Schweinestall stinkt....



Ich bin am Umbauen eines Schweinestalls aus den 50ern. Boden ist raus und ausgekoffert, aber die Schweine haben seinerzeit die Wand beschädigt und der Mist war in der Wand. (Der Schweinemist) Ich habe soweit alles rausgekratzt und den alten Putz runter. Trotzdem hängt der Dreck noch in der Wand und mieft gewaltig - vor allem, wenn die Luftfeuchte hoch ist. Gibt's da eine Abhilfe? Ich meine, außer Abriss?



So ne Sauerei...



Evtl. könnte ein Opferputz helfen,so werden die Salze (ammoniak)aus der Wand "gezogen".

Schweinemist ist mit am übelsten ,ich hab die Bauern nie verstanden,die den Schweinestall neben dem Haus hatten....

Grüße Martin



ich



kenne es nur als Warnung, daß man nicht mal das Feuerholz von einem Schweinestallabbruch annehmen soll! Ich denke, da bleibt nur vollständiger Abbruch ....



Mit Putz - egal welcher Art, ist keine Lösung möglich!!!



Da hilft nur eine dampf-dichte Folie drauf und diese wieder verputzen.
Ich habe dies sehr oft mit dem I-Bausystem gelöst.
Lesen Sie sich dazu auf meiner Homepage ein oder Sie kaufen mein Buch "Gesund wohnen in Altbauten".
Dass es nicht einfach ist sollte allen klar sein. Aber es ist auch kein Hexenwerk.



Was soll's ...



denn werden, Wohnzimmer oder Werkstatt?

Grüße

Thomas



Schweinegestank



Habe vor 3 Jahren das gleiche Problem gehabt. allerdings icht soo massiv und nur im aufgehenden Mauerwerk. Damals hatte mir ein Putzsystem (Maxit oder Schwenk) Tamponaschen empfohlen, die den Amoniak aus dem MW ziehen. Dauert aber lange.
Sandstrahlen ist noch ne Möglichkeit, ist aber wohl nur geeignet, wenn die Eindringtiefe nicht zu groß ist.



@ Herr Lampert das Mauerwerk ist durch und durch getränkt..



..und daher sind Putze ungeeignet.
Noch dazu wenn diese gut dampfdurchlässig sind.
Der Geruch bleibt.



Keine Wohnung....



Nein, das soll keine Wohnung werden, so verrückt bin ich dann auch nicht. Wird ein Ton- und Videostudio. Das mit dem Opferputz habe ich mir auch schon überlegt. (Denn der Geruch wurde erst richtig übel, als ich auf die abgekratzte Wand Kalk-Zement-Putz drauf habe.) Den also wieder runter und dann dampfdicht verputzen. Danke!!!!



Eine Minderung...



...könnte man durch eine Behandlung des Mauerwerkes mit Vogel-Fluat erzielen.

Grüße

Thomas



leider



Geruch hängt aber auch im Holz (Dachstuhl ?!)



Geruch im Dachstuhl



Nein, kein Geruch im Dachstuhl, die hatten seinerzeit den Stall mit Putz und Bitumenpappe nach oben abgedichtet. Das Dach ist sauber. (Die Bitumenpappe und den Putz darunter habe ich allerdings rausgerisen.)



Die Geruchsbelastung...



...nach dem Neuputz ist leicht erklärlich: Der stark alkalische Kalkputz zersetzt das in der Wand vorhandene Ammoniumnitrat unter Bildung von Kalziumnitrat, Ammoniak wird frei.

Möglicherweise könnte auch eine mineralische Dichtschlämme in Verbindung mit Lehmputz (ggf. als Opferputz) eine Lösung sein.

Grüße

Thomas



Hm...



Also saugt der Kalkputz das Ammoniumnitrat aus der Wand? Muss ich jetzt den Putz wieder abschlagen? Ich habe jetzt gegoogelt und nur eine Dichtschlämme auf Zementbasis gefunden. Gibt'S das auch auf Lehmputzbasis? Wenn ja, wer liefert sowas?

Ich habe auch wegen einer Folienlösung beim Lieferanten meines geringsten Misstrauens nachgefragt, der hat mir sowas nicht angeboten.



bei



Dörken gibt es ein Lösung mit einer überputzbaren Noppebahn - obs gut ist fürs Mauerwerk - kann ich von hier schlecht einschätzen. http://www.doerken.de/bvf-de/produkte/mauer/noppenbahnen/produkte/pt.php



Eine Dichtschlämme...



auf Lehmbasis kann's nicht geben, das leistet Lehm halt nicht.

Grüße

Thomas



Moin altbauvermurkser,



im Prinzip bleibt dir ja nur von innen eine geruchsdichte Schicht einzubringen, entweder über eine Dichtschlämme oder eine geruchsdichte davorgestellte Wand.

Ich kenne nur Dichtschlämmen auf Zement- oder Bitumenbasis - da es kein Wohnraum ist....warum nicht?

Darauf kannst du dann einen Dünnschichtputz zur Feuchteregulierung aufbringen bzw. musst gut lüften, da der Raum dann dampfdicht ist.

Nur vom "atmungaktiven" Tonstudio musst du dich denk' ich verabschieden.....

Gruss, Boris

P.S. Die Wand glattputzen ist kein Fehler, dann brauchst du weniger Dichtschlämme und erzielst sicher eine dichte Beschichtung. Runter muss das m.E. nicht wenn darüber abgesperrt wird, nur absolut trocken sollte es sein.



Das wird immer schwieriger....



