Schwellerbalken total verrottet

11.09.2012 Ingo



Hallo an die Fachwerkfreunde,
wir haben uns ein schönes aber sehr altes Fachwerkhaus gekauft. Es gibt viel zu tun aber davor haben wir keine Angst.

Folgende Problematik,
das Haus steht sehr dicht an einer mit Ziegelsein gemauerten Scheune vom Bauern nebenan. Zwischen beiden Häusern ist nicht mehr als ein Meter Platz. Die Dachüberhänge ragen bis an die Fassade und die Regenrinnen waren über viele Jahre hinüber. Es war dann auch so wie ich es vermutet hatte. Einige Balken haben Schäden durch Feuchtigkeit. Der Schweller ist nur noch Mehl.
Ich kann ihn mit einer Kelle einfach herauskratzen. Die Ständer hängen dann in der Luft und die Fassade hält sich tapfer nur durch die Ausfachungen. Ich arbeite mich jetzt Meter für Meter voran.
Alten Schweller rausgekratzt, Absperrschicht aus Bitumpappe auf das alte Bruchsteinfundament. Armierungsmatte zerschneiden, auf und abbiegen und einlegen. Dann schale ich das Stück ein und gieße es mit Frostsicheren Estrichbeton aus. Immer so 1m lang 30cm hoch und 50cm tief. Dabei gieße ich aber 60cm hoch aus. Als Sockel, damit auch alle Hohlräume ausgefüllt werden. Was meint ihr dazu.



Wäre es nicht sinnvoller ...



den Schwellerbalken wieder durch einen Schwellerbalken zu ersetzen damit das Fachwerk einen Verbund hat?

Die Schadensursache wird ja hoffentlich behoben.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ich halte das Vorgehen ...



... aus statischer Sicht für höchst bedenklich, da die Fachwerkwand ohne die Schwelle unten in Längsrichtung nicht mehr zusammengehalten wird und auch Querkräfte nicht mehr durch die Schwelle aufgenommen bzw. abgeleitet werden können.

Hinzu kommt, dass ohne eine durchgängige Bewehrung des neuen Betonsockels auch dieser nicht die im eigentlich obliegende Funktion übernehmen kann.

Insoweit kann ich nur dringend dazu raten, eine neue Schwelle einzubauen und somit das ursprüngliche Fachwerkgefüge wieder herzustellen.



Sinn macht Sinn



Hallo

… und "Ausbedonnieren" ist Unsinn auch wenn's schnell geht und billig erscheint.

Wenn Sie nachhaltig arbeiten wollen empfehle ich das Fachwerk richtig sanieren zu lassen und dazu die richtigen Materialien zu verwenden.

Holz
Luftkalk

Regenwasser richtig ableiten
Fassaden hinterlüften lassen

so eine Sanierung nicht einfach anfangen, wenn man keinen Plan hat.
Erst Konzept erstellen lassen - dann eins ums andere abarbeiten.

So ein Haus ist ein System bei dem gilt:
"Das Ganze ist so stark wie das schwächste Glied!"

Bei Realbedarf bitte Mailen

an Sonsten Gutes Gelingen

Florian Kurz
www.slow-house.de



Sowas ähnliches



haben wir im Mai sanieren lassen. Feuchtigkeitseintritt über Jahre auf Wetterseite. Bodenschwelle nicht mehr vorhanden und Ständerbalken total verrottet. Ein Neuausmauern/Betonieren bringt keine Punkte. Die Hauptlast trägt die Statik des Fachwerkes. Wenn da früher mal Holz war, sollte da Holz wieder hin. Wir haben viel an unserer Hütte gemacht, aber das war uns zu heiß, da musste ien Profi ran, der das Ganze auch während der Sanierung abstützt. Bitte konsultieren Sie einen Fachmann, der zumindest Ihre Arbeiten statisch absegnet.

Schreiter



Sah bei uns vorher



so aus:



Mit dem Ergebnis nach 3 Wochen



- Ständerbalken bearbeitet und neu angeschuht
- Betonschwelle gegossen, die Feuchtigkeitseintritt verhindert
- Eicheschwelle eingezogen
- Mit Lehmsteinen ausgemauert



auch nicht alles astrein



Hallo

die Bilder sind sehr gut aber die Maßnahmen hätte ich differenzierter abgearbeitet.

Der Punkt:
- Betonschwelle gegossen, die Feuchtigkeitseintritt verhindert
ist zu beachten!
Was ist zwischen Beton und Holz?

Anstrich?
Teerpappe
Bleiband
??

Florian Kurz
www.slow-house.de



Ha,



erwischt. ich hab noch kurz drüber nachgedacht dieses kleinen Detail zu erwähnen :-)

Da ist eine armierte Kunststoffbahn zwischen, damit das Holz nicht wieder Wasser zieht. Vielleicht sieht man das auf dem Bild...





