Sichtbalkendecke

06.10.2016 Nick



Hallo,

unser Haus besteht ja aus verschiedenen Anbauten aus verschiedenen Dekaden. Manche Holzbalkendecke hat einen Fehlboden, darauf bröselige Betonschüttung. In einigen dieser Räume ist dann noch ein drei cm "starker" Estrichboden (natürlich nicht entkoppelt, rissig). Ich finde es schon erstaunlich, dass die Balken überhaupt das Gewicht dieser Schüttung und des Estrichs tragen.

In zwei Räumen sieht es aber anders aus, es sind die des ältesten Anbaus. Dort sind auch diese Holzbalken (17 cm hoch). Dort hat man aber auf einen Fehlboden verzichtet und diese lockere Betonschüttung direkt auf von unten angenagelte Heraklitplatten gekippt.
Macht man diese Platten ab, bröselt es gewaltig.

Da die Deckenhöhe in diesem Raum nur 220 beträgt, bin ich auf die Idee Sichtbalkendecke gekommen.

Jetzt ist also 3 cm Heraklit dran, drunter 2 cm Latten. Das Schlimmste an allen Decken im Haus ist eigentlich, dass ein starker Höhenunterschied vom Rand zur Raummitte besteht (5-7 cm). So sind die Latten am Rand zwei/ dreifach und in der Raummitte im Heraklit leicht versenkt. Es ist aber nach 15 Jahren immernoch in Waage, also es hat sich nichts weiter durchgebogen. Eine direkte Verkleidung an den Balken wäre also auch aufwändig und würde nur mickrige Zentimeterchen bringen.

Zu der Sichtbalkendecke:

Oben ist eine alte Dielung drauf. Ich habe noch nicht darunter gesehen, wie viel da noch drunter ist. Der Aufwand, die zu entfernen, ist aber nicht so groß. Ich könnte nun alles entfernen und dann in die Zwischenräume der Balken (Abstand 50 cm) entweder Holzbretter mit Nut und Feder anbringen, oder das ganze glatt gestalten (Gipskarton etc.).

Darüber würde ich kleine Hölzer schrauben, darauf noch Bretter als Fehlboden (damit ich den Hohlraum für LED-Spots und die Kabel nutzen kann), darauf Schüttung.
Nur welche? Ginge auch wieder dieser lockere Beton? Wie haben die das gemacht? Ist das 1:8 gemischt, oder woraus besteht das?

Oben würde ich dann eine Konterlattung auf die Balken schrauben und darauf Dielen.

Für eine tolle Entkopplung des Bodens oben fehlt auch dort die Raumhöhe, es wird aber Kinderzimmer und keine andere Wohnung.

Wäre diese Umsetzung sinnvoll? Ich stelle mir 1-2 cm sichtbare Balken vor, also nicht bündig mit den Brettern, oder wäre das auch denkbar? Normaler Weise sieht man bei diesen Decken ja fast den ganzen Balken, aber dann wäre ja gar keine Körperschalldämmung mehr vorhanden??

Wie ist es mit dem Durchhängen zur Mitte hin? Die Zwischenräume müssten der Biegung ja quasi folgen und nicht in Waage ausgerichtet werden - ich denke, wenn alles so sichtbar gestaltet ist, fällt das nicht Perfekte weniger auf?

Viele Grüße
Nick



Ich habe die Suchfunktion genutzt und



nochmal nachgemessen:) Es sind 9.5 x 19 cm große Balken mit ca. 55 cm Abstand. Daran 3 cm starke Latten. Dieser lose Beton ist tatsächlich die vollen 19 cm aufgefüllt. Auf einer 24 qm Decke mit 4.75 Spannweite sind Dielen, auf dem anderen Raum mit 5 m Spannweite ist noch Estrich drauf. Dass das überhaupt hält...

So stark sind sie scheinbar auch nicht gebogen. Raummitte 228 Höhe, am Rand 230 bei absolut ebenem Boden.

Die Balken mit den Latten sind wohl nicht schön genug um entblößt zu werden. Bliebe nur eine dünne Verkleidung, dann aber mit Fehlboden für die Kabel und Spots.

Ich könnt nur versuchen, die Schüttung vorsichtig wegzupicken, bis ich über den Latten Bretter einziehen kann. An zwei Stellen hält sie überraschend ganz von alleine.

Dann hätten wir ca. 225 cm hohe Decken statt 220. Lohnt das? Gibts sonst noch Ideen?