert werden könnten (keine flächige "Sperre" aufgrund Platten, Aufbau bleibt diffussionsoffen).

Die Holzdämmplatten gibt es in verschiedenen Stärken, siehe z.B.
http://www.bausep.de/Rohinnenausbau/Bodendaemmung/Holzfaser/Holzfaserdaemmplatte-fuer-Boeden-WLS-040-1350-x-600-mm.html

Mal von den höheren Kosten abgesehen, wäre eine Verlegeung mit 2 x 60 mm Holzdämmplatten nicht besser als 2 x 40 mm (Tipp von Frank)? Oder reichen in meinem Fall 2 x 40 mm aus, da ja bereits eine Zwischensparrendämmung in der Dachschräge vorhanden ist?

Auf o.g. Homepage werden auch Hanfdämmmatten angeboten.
http://www.bausep.de/Innenausbau/Innenwanddaemmung/Thermo-Hanf-Combi-Jute-WLG-040-Daemmmatten.html

Wäre dies nicht auch eine sinnvolle Variante? Könnte man auch hier Kartons wie oben beschrieben lagern oder müssen hier, wie bei der Zellulose Platten verlegt werden? Gibt es hierzu Erfahrungen?

Grüße aus der Pfalz



Hanf oder Holzfaserplatten



Hallo Timo,

Du kannst ja auch unterschiedliche Verfahren wählen in unterschiedlichen Dicken oder unterschiedlichen Materialien.

Sollte ein Raum unten stärker beheizt werden, könnte über dem auch eine stärkere Wärmedämmung verlegt werden.

Die Dämmwirkung und Eigenschaften sind bei Holzfaserplatten und den Hanfplatten ähnlich- wo es paßt kannst du die günstigeren nehmen -Hanf ist nur viel weicher, daher nicht druckfest
.
Solltest du Wasserdampfprobleme erwarten, unter den Platten eine Dampfbremse verlegen.

Bei leichten Belastungen kann man Kartons sicher direkt auf die Holzfaserplatten stellen oder du legst OSB Platten zur Lastverteilung auf die HF-Platten.

Oder du nimmst Pappröhren- wie schon yogumon erkannt hat werden die von Isofloc für den Zweck verwendet- bzw Holzklötze/Leisten um einen Zwischenraum herzustellen.

Die HF-Platten kannst du auch nur unter die Ränder der OSB-Platten legen zur Druckaufnahme und dazwischen die günstigere Hanfdämmung. Einfach ausprobieren- je nach Belastung.

Welche Stärke genügt läßt sich kaum sagen- im Zweifel würde ich die größere Stärke nehmen, also 10-12 cm insgesamt.

Andreas Teich



wird das dann wieder ein Kaltdach?



Mit allen möglichen Problemen die daraus wieder folgen können?
Woher kommt die Luft die der feuchtigkeitsgesteuerte Lüfter nach draußen befördert? Wird durch die Dämmung der Zwischendecke nicht ein kalter Raum gebaut der eben nicht Winddicht ist und nicht mit Dampfbremse zum warmen Raum abgegrenzt ist?
Ist da ein Schimmelproblem nicht die logische Folge? Immer wieder dringt warme Luft in das kältere Spitzdach. Wenn der Lüfter wegen der Sättiggung anläuft saugt der weitere warme Luft nach?