Freilichtmuseum Kiekeberg

26.02.2007



hallo,
am 25.02.07 besucht(leider sehr regenreicher Tag)
stellte am Hof Meyn schäden am Fundament fest-da ist doch konstruktiv was falsch gelaufen?!wie sind typischerweise Fundamente aufgebaut bezug schwellenproblematik.
las von kokosdämmmatten,teerpappe,usw.
habe festgestellt dass Lehmausfachung besser mit Holz harmoniert als mauerziegelausfachung(erhebliche offene Fugen)
feuerstellen im Haus hatten keine schornsteine ??Öfen hatten nur kreuzförmige öffnungen (rauchabzug?)deshalb auch extra Schuppen für wertvolle inventare?!
Ständer haben behauene 40x40 cm dicke stämme-ist das statikmäßig nicht etwas übertrieben?
Gru



Freilichtmuseum Kiekeberg



Das die Grundschwelle diese Feuchtebelastung aushält, kann nur mit einem Holzschutzmittel mit W oder E- Kennung funktionieren.
Haben die Bauern früher auch so gebaut, mit dem Holz im Spritzwasserbereich, auf der Erde?
Nun, bei untergeordetnen Bauten und bei wirklich armen Leuten schon, das war eine Geldfrage. Der Schweinekoben oder die Kate wurde eben öfter mal repariert.
Aber bei den Wohnhäusern wohl kaum. Auch Bauern wußten, das man Holz oder Lehm immer trocken und spritzwasserfrei auf einem Steinsockel verbauen muß, sonst hält es nicht lange. Das muß hier wohl jemand vergessen haben...

Viele Grüße
Georg



die Museumsfachleute sparten wohl am falschen Ende



Hallo,
wenn man es so wieder aufgebaut hat(die Häuser standen ja mal woanders)sorgt man doch für technische maßnahmen(artgerechtes Fundament gepaart mit heutigem wissen), die ein nachträgliches sanieren überflüssig machen.
stutzige Grüße
das Bild hat doch maßnahmen in die richtige richtung,gemäß des größeren hauses sollte doch ähnlich verfahren werden können



Kommt in meine Sammlung



artgerechtes Fundament gepaart mit heutigem wissen

Klasse! Die Formulierung kommt in meine Sammlung. Jetzt sollten wir nur eine artgerechte Haltung von Handwerkern sicher stellen, damit die Paarung mit den Planern auch klappt. Das Ergebnis kann sich dann bei mir melden ;-).

@Marc
Das ist nicht bös' gemeint. Ich sammle solche Stilblüten - vor allem die, die ich selber verzapfe.

Gruß
Hartmut

PS: Anscheinend erfüllen die meisten Freilichtmuseen nicht gerade ihre Vorbildfunktion, oder?



Stilblüte



Hi,Hartmut
mit artgerechtes fundament mein ich 1 m unterm erdboden und mind. 30cm über.
artgerechte Handwerker gepaart mit planer=Zimmerermeister ..augenzwinkernd

schön ,das du dich darüber amüsieren kannst.
wie darf ich deine frage verstehen?gleiche feststellung oder mich aufs Korn nehmen
aber mal ganz ehrlich,meine kritik ist doch nicht voll daneben,wenn ich auch nicht alle beweggründe der museumsplaner kenne.

@ an Alle:generell interessiert mich die abdichtung(feuchtigkeitsbildung verhindern) zwischen Schwelle und fundament genauso zwischen querrahmen und gefach.
beispiel:schwelle überkragen lassen über fundament(wieviel zentimeter?~2-3cm?)sozusagen als Tropfnase
werd mal ne Skizze reinstellen, welche maßnahmen mir sinnvoll erscheinen ..augenzwinkernd ..ohne das rad neu erfunden zu haben

@Georg: das die Bauern früher nicht die informationsquellen hatten,ist mir schon klar(das vermögen ebenso)
Gruß Marc
der noch viele Fragen hat..grins..



Freilichtmuseen



Die Frage ergab sich aus der Tatsache, dass wir hier schon mal einen (oder zwei) Berichte über nicht "artgerechte" Translozierungen (Umsetzen von Fachwerkhäusern) in den Freilichtmuseen hatten. (z.B. in Cloppenburg)

Ansonsten bin ich ein fröhliches Geschöpf und amüsiere mich tagein tagaus ;-).

Viel Spaß noch...
Hartmut



Skizze



Hi,
hier meine skizze bezüglich tropfnase
ist sicher aufwendig



Abdichtung und Nasen



Abdichtung unter Schwelle:
Horizontaldichtung sollte bei Sichtfachwerk entgegen den Empfehlungen von so manchem Fachbuch nicht unmittelbar unter der Schwelle eingebaut werden, da eindringendes Wasser dann nur von der Schwelle aufgesaugt werden kann, besser min. 1 Stein tiefer, wenn überhaupt...
Nasen:
An jeder Kannte bleibt ein langsam ablaufender Wassertropfen erstmal hängen, hat somit mehr Zeit, ins Material einzudringen. Tropfkanten an alten, teilweise abgewitterten Balken sind kaum herzustellen, schon bei bewitterten, regelmäßig gewarteten Fenstern sind diese Holzteile oft schadhaft, wie soll das erst bei den vielen, nicht leicht erreichbaren Balken aussehen. Füllungen mit derart scharfen Kannten sind kaum dauerhaft und sehr frostempfindlich.
Sichtfachwerkwände sollten möglichst eben sein, der Kalkputz saugfähig, damit weniger Wasser an der Fassade abläuft und die Fugen / Balken belastet.

Aber eine Frage bleibt: Holznägel nach obiger Logig bündig abschneiden, oder, zur Erhöung der Verdunstungsfläche des Nagels, überstehen lassen?

Warte gespannt auf die Beiträge der "Tropfnasenfraktion"
Gruß Frank



Holznägel ?



Hi ,Frank
die Holznägel hab ich glatt vergessen,natürlich stehen sie über!
warum die überstehen sollen,dafür hast du ja die antwort geliefert!
tropfnasen(15 °steigung an den ersten 3-4cm der balkentiefe sollte das wasser erschweren,ins innere vorzudringen)) in gefachen immer an den Holzbalken und Lehm als Füllung ist doch sehr anschmiegsam,d.h. arbeitet genauso wie holz
bis zum heutigen Tag könnt ich mich nicht dazu verleiten ein altes Fachwerkhaus ZU KAUFEN BZW: UMSETZEN ZULASSEN.
DESHALB KÄME NUR EIN neues Fachwerkhaus(stadthaus od. bauernhaus?) im Neorenaissance-stil in frage,wo man seine wünsche und die neuesten Fachkenntnisse(um alles richtig zu machen )einbringt.
schließlich soll da mal ne tischlerwerkstatt und wohnungseinheit rein.
gruss Marc