Wenn da mal drei Stunden drin gearbeitet wird, dann kommt da schon ein gewisser Dampf zusammen - Gut, Lüften kann man, der Stall hat Fenster und Türen. Aber es gibt ein anderes Problem: das Fundament ist lediglich ein Streifenfundament ohne Sperrschicht. Sprich: ich kann gegen aufsteigende Feuchte aus dem Boden nichts machen. Unter der Bodenplatte ist zwar jetzt eine Kapillarsperre, aber natürlich nicht unter der Wand. (Wozu auch, für den Schweinestall war das egal) Und ich habe keine Ahnung, wie dicht der Aussenputz ist. Nach den Erfahrungen in der Umbauphase verdächtige ich den Aussenputz, dass er absolut dicht ist. Wenn ich jetzt innen auch noch dicht mache, habe ich das Wasser in der Wand stehen - ich weiß nicht, ob das so gesund ist....
Ein Lieferant hat mir was von Auro Frischefarbe erzählt, die würde den Mist aus der Luft ziehen, hat da schonmal jemand damit Erfahrungen gesammelt?



Wohnst du im Moor?



Oder haben die Gipser ihre Sprudelflaschen mit eingearbeitet?
Oder wieso hast du "Wasser in der Wand"?

Hast du je mal richtig trockengeheizt um festzustellen, ob der Stall für deine Zwecke überhaupt geeignet ist?

Sonst wär' das jetzt mal ne gute Idee......

Dann wird's einfacher....oder spielst du sowieso nur "Schweineorgel"?

;-) Boris



Trockenheizen



Ist eine Super Idee - leider ist gerade erst eine Heizung in den Stall reingekommen. Sobald die dann mal sauber angeschlossen ist, kann ich sie auch mal anwerfen. Und dann kann ich ja mal versuchen "trockenzuheizen".

Fakt: der Grundwasserspiegel liegt in der Gegend auf etwas mehr als 80cm - im Sommer. Die Streifenfundamente aus Naturstein enden deshalb auf etwa 50cm. Sie stehen meistens nicht im Wasser, aber im feuchten Erdreich - und von dort zieht die Feuchtigkeit nach oben. Wenn ich nun außen und innen die Wand abdichte, habe ich auch mit noch so viel heizen bestenfalls warmes Wasser in der Wand....

Und ja, bevor ich den Fußboden rausgerissen habe, wurde der Stall 30 Jahre als Werkstatt genutzt, in dem auch Holzmöbel problemlos gelagert wurden. Da ich jetzt im Unterschied zu früher eine Kapillarsperre, eine Heizung und eine Isolierung drin habe, gehe ich mal locker davon aus, dass der Raum trockener sein wird. Also dürfte meine ins Auge gefasste Nutzung keine größeren Probleme aufweisen - und eine Stradivari lagere ich dort sowieso nicht.



Nun so schwierig ist dies nicht, jedoch reden hier sehr viele Menschen mit...


Nun so schwierig ist dies nicht, jedoch reden hier sehr viele Menschen mit...

..und jeder weiß was anderes.
Wer hat denn die "aufsteigende Feuchte" und auch wie gemessen?
Und es ist völlig Wurscht wo das Grundwasser ist - ob 80 cm oder 5 Meter. Das hat nichts damit (Geruch) zu tun.
Die Feuchte innen kommt überwiegend durch die hygroskope Aufnahme wegen des hohen Salzgehaltes.
Das was Olaf aus Sachsen und auch ich mit dem I-Bausystem vorgeschlagen hat passt und hilft.



Wenn ich jetzt innen auch noch dicht mache, habe ich das Wasser in der Wand stehen



Nachdem was ich über dieses Thema weiß, ist eine feuchte Wand erstmal nix dramatisches. Eine feuchte Wand, die immer wieder nachtrocknet schon eher. Da die Gefahr bei dir offenbar nicht besteht, würde ich mir darüber keine Gedanken machen.



Aufsteigende Feuchte....



Die Sache war recht einfach: Immer wenn es heftig geregnet hatte, war hinterher im Schweinstall stärkerer Geruch....

Aber nachdem ich eigentlich kein Problem mit Feuchtigkeit habe, sondern mit Gestank, kommt jetzt einfach der Kalkzementputz runter, dann wird nochmal Kalkputz draufgehauen, der darf dann nochmal reagieren, dann kommt der runter und dann Sanierputz drauf. Da der Schweinemist ja mittlerweile aus der Wand herausgekratzt ist (die Idioten hatten seinerzeit einfach drübergeputzt) sollte sich de Gestank dann in Grenzen halten. (Er war ja vorher meistens schon nicht wahrnehmbar, sondern nur bei speziellen Witterungslagen.)



Lehm...



ist wohl für dieses Verfahren der bessere Opferputz.

Und wenn's direkt nach dem Regen mehr stinkt, würde ich eher der zwangsläufig erhöhten Luftfeuchtigkeit als aufsteigender Feuchte "ankreiden", Inhaltsstoffe der Wand zu aktivieren.

Grüße

Thomas



Da die gesamte Wand mit Nitrat-salzen belastet ist helfen die 2 cm Verputz auch nicht so viel



Sehr viel Arbeit ... für was?
Je durchlässiger der Verputz ist um so mehr Geruch.
Aber jeder nach seiner Art..
Was helfen da meine seit über 40 Jahren an Erfahrung ?



Ist schweirig mit solchen Typen...



...wie mir. Da will man als Baufachmann in die Tischkante beissen. Verstehe ich. Aber nachdem der Ammoniakgestank seit heute weg ist - obwohl es heftig geregnet hat - scheint das Kalkopfer gewirkt zu haben. Also haue ich den Putz runter, mach neuen drauf, warte drauf, ob es nochmal stinkt, haue den wieder runter und mach die dritte Version drauf. Großer Aufwand ist das nicht, weil ich den Putz ja nur irgendwie auf die Wand werfen muss. Das geht flott.... Wenn's dann immer noch stinkt, wende ich mich an i-Bau. Versprochen.....