Schwellbalkendefekt durch aufgeklebte Fliesen?

06.11.2019 Mirko



Moin,
wir haben nun unser erstes Fachwerkhaus (für V&V) gekauft. Hier ist gerade eine Wohnung im EG frei geworden, welche wir aber vor Neuvermietung unbedingt instand setzen wollen.
Das hat jetzt auch seine Begründung gefunden. Nachdem wir in der Küche die Sockelleiste (hier wurde ringsherum einfach eine komplette Fliesenhöhe also ca 25cm in diesem Fall angeklebt) entfernt hatten, fiel uns die dahinterliegende Feuchtigkeit auf.
Nun haben die "Spezialisten" augenscheinlich die Fliese direkt auf den Schwellbalken geklebt. Grob verorten konnte ich diese Maßnahme nun zwischen 1980 und 1990 also die Balken waren nun seit 30 bis 40 Jahren zur Innenseite versiegelt.
Ca. 10cm Stärke der Balken sind quasi nicht mehr existent. Von der Außenseite her ist das Gebälk aber noch tip top (wurde augenscheinlich auch regelmäßig gepflegt).

Nun ist meine Frage, ob denn dieser massive Feuchtigkeitsschaden an den beiden Balken tatsächlich nur von diesen Fliesen kommen kann.
Der eine Balken ist "nur" die Innenwand aber auch der sieht von der anderen Seite (offenliegend) noch gut aus und mein Feuchtigkeitsmesser (mit 2 Nadeln) hat keinen Ausschlag gegeben.

Kurz zum Schluss, ich werde hier nicht selber anfangen zu basteln, weil mir das einfach nicht liegt (auch ein Grund warum ich so lange kein FW gekauft habe :D ). Morgen kommt eine Fachfirma für Fachwerksanierung (Zimmer/Tischler) und nimmt den Schaden in Augenschein. Geplant ist dann ein Austausch der schadhaften Balken durch "neue" (also wohl Altholz Eiche).

Ich wollte hier nur mal anfragen ob das tatsächlich allein von den Fliesen kommen kann, da in allen anderen Räumen die Blankenlage noch iO ist.

Vielen Dank bereits im Vorraus

Grüße

Mirko



Schwellbalken innen verfault



das kann ich nur bestätigen. Bei mir ist der Schellbalken innen verfault. Außen ist er trotz Regen, Schnee und Tausalz völlig in Ordnung. Innen hat ein Vorbesitzer eine Ziegelwand dagegen gemauert (große Schäden), an einer anderen Stelle wurde nur verputzt (Zementputz, nicht ganz so große Schäden). Der Teil der Wand die innen einfach nur verbrettert wurde, ist nahezu schadensfrei. An dem kalten Stein fällt schneller Tauwasser aus und hält den Balken dauerhaft feucht.



Nachtrag



Moin,
nochmal eine Rückmeldung.
Die Balken auf der Außenseite (Fassade) sehen deshalb noch so gut aus, weil hier eine nachträgliche Klinkerwand mit (Fake) Sichtbalken vorgesetzt wurde. Die Balken auf der Außenseite sind also gar nicht die Balken, die innen modern.
Ich warte jetzt hier noch auf das Angebot, es muss aber definitiv der Gesamte Schwellbalken (zusammen 6m) ausgetauscht werden.
Bei der Innenwand lassen wir das Gefache danach komplett offen also ohne das aktuelle Mauerwerk dazwischen. Soll wohl statisch kein Problem sein und hat neben der besseren Abtrocknungs-/atmungsmöglichkeit auch noch andere positive Gründe (Raumgestaltung etc.).

Was mich nun aber doch etwas gewundert hat, ist dass mir hier gesagt wurde, ich könne Vor die Wand eine Rigips-/Leichtbauwand setzen, mit einer diffisionsoffenen Dampfbremse zwischen Rigips und Fachwerk. Grund hierfür ist wohl, dass zwischen der Fachwerkwand und der vorgesetzten Klinkerwand auch mit Holzfaser gedämmt wurde und die eigentliche Fachwerkwand keinen Belastungen (Regen, Wind etc) mehr ausgesetzt ist.

Ich habe hier schon öfter gelesen, dass man grundsätzlich von Rigips Abstand nehmen solle. mir persönlich würde die Rigipswand allerdings sehr gut gefallen, da bei zukünftigen Mietern glatte Wände, welche auch Tapeziert werden können durchaus gefragter sind als eine Lehmputzwand.

Asche auf mein Haupte aber ist das dann fehlende Raumklima die einzige Problematik?

Grüße nochmal

Mirko