Sechser im Lotto

20.10.2017 elbsegler



Guten Tag an das Forum,

hat schon mal jemand Zuwendung für ein privat genutztes Denkmal Fachwerk/Gebälg und Wärmedämmung (außer KFW) aus Töpfen wie Lotto oder sonstigen Stifftungen bzw. Förderern/Institutionen erhalten? Ich frage mich grade ob sich die Mühe der Antragstellung/en lohnt? Und wohin ging die Post?
Danke im Voraus.

Gruß
Ralf





Die Landesdenkmalpflege kann dir da eine grobe Einschätzung dazu geben sofern du guten Kontakt zu denen hast.

Landesmittel sind in Geberländern recht einfach und in Nehmerländern eher schwierig zu ergattern. Je nachdem wo du wohnst stehen dir Stadtsanierungs- oder Dorferneuerungsprogramme zur Verfügung.

Bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hast du gute Chancen, wenn dein Denkmal zumindest von überregionaler Bedeutung (das typische Bauernhaus fällt in der Regel nicht darunter) ist und du viel über die Geschichte des Hauses weißt und erzählen kannst. Außerdem sollte es in seinem Bestand gefährdet sein. Also dringender Handlungsbedarf bei Dach, Statik etc. Ein Bonus wäre wenn es öffentlich zugänglich ist. Wohnhäuser haben aus diesem Grund etwas schlechtere Karten. Aber sie fördern es trotzdem wenn der Rest passt. Es sollte also um die Außenhaut gehen und alles sollte von Fachfirmen oder besser noch Restauratoren gemacht werden. Außerdem sollte es historisch absolut korrekt sein. Das heißt eine altdeutsche Schieferdeckung sollte wieder durch eine altdeutsche ersetzt werden und nicht durch eine Schuppendeckung.



Fördermittel



Um überhaupt Zuwendungen zu bekommen z.B. von Lotto Toto oder der Dt. Stiftung Denkmalschutz, muß der Eigentümer mind. 50 % an Eigenmitteln aufbringen. Und wie christophsap schon schrieb, muß eine gute Außenwirkung des Denkmals vorhanden sein. Andere Programme wie Dorferneuerung greifen da eher. Und erfahrungsgemäß ist das ein jahrelanger, hartnäckiger Prozeß. Ein guter, anerkannter Architekt, der sich mit Fördermöglichkeiten auskennt, kann hilfreich sein. Ein Foto und weitere Angaben vom Haus wären hilfreich, um hier eine Einschätzung zu präzisieren.



Einschätzung



leider ist die Dorferneuerung (Ensembleschutz) schon länger ausgelaufen und vorerst in der Altmark keine Neue Möglichkeit nicht in Sicht. Deshalb die Frage Lotto und Co.

Das Haus an Sich hat schon etwas besonderes mit Lastenaufzug Außen bzw. Etagenfahrkorb. Ich werde es einfach probieren.
Mal schauen was der Gutachter sagt, es muß ja so einiges gemacht werden.

Gruß
Ralf





Ich war früher einmal sehr aktiv in der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - www.igbauernhaus.de. Wir versuchten, so vieles über Öffentlichkeitsarbeit und mittels Wochenendseminaren anzuschieben und zu unterstützen. Aber immer nur ehrenamtlich zu arbeiten ist reine Selbstausbeutung. Das ist alles beinahe eingeschlafen, weil keineR solche Aufgaben mit Engagement weiterführt.
Ob ich von Magdeburg aus noch etwas ideell helfen kann, hängt von weiteren Umständen ab.





Weißt du denn etwas über die Geschichte des Hauses? Berühmter Architekt, berühmte Bewohner...? Der Lastenaufzug ist schon mal nicht schlecht. Es sei denn in deiner Ecke hat(te) jedes Haus einen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz braucht halt viel Futter für PR weil deren Ziel neben Unterstützung für Denkmäler eben das Werben für weitere Spenden ist.

Stell dir das ganze Verfahren wie eine Bewerbung vor. Die muss so gut sein, dass du denen im Prinzip keine andere Wahl lässt als dein Haus zu fördern. Aber dafür brauchst du auch Mitspieler. Die verlangen eine Stellungnahme von der Landesdenkmalpflege. Wenn die diese Stellungnahme schon von vorne herein nur ungern schreiben, kannst du dir die Arbeit sparen.

Tolle Fotos von einem professionellen Fotografen helfen auch. Schau dir mal die Fotos bei denen auf der Homepage an. Zum Beispiel das Schrotholzhaus in der Rubrik Denkmale in Not. Auf der einen Seite sollten die Schäden so fotografiert sein, dass man sofort helfen will und die Fotos von den Qualitäten müssen so viel Denkmalromantik versprühen, dass man gar nicht mehr anders kann.

Mit dem Anspruch musst du da ran gehen. Anders hat man keine Chance. Außer man besitzt ein Denkmal von nationaler oder gar internationaler Bedeutung. Dann reichen auch Handyfotos.



Starfotos



.. die Dame/Herr vom Denkmalschutz kennen den Fall/das Haus ,haben gleich gewußt worum es geht und hatten die Akte auch gleich zur Hand und waren sogar vor Ort als 2006 der Denkmalschutz beschloßen wurde. Hochglanzfotos helfen leider auch nichts, da nur ein Normalsterblicher gebaut und von Ackerbürgern gewohnt waren. Auf Zuwendung über Stadt/Dorferneuerung in Sachsen Anhalt wird für die Zukunft erstmal keine Hoffnung gemacht, der Zug ist vor Jahren durchgefahren. In Bezug auf Eigeninitiativen bzw. Fachworkshops mit Aussicht auf Förderung im Sinne Historischer Sanierung konnte mir die zuständige Behördenstelle auch nichts in Aussicht stellen.
Da es sich auch NICHT (trotz Lasten/Aufzug) um ein Objekt von höherem Interesse handelt,
war meine Frage auf Lotto und Co zielgerichtet.

Mittlerweile habe ich ein Gutachter vor Ort gehabt, der mir erstmal mündlich keine großen Hoffnungen auf eine einfache Sanierung machen konnte, alle Schwellen wären zu sanieren, also auch tragende Wandschwellen die nur noch Morast sind u.s.w. was mein Budget weit übersteigt. Folglich werde ich umdisponieren müßen.





Hallo Ralf,

die tollen Fotos und Co. waren eigentlich nur auf die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bezogen wo man Unterlagen einsenden muss, die sich aus der Masse abheben um eine Chance zu haben. Bei den anderen Stellen kannst du damit nichts bewirken.

Dass der Gutachter zu keinem besseren Ergebnis kam, ist natürlich schade. Aus eigener Erfahrung würde ich aber noch ein Gespräch mit einem Zimmermann mit Fachwerkerfahrung empfehlen. Schwellen tauschen muss nicht immer ein Drama sein.



Danke der Ermutigung



Die Gutachterangaben beruhen auf vereidigter Tätigkeit. Dieser ist auch in der Fachwerkzimmerei tätig und stellt gerade einen Kostenvoranschlag aus. An die Stiftung habe ich noch nicht gedacht.
Erstmal muß man wissen welche Kosten entstehen, da wären noch Sanitär, Heizung, Dach, erhalt der Nebengebäude etc. und ob der Kaufpreis für Grund/Haus überhaubt annähernd angemessen ist.

Gruß
Ralf