Horizontalsperre zw. Sandsteinsockel und horizontalem Auflagebalken




Unser (neu erworbenes) Fachwerkhaus (Baujahr: ca. 1700) ruht auf einem horizontalen Auflagebalken, der seinerseits auf einem Sandsteinsockel ruht. Sicherlich keine ungewoehnliche Konstruktion.
Der Sandsteinsockel ist ziemlich feucht (wie ueblich). Ploetzlich entdecken wir, dass der horizontale Auflagebalken (Querschnitt ca. 16 cm * 18 cm) im Kern verfault ist.
Geplante Sanierung: Haus abstuetzen und den morschen Balken mit einem trockenen Eichenbalken ersetzen (Uebrigens: Welche Mindestlagerungszeit wird empfohlen fuer Eiche?)
Hier kommt meine eigentliche Frage:
Macht es Sinn eine Horizontalsperre zwischen Sandstein und Auflagebalken einzubauen, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit vom Sandstein in den Balken dringt?
Falls ja, welches Material wird fuer diese Horizontalsperre empfohlen, und welche Schichtdicke wird empfohlen?



Trennen!



auf jeden Fall eine Trennlage einbauen! z.B. unbesandete Bitumenpappe, altern. Schweißbahn G200
Zur Lagerzeit werden sicherlich die Zimmerleute im Forum noch etwas zu sagen haben. Die Lagerzeit hängt natürlich von der Lagerung selber ab und beträgt nach Literaturangaben 1-5 Jahre. Ich denke man wird im Zweifelsfalle die Holzfeuchte messen.



Horizontalsprerre



Wir verwenden Dichtschlämme + eine Lage Biberschwänze im Dickbett verlegt als Trennlage. Ziegel wurden bei uns auch traditionell als Sperre verwendet.

Bei Pappe darauf achten, daß diese bündig mit der Schwelle abschließt, damit kein Wasser zwischen Pappe und Schwelle läuft.

Den Sandsteinsockel nicht beschichten/verputzen, damit aufsteigende Feuchtigkeit abtrocknen kann.

Für die Schwelle sollte Bauholz mit max 20 % Holzfeuchte verwendet werden. Der Einsatz von Altholz ist empfehlenswert, wenn in der erforderlichen Länge und Qualität vorhanden. Bei Schwellen jedoch besonders auf eine gute Holzqualität achten.



Horizontalsperre...



unter der Schwelle macht nur dann einen Sinn, wenn Sie unter einer Rollschicht o.ä. eingebaut wird. Also nicht direkt unter der Schwelle einbauen, da sich dann evtl. Wasser auf der Dachpappe sammeln könnte und somit Stauwasser und Fäulnis wieder genau da entstehen wo man es eigentlich vermeiden wollte.
Viele Grüße vom Edersee



Trennen von Schwelle und Sandstein ...



Hallo Fred Heim, Rudolph Koehler und Mathias Josef!
Ihnen dreien herzlichen Dank fuer die rasche und aufschlussreiche Antwort.
Einfach Bitumenpappe unter den Balken zu legen, ist nicht genug. Die Trennung effektiv durchzufuehren, erfordert wirklich handwerkliche Praezisionsarbeit! Durch Ihre Emails ist mir das erst richtig klar geworden. Sie haben mir ungeheuer geholfen und mir moeglicherweise sehr viel Geld gespart. Hoffe, ich kann anderen Mitgliedern bei Fachwerk.de auch mal dienen.
Mit Dankbarkeit und vielen Gruessen,
Walter Goetz



Und wie sieht das bei Feldsteinen/Findlingen aus ?...



... ich bin mir nicht 100 prozentig sicher, aber ich meine in
einem kleinen Heftchen, von Herrn Kraft (IGB)? , gelesen zu haben, daß bei einer Gründung auf Feldsteinen auf eine Sperre verzichtet werden sollte !? Auch darf nichts zwischen die Steine geschmiert werden. Wie sieht denn dann der Anschluß an die Innenräume aus ?



Schwelle



Das Heftchen von Herrn Kraft heißt: "Was wie machen? Instandsetzen und Erhalten alter Bausubstanz" ist bei der IGB zu erhalten, Preis ca. 5 €. Es ist ein Unterschied ob man die Schwelle auf Findlinge liegt oder ob es auf Sandsteinquader liegt. Auf jedem Fall würde ich von einer Bitumenpappe direkt unter der Schwelle abraten. Die Schützt zwar gegen aufsteigende Feuchtigkeit, behält aber die Feuchtigkeit die von Außen kommt zwischen Holz und Pappe. Lieber die Pappe etwas tiefer legen und unter der Schwelle Ziegelmaterial einbauen.
M.f.G.