Schwellenerneuerung

07.12.2006



Hallo,

mit welchen Kosten ist für die Erneuerung von Schwellen eines zweistöckigen Fachwerkhauses zu rechnen ?
Die gegenwärtigen Schwellen haben sich durch Insektenbefall in "Torf" verwandelt.



Mehr Input! ,-)



Wo sind den die Schwellen: innen, außen, oben, unten?
Querschnitt, Einbausituation, Holzart?
Alle Schwellen und nur ´nen halber Meter?
Das ist wie bei einem Angebotstext: je erschöpfender beschrieben, desto extakter der Preis.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Schwellen unten



Die Schwellen befinden sich an den Seiten des Hauses, nahe über dem Boden, daher auch der Feuchtigkeitsschaden.
Es geht nicht nicht um einen halben Meter, sondern um einen Komplettaustausch.
Hat es Sinn die Schwellen durch Steine zu ersetzen ?

Mir ist klar, daß die Standardantwort eines Handwerkers ist:
Oh, Oh, das wird teuer.



Billig ist teurer als gut.



Natürlich kann man die Schwelle durch Steine ersetzen, mit mehreren entscheidenden Faktoren:
1. Verlust an statischer Aussteifung
2. Verlust an typischer Baustruktur an historischen Bauten
3. Gewinn an neuen Schadensquellen für spätere Sanierungsarbeiten
So, Ironiemodus wieder aus. ;-)
Pilz- und Insektenschäden sind in ihren sanierungsdetails leicht unterschiedlich zu beurteilen, z. B. sind bei Pilzschäden auch häufig die Stielansätze eher mit zu berücksichtigen als es bei einem reinen Insektenschaden, der sich nur in der Schwelle abspielt, der Fall wäre.
Die Kosten bleiben, ohne die Örtlichkeiten zu kennen, trotzdem schwer zu fassen.
Ein üblicher Handlungsablauf für den Austausch eines z. B. 3,00 m langen Schwellenstückes mit drei darüber liegenden Fachwerkfeldern könnte aussehen wie folgt:
untere Reihe FW-Felder raus, Notabstützung unter erstem Riegel rein, Schwelle und Stielansätze rausschneiden, Fundamentauflager in Ordnung bringen, neue Schwelle und neue Stielansätze zuschneiden, Einbau der neuen Bauteile, Notabstützung raus, FW-Felder wieder füllen.
Das wäre ein Arbeitsprogramm für 2 Mann und etwa 3-4 Tage.
Treffen wir noch mehr Annahmen:
4 Tage á 8 Stunden á 2 Mann á 35 Euronen Mittellohn = 2240 Euronen netto, ohne Material.
Also der Meter für ca. 750 EUR.
- Ein Rundumschlag am ganzen Gebäude vermindert den Organisationsaufwand und die Baustelleneinrichtung, ebenso wie eine genaue Schadenskonzeption und -analyse mit einigermaßen bestimmbaren Massen und Sanierungshinweisen.
Damit verringern sich durchschnittliche Kosten.
- Planloses dahinreparieren, schwierige statische und konstruktive Knotenpunkte erhöhen den Aufwand.
- Eiche neu, halbtrocken kostet (da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher) etwa das drei- bis vierfache einer trocknen, splintfreien Kiefer. Die Preise für Altholz bemessen sich nach Verfügbarkeit und Zustand. Manchmal hat der Nachbar noch was rumliegen, ein ander mal muss es von irgendwo her geholt und noch mühsam entnagelt werden.
- Handwerkerkosten variieren in alle Himmelrichtungen, nicht nur Ost und West, aber bei Nordwest und Südwest, stärker als bei Nordost und Südost.
Also betrachten Sie die 750EUR/lfm Schwelle nicht als Orientierungshilfe, sondern als einen Schätzpreis in einem Meer von oben getroffenen Annahmen.
Vorschlag:
Lassen Sie von einem versierten Planer oder Sachverständigen eine Sanierungskonzeption erstellen, in der alle Schäden mit vorsichtig geschätzten Massen ermittelt sind. Auf dieser Grundlage holen Sie sich Angebote mehrerer, ausführender Firmen ein, nehmen den zweitgünstigsten und hauen 20% drauf und sie haben eine brauchbare Zahl.
Alles andere und leider erst recht hier vom Rechner aus, bleibt heillose Peilerei mit unterschiedlich großen Daumen.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri