Gestaltung sichtbarer Zwischenraum zwischen Schwelle und Fundament

08.02.2013 Koarl



Hallo!

In unserem Fachwerkhaus sind relativ viele Schwellen von unten "angegammelt". Während der Komplettsanierung sollen (so der Vorschlag von Architekt und Zimmermann) die schadhaften Schwellen ausgebaut, der untere schadhafte Teil abgesägt, und dann der gute obere Schwellenteil mit einer feuchtigkeitssperrenden Folie o.ä. darunter wieder eingebaut werden.

Dabei entsteht ein Zwischenraum zwischen Schwelle und Fundament, der ausgemauert werden soll. Beim Sichtfachwerk stellt sich die Frage, wie diese Ausmauerung gestaltet werden soll, weil diese dann auch sichtbar bleiben wird (die darunter liegenden Sand- oder Muschelkalkfundamente werden weitestgehend im Fußbodenaufbau verschwinden oder nur geringfügig zu sehen sein).

Wir dachten an die Ausmauerung mit vorhandenen alten Ziegelsteinen einreihig quer unter den Balken, deren Köpfe dann sichtbar bleiben. Ist diese Lösung sinnvoll, oder sollte ggf. ein dämmendes Material verwendet werden (das müsste dann ja einiges an Last tragen können - Formglas)?

Über Eure Ideen und Anregungen oder auch Bildern von schon realisierten Aufbauten als Referenz würde ich mich sehr freuen - vielen Dank dafür vorab!
Koarl



die



Frage wurde Ende vorigen jahres sehr ausführlich mit Skizzen beantwortet. Bitte mal eigenständig die Suche oben rechts benutzen. Sorry !



Schwellensanierung



was ich nicht ganz verstehe ist, warum werden die Ausgebauten Schwellen nicht durch neue Schwellen ersetzt?
Und welchen Fußbodenaufbau meinen Sie, innen oder außen?

Grüsse Thomas



Hmmm



Ohne das ganze gesehen zu haben würde ich eine Schwelle eher komplett erneuern,zumal wenn die alte Schwelle richtig eingebaut wurde,der Kernholzteil weggegammelt ist.
Der Arbeitsaufwand ist nur unwesentlich größer,soviel kostet Eiche auch nicht.
Würde ich meine Schwelle halbieren(14cm)wäre da auch nicht wirklich genug Material für Holzverbindungen.
Auf Folien oder ähnliches würde ich auch erstmal verzichten.
Die Schwelle sollte leicht vorspringen und nicht bündig mit den Ziegeln abschließen.

Grüße Martin



Eichenschwellen



Die maroden Schwellen durch Eichenschwellen zu ersetzen ist durchaus eine sehr gute Lösung.
Leider hatten wir in den letzen Jahren beträchtliche Schwierigkeiten deutsche Eiche in diesen Dimensionen zu finden.

Feuchtigkeitssperre ja oder nein, hängt immer von der jeweiligen Situation ab.
eine Schicht aus Luftkalkmörtel ist in jedem Fall vorzuziehen aber auch hier hängt es von der Einbausituation ab.

Grüsse Thomas



@Thomas



Ich geh immer direkt von Eiche aus,weiß ja gar nicht ob das Fachwerk daraus ist.....
Hab hier zwei Scheunenschwellen liegen 22x32 ,6m lang :-))

Altholzmangel haben wir hier keinen,eigentlich leider!

@Koarl mach doch mal Fotos vom ganzen.

Grüße Martin



@ Martin



Die Eichenschwellen waren früher häufiger Bestandteil eines Fachwerkhauses ungeachtet vom Rest.
Wir haben für ein Bauernhausmuseum mehrere Fachwerkhäuser translosziert, und die meisten hatten Eichenschwellen und der Rest der Konstruktion war aus Fichte.

Was das Altholz anbelangt ist es immer dasselbe, braucht man was, gibt es nix, brucht man nix gibt es viel :-))

Grüsse Thomas



Hallo Koarl,



Ich habe meine Fachwerkwand mit vorhanden Ziegelvollsteinen untermauert. Allerdings habe ich die Sperrbahn nicht direkt unter dem Schwellholz angeordnet.
Mit freundlichen Grüßen
Danilo



weitere Infos



Es handelt sich um Eichenschwellen, die sich hauptsächlich im inneren Bereich befinden. Sie sind sehr stark ausgeführt (nachmessen kann ich Sie gerade nicht), daher der Ansatz, die Schwellen dann wieder einzubauen. Für die Holzverbindungen ist dann noch genug Material vorhanden.

Dort, wo der Schaden sehr groß ist, werden wir die Schwellen ersetzen. Allerdings werden dort auch die Stiele darauf etwas gekürzt werden müssen, so dass die Schwelle deswegen etwas nach oben wandern wird.
Altholz habe ich dafür schon besorgt.

@ Danilo, danke für das Bild. Bei uns werden die Gefache mit Lehm verputzt sein, aber trotzdem kann man sich gleich mehr darunter vorstellen.

Die Suche werde ich nächste Woche mal in Ruhe angehen, bin derzeit gerade noch unterwegs.

Vielen Dank für die Antworten!
Koarl





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"Während der Komplettsanierung sollen (so der Vorschlag von Architekt und Zimmermann) die schadhaften Schwellen ausgebaut, der untere schadhafte Teil abgesägt, und dann der gute obere Schwellenteil mit einer feuchtigkeitssperrenden Folie o.ä. darunter wieder eingebaut werden."
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...da fällt mir spontan wieder der Unterschied zwischen "Spezialisten" und "Generalisten" ein, der in einem anderen Thread ausführlich diskutiert wird ;-)

Einen solchen Vorschlag wie oben zu lesen ist, von Architekten und Zimmerleuten vorgeschlagen zu bekommen, wundert mich doch sehr.

Ich habe nun auch schon einige (viele) Balken bei meinem Haus ersetzt und glaube halbwegs abschätzen zu können, welchen Aufwand es bedeuten würde einen alten Schwellbalken der Länge nach, bis in das gesunde Holz, zu schmälern.

Ich würde da doch auch eher auf einen Ersatz des Balkens setzen.

Ein sehr gutes Sortiment an Eiche hat z.B. die Firma Fleischhut in Kassel. Ist Entfernungsmäßig von Hildesheim aus durchaus erträglich. Die liefern auch!

Übrigens würde ich bei angefaulten Ständern nicht die Schwelle nach oben setzen, sondern die Ständer auf das alte Maß anschuhen. Das Fachwerk ist ja nun mal das "Skelett" deines Hauses und die Altvorderen haben sich im Regelfall etwas bei der vorhandenen Konstruktion gedacht.

Stell dir mal vor, du brichst dir ein paar Wirbel und die nimmt man einfach raus ;-)

Grüße
Martin



Schwelle



vielleicht würde ein Foto helfen? Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und würde die Schwelle komplett austauschen und die Stiele/Ständer anschuhen. Sehr gute Erfahrungen habe ich (selber aus dem Raum Hildesheim) bei der Holzbeschaffung mit dem Sägewerk HPB in Lamspringe gemacht ... die liefern natürlich auch.

Grüße und frohes Schaffen!





Hallo.
Ich möchte hier mal Ihren Architekten und Zimmermann verteidigen. Die Grundschwellen unten abzusägen ist zwar nicht einfach, mit ein bisschen Übung mit der Kettensäge und mit Keilen aber durchaus machbar und mitunter auch sinnvoll. Ich habe das an mehreren Objekten in Braunschweig und Wolfenbüttel beobachten können.

Oft ist es doch so, dass Eichenschwellen nur auf den unteren Zentimetern geschädigt sind (siehe Bild). Im gezeigten Fall war der Austausch der Schwelle nicht zu vertreten, da rd. 90% des Querschnitts noch schadfrei war. Die verfaulte Unterseite und der Befall durch den Bunten Nagekäfer machte eine Sanierung hier jedoch notwendig.

Gruß
Boris Blenn





Noch ein Bild: die Schwelle wurde unterseitig abgesägt und ausgekeilt. Das Fachwerk blieb unangetastet.
Objekt: Lessinghaus in Wolfenbüttel



In der Eingangsfrage...



..ist aber davon die Rede, dass die Schwelle ausgebaut werden soll, geschmälert, und dann wieder eingebaut werden soll.

Nach meinem Dafürhalten ist das ein sehr hoher Aufwand, da dadurch auch die Ausfachungen betroffen sind. Wenn ich diesen Aufwand schon betreibe, würde ich die Schwelle erneuern.

Bei deinem letzten Bild wurde die Schwelle im eingebauten Zustand bearbeitet.

Bei vertretbarem Aufwand?....warum nicht.

Grüße





Stimmt. Den geplanten Ausbau der Schwelle hatte ich überlesen...Das macht dann natürlich wenig Sinn.
Die Verteidigung von Zimmermann und Architekten nehme ich zurück - mein Vorschlag bleibt bestehen.

Grüße





Ich hatte auch mal das Vergnügen zuzusehen wie schnell und sauber doch ein eingebautes Eichenschwell längelang von unten um 3 cm zurückgeschnitten wurde.
Der gute Man hat ca. 1,5 Stunden für vier Meter gebraucht bis 5 Ketten stumpf waren.
War übrigens auch in Braunschweig, im Schriftsassenhof.



Foto



Ich konnte jetzt am Wochenende ein Foto machen. Darauf sieht man eine Schwelle von ca. 23 cm Höhe. Wie man auf dem Bild sehen kann, sind von unten in einigen Bereichen ca. 4-5 cm schadhaft, der Rest des Balkens ist aber intakt.

Bei der Durchsprache der notwendigen Arbeiten mit dem Zimmermann wurde das Aussägen des schadhaften unteren Teils im eingebauten Zustand aufgrund seiner Erfahrungen als nicht praktikabel beurteilt. Der Zimmermann hat sich in den letzten 30 Jahren auf Fachwerkhäuser spezialisiert und macht einen sehr kompetenten Eindruck, also glaube ich ihm erst einmal. Nach dem Ausbau erfolgt das Sägen auf einem mobilen Sägewerk. Der Einbau erfolgt dann wieder mit Holzverbindungen.

Unter den Balken wird eine Feuchtigkeitssperre eingebracht, um eine weitere Schädigung von unten zu vermeiden.

Wenn der Rest des Balkens nach dem Sägen mit einer Stärke von ca. 17-18cm wieder voll belastbar ist, kann ich nicht nachvollziehen, warum es besser sein sollte, eine andere Schwelle einzubauen.

Vielen Dank für Ihre Antworten!
Koarl