Schwelle unterfüttern

22.12.2018 Herr 1788



Hallo, wir "sanieren" (einmal komplett) derzeit ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1788.

Da das Haus nur im "Dreck" stand, haben wir Stück für Stück ein Streifen-Fundament eingebracht.
Durch verschiedene Umstände haben wir jetzt unterschiedliche Höhen zwischen Fundament und Eichenschwellen. Angefangen hatten wir mit 11 cm, das wir genug Platz für Sperrschicht, Klinker und Mörtel haben. Leider haben wir durch unterschiedliche Fundamente teilweise nur noch 4-5 cm Platz. (dreiviertel des Hauses 9-11 cm)

Jetzt meine Frage: Was passiert, wenn wir den Zwischenraum nur mit Vormauermörtel ausfüllen? Oder besteht ein Unterschied ob der Klinker am Holz anliegt, oder der Mörtel ?

Ich habe schon viel im Forum darüber gelesen, bin mir aber immer noch nicht sicher wie wir an die Sache ran gehen sollen, da es das ganze Haus ringsum betrifft. ( 10 Mann - 12 Meinungen )

Liebe Grüße
Tony Wagner



Schwelle in Kalkmörtel legen



Hallo,

neben dem geeigneten Mörtel fallen mir noch einige weitere Dinge auf:
1. Sind sie sicher das es sich auf dem Bild um eine Eichenschwelle handelt? Nadelholz wäre hier nicht sehr dauerhaft. Der Querschnitt kommt mir etwas dünne vor.
2. Warum steht das Fundament so weit über und wurde nicht angeschrägt? Soll das Fachwerk später bekleidet werden, so dass die Bekleidung über der Außenkante vom Fundament liegt? Ansonsten befindet sich die Schwelle im Spritzbereich, d.h. sie liegt zu tief. Gleiches gilt für die Schwelle links im Bild welche nur knapp oberhalb vom Pflasterweg sich befindet.
3. Was kommt noch auf den Rohfußboden innen drauf, Dämmung Estrich? Falls ja läge auch hier die Schwelle zu tief, da sie innen unter der Fußbodenniveau liegen wird.
4. Ist Innen- oder Außendämmung geplant? Wie ist der Aufbau?
5. Wird eine Feuchtesperre eingebaut, wenn ja wo und wie?

4,5cm Vormauermörtel dürften ein wenig zu dick sein. Da sie die Klinker sicher nicht schneiden wollen , könnten sie auch Streifen aus Natursteinplatten (Z.B. Kalkstein) zum Untermauern einbauen. Die Platten gibt es in verschiedenen Dicken ab 2cm Dicke, je 1cm ansteigend. Als Mörtel weder in den Gefachen noch unter dem Schweller einen zementhaltigen Mörtel verwenden!!! Der Schweller kann auf dem Stein aufliegen oder besser im dünnen Mörtelbett. Zementhaltiger Mörtel darf maximal bis zur Feuchtsperre aus Bitumen oder Blei etc. verwendet werden. Wenigstens die letzte Steinreihe unter dem Schweller liegt dann im Kalkmörtel . Kein Bleiband, Bitumen etc. direkt unter den Schweller nageln/bzw. verlegen.
Den Schweller, als Feuchteschutz, vorher unterseitig mindestens 2mal mit rohem (also ungekochtem!) Farbleinöl einstreichen und tocknen lassen, kein Firnis. Farbleinöl hat ein größeres Penetrationsvermögen als Firnis, weil die Moleküle kleiner sind. Nicht sofort untermauern, weil der hochalkalische Kalkmörtel das noch nicht getrocknete Leinöl sonst aufknackt.
Der Balken sollte etwas über dem Fundament oder der Untermauerung nach aussen überstehen, damit das Wasser nicht so einfach unter den Balken kriechen kann.

Gruß
Det



Erklärung



Vielen Dank erstmal für Ihre Antwort.

Ich versuche mal näher zu erklären.