@Ingo
Wir müssen nicht groß drum herumreden, die bisherige Vorgehensweise ist ein ziemlicher Murks. Schade um die verlorene Zeit, die hätten Sie sicherlich sinnvoller gestalten können.

Bernd Kibies



kein Blei, kein Teer



aber dafür was "Modernes"
armierte Kunststoffbahn

zu der rate ich Ihnen - machen Sie die wieder raus!

da tickt die Bombe schon leise aber vernehmlich

machen Sie einen Luftkalkmörtel rein ca 1,5 bis 2,5 cm

oder Sie machen's wie viele: erst mal abraten und "beobachten" …

Viel spass!

Florian Kurz
www.slow-house.de



@ Hr. Kurz



Fragezeichen...

Wo liegt das Problem? Diese Bahn sperrt das darüber liegende Holz zu evtl. Feuchtigkeit ab. Was kann da passieren?

Schreiter



Das Denken steht im Weg



Hallo

Wo liegt das Problem? Diese Bahn sperrt das darüber liegende Holz zu evtl. Feuchtigkeit ab. Was kann da passieren?

Und wenn - aus was für einem Grund Wasser zwischen Folie und Balken kommt - WAS passiert dann?

Lösung 1: - trocknet sofort wieder
Lösung 2: - sammelt sich, Holz bleibt feucht, Moder, Pilz, Ameisen o.ä. die Zeit
Lösung 3: - Nach DIN 19-0-8-15 ist es Wasser verboten zwischen Folie und Holz sich aufzuhalten
Lösung 4: - Ha, Dafür gibts doch Bausilicon!

Jetzt entscheiden Sie!

Sie wären nicht der erste, der es rausmacht - allerdings auch nicht der erste, ders drin lässt!

Florian Kurz
www.slow-house.de

Bauberatung 1/4 Std = 20,25 €
Bitte per Post oder Überweisung
danke





Eine Sperrschicht, wenn gewünscht und erforderlich, hätte auch an der Unterseite der Ziegel eingebaut werden können.
Die Anschuhungen sind mit Schrauben gesichert oder habe ich das falsch gesehen?

Bernd Kibies





Setzt sich die Anschuhung des linken Ständers aus zwei Holzstücken zusammen? Wo sind die Zapfenlöcher in der Schwelle?

Bernd Kibies



Vielen Dank für Ihren Hinweis



Ich wollte allerdings mit meinen Bildern und Erfahrungen den Ersteller dieses Beitrages ermuntern einen Fachmann hinzuzuziehen, der vor allem die statische Dimension des Schadens begutachtet.

Eine Diskussion über das Für und Wider zu einzelnen Abschnitten meiner abgeschlossenen Baustelle war nicht mein Ziel. Wir haben unsere Maßnahme von einem geprüften Restaurator im Zimmererhandwerk durchführen lassen und uns natürlich auf dessen Beratung verlassen.
Wir haben alles uns mögliche getan, dass kein Wasser an besagte Stelle gelangt, auch wenn es eine 100% Sicherheit nicht gibt. Wenn Sie mich allerdings auf eine der 4 von Ihnen genannten Lösungen festlegen, wähle ich Lösung 1. :-)



@fidel



Böööbb

Leider falsch!

Lösung 2 wäre die richtige aber die unangenehmere gewesen!

Oft sind die "Maßnahmen" gegen Wasser, Feuchte oder anderer Baumaßnahmen nur auf Bauernlatein gegründet und die Tipps: dicht, absperren, aufsteigend, Schutz etc. sind fadenscheinig und oft werbetechnischer Ausdruck.

Leider!

Leider bringt es Ihnen nichts und auch dem Bauwerk auch nichts und die Fachleute streiten sich und Bauherrn, die sich verlassen, sind und werden verlassen.

Tut mir ja auch leid - aber die Realität ändert sich dadurch nicht und die Feuchteschäden werden erst nach Jahren sichtbar, da es im Inneren anfängt … aber da heisst es dann: Das Holz oder die alte Substanz sei Schuld - nur weil den meisten der Zugang zum "richtigen Bauen" abhanden gekommen ist, sie sich lieber auf Publikationen und Meinungen stützen als auf Realitäten!

Aber auch hier sieht man: "Das Gesamte ist so gut wie das schwächste Glied"
Balken - gut
Sockel - "gerade noch akzeptabel" (ich würde keinen Beton nehmen aus vielerlei Gründen)
Anschluß - Übergang - mangelhaft
? - Bauschaden vorprogrammiert

Florian Kurz
www.slow-house.de