Keksbeton

07.11.2011 holzkatze



Hallo Fachwerker,
jetzt haben wir doch eine Frage.
Der Holzständer unseres Hauses ist auf einem Magerbetonkeller errichtet, damit liegt unsere Fußschwelle auf einer Dachpappe und dann auf dem Beton.
Die Holzfassade schaute ursprünglich über den Betonsockel. Regenwasser tropfte am Sockel vorbei auf die Erde.
Leider hat der Vorbesitzer so viel Putz auf dem Sockel aufgebracht, daß bis vor kurzem das Wasser sich auf / im Betonsockel sammeln konnte. Fußschwelle naß und der wenige Zement aus dem Magerbeton auch noch ausgewaschen. Jetzt gibt es „Keksbeton“ auf dem die nun teilweise erneuerte Schwelle manchmal nur noch bis zur Hälfte liegt.
Wie repariert man das Ganze?
Lose Teile entfernen, soweit es möglich ist trotz Schwelle. Haftbrücke drauf, dann mit Betonspachtel oder Reparaturmörtel auffüllen und es entsteht bestimmt eine ganz „schön“ harte Kante.
Ich bin skeptisch, ob nicht unter dieser harten Oberfläche (Panzer) unser Magerbeton weiter „krümelt“ durch weiter geleitete Spannungen und Drücke?
Denke ich zu viel nach oder gibt es auch noch andere Lösungen???

PS: Ich wollte mich schon immer bei allen hier bedanken, welche Ihr Fachwissen in den vielen Diskussionen teilen und uns Laien weiterhelfen. Ein ganz besonderer Dank geht an Hr. Stöpler, der dieses Forum uns allen ermöglicht.



Schwelle



Meine Empfehlung:
Unterfangen Sie die Schwelle im Bereich der Stiele mit Klötzen und Keilen.
Entfernen Sie das restliche Material unter der Schwelle.
Mauern Sie unter die Schwelle passend zugesägte Porenbetonsteine, die Steine sollten 2 cm hinter der Vorderkante Schwelle stehen.
Verfüllen sie die Fuge zwischen Oberseite Porenbeton und Unterseite Holz mit einem Fugeisen straff mit erdfeuchtem Kalkzementputz.
Nach einer Woche ziehen Sie Holzkeile und Klötze und mauern die freien Stellen weiter aus.
Verputzen Sie die Untermauerung, unten bündig zum Bestand, oben mit mindestens 1 cm Unterschneidung.

Viele Grüße



Re: Schwelle [forum 177830]



Hallo Herr Böttcher,
auch wenn es schon eine Ewigkeit her ist. Vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich hatte schon über Klinker nachgedacht, da Holzschwellen von alters her auf Natursteinmauern liegen. Aber folgender Beitrag (fachwerk.de/wissen/schwelle-balken-59211.html) hatte mich dann abgebracht.
Die Idee mit dem Porenbeton finde ich richtig gut. Man kann die Größe anpassen, die Steine sind relativ hart, aber nicht so wie Beton und trotzdem diffusionsoffen.

Achso; unser Schornstein im Dach sollte innen mit Steinwolle gedämmt werden (Brandschutz A1) – über den Porenbeton habe ich eine Alternative entdeckt: Kalziumsilikatdämmplatten eines großen Porenbetonherstellers ( teurer, aber die jucken nicht …).

Leider waren uns letztes Jahr die Temperaturen dann zum Mörteln für den Sockel zu niedrig.
Mal sehen, wie wir es machen, wenn das Wetter nicht mehr so furchtbar naßkalt ist.

Holzkatze

(träumt vom warmen Ofen – den gibt’s aber erst später :-(