1. Es sind Eichenschwellen mit einer Dimension von 16 cm x 16 cm.
2. Als die Fundamente gegossen wurden war nicht klar, wo genau die neuen Schwellen liegen,
da das Haus extreme Schieflage hatte und Teile des Erdgeschoßes durch Stein ersetzt wurden und damit unterschiedliche Wandstärken vorlagen.
Deswegen haben wir die Fundamente breiter gemacht um zu vermeiden das die Schwelle das Fundament nicht trifft. Was sich an manchen Stellen als gute Wahl heraus gestellt hat.
Das überstehende Fundament abschrägen/entfernen, ist jetzt meine Aufgabe. (auf die ich mich riesig freue ;) )
Plan ist das Geländeniveau soweit abzusenken, das die Schwellen aus dem Spritzwasserbereich raus sind.
3. Die Bodenplatte liegt tiefer, so das wir mit Oberkante Fußbodenaufbau ziemlich genau auf Unterkante Schwelle treffen. Drauf kommt : Bitumenbahn,Dämmung,Fussbodenheizung,Estrich,Fiesen)
4. Es wird eine Innenschale aus Lehmziegeln gemauert. Die Gefache werden ebenfalls mit Lehmziegeln ausgemauert. Das wird von einer Fachfirma übernommen. Hohlräume mit Lehmschüttung hinterfüllt.
5. Als Feuchtesperre wird eine Bitumenbahn auf das Fundament gebracht. Inkl. Haftgrund und innen überlappend um an die Bahnen der Bodenplatte anzuschießen.

Der Grundaufbau ( keine Sperre direkt am Holz, Schwelle 2 cm Vorspringen lassen, etc..) ist mir Klar, nur war halt das Material unklar.
Also auf jeden Fall Stein als Stützmaterial der Unterfütterung nutzen ?
Klinker werden ja bevorzugt als Rolle verbaut. Ich nehme an, um möglichst viele Fugen zu erhalten, richtig ?
Oder gibt es da einen anderen Hintergrund ?

Beste Grüße



Streifen aus Naturstein



"Streifen aus Natursteinplatten (Z.B. Kalkstein) zum Untermauern einbauen. Die Platten gibt es in verschiedenen Dicken ab 2cm Dicke, je 1cm ansteigend. "

Hast Du dafür eine Quelle wo man so etwas in geringen Mengen herbekommt?



Interessante Frage



Hallo, damit habe ich mich noch nicht befasst. Wird aber demnächst werden müssen. Mfg



Im Natursteinwerk



Danke für die detailierten Ausführungen. Ich hatte Sorge, das die Schwelle später unter Fußbodenniveau liegen könnte.

Natursteinstreifen bekommen sie beim Steinmetz um die Ecke, im Baumarkt , im GALA-Baustoffhandel , bei mir , etc. Man kann sich z.b. mit dem Nassschneider Streifen aus Bodenplatten selbst schneiden, oder aus Rohplatten ähnlich wie Fensterbänke zuschneiden lassen . Manche Werke haben auch Schutthalden oder Container an denen man sich oft für einen Obolus bedienen kann. Ich würde jedoch kein Material mit polierter oder geschliffener Oberfläche nehmen. Besser ist irgendwie aufgerauht, z.b. geflammt, gestrahlt, sägerauh etc.


Die Rollschicht wird gemauert um die Wasseraufnahme des Fundamentes durch Regenwasser zu reduzieren und über die Fuge einen besseren Wasserablauf zu erzielen. Die Fugen werden etwas vertieft mit leichtem Gefälle ausgeführt. Die Sichtseite ist dabei die schmale , längere und i.d.R. schönere sowie dichtere Seite des Steins und kommt deshalb nach oben. Die Lagerfläche des Steins ist dagegen deutlich kapilarer und kann ablaufendes Wasser besser aufnehmen und verteilen. Dadurch vermindert man einen möglich Wassertansport unter die Schwelle gerade wenn es keine Feuchtesperre gibt mit Abdcihtung nach oben.
Unter die Schwelle laufendes Wasser kann dann jedoch nicht mehr so gut abtrocknen und muß durch die Fuge abtransportiert werden.

Wenn das Fundament mit Feuchtesperre hinter der Schwelle zurückspringt und keinen Überstand bildet würde ich eher kapilar aktiveres Material bevorzugen, damit eindringendes Wasser besser von der Schwelle abgeleitet, bzw. verteilt wird.

Gruß
Selle