Schlaflose Nächte

30.10.2005



Hilfe!!!!!!
beabsichtige ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus von 1797 zu erwerben. Zweigeschossiger Fachwerkbau in Stockwerkzimmerung mit paarig angeordneten Streben, die nicht am Mittelrähm zusammentreffen. Im Gewölbekeller ist nun, an hand von zwei Proben echter Hausschwamm erkannt worden. Im Moment wird ein Schadensgutachten erstellt.
Mit diesem Fachwerkhaus möchte ich mir meinen Traum,aber nicht einen Alptraum verwirklichen. Ich kaufe zum Erstenmal eine Immobilie und brauche Hilfe. Was soll ich tun.



Immer mit der (Nacht-)Ruhe !



In aller Ruhe mittels der Suchfunktion die Hausschwammbeiträge hier lesen , dem Schwamm die Wachstumsgrundlagen kürzen und wieder gut schlafen ..
Besten Gruss Jürgen Kube



Schlaflose Nächte



Hallo Herr Kube,
vielen Dank für die promte Antwort,
werde sie mir zu Herzen nehmen.



Lassen Sie sich von Fachleuten gut beraten



Hallo Dagmar,

ohne ein ausführliches Gutachten von einem Sachverständigen, der sich vor allem mit alter Bausubstanz auskennt, würde ich dieses Haus nicht mal mit der Kneifzange anfassen. Dabei geht es nicht nur um den Hausschwamm, der an sich schon ein ziemlicher Mangel ist. Ein Gutachter kann Ihnen ein verlässliches Urteil über den Zustand des Hauses machen. Und für Mängel, die er übersieht, kann man ihn teilweise sogar haftbar machen. Wir selber haben auch vor Jahren ein Haus gekauft, nachdem wir ein entsprechend positives Gutachten erhalten haben. Viele Mängel hätten wir alleine gar nicht gefunden. So konnten wir uns auch finanziell auf den entsprechenden Sanierungsaufwand vorbereiten. Zumal ist so ein Gutachten auch immer ein gutes (Preis-)Druckmittel bei den Verhandlungen.

Vor einem Kauf sollten Sie sich auf jeden Fall auch mal mit dem zuständigen Denkmalpfleger zusammensetzen und besprechen, was bei diesem Haus noch möglich ist. Klären Sie vor dem Kauf Umbauten und Veränderungen am Haus offen ab. Sollte die Chemie mit der Denkmalpflege nicht stimmen, kann ich nur von einem Kauf abraten! Andernfalls ist der Ärger auf Jahre vorprogrammiert, das sollten Sie auf gar keinen Fall unterschätzen.

Ein Letztes: Sprechen Sie mal mit Ihren zukünftigen Nachbarn. Die wissen in aller Regel mehr über das Haus, den Garten, Reparaturen und Umbauten, als man normalerweise annehmen würde. Wenn wir z. B. vor Kaufabschluss gewußt hätten, wie viel Bauschutt und alte Fundamente in unserem Garten vergraben sind, dann hätte das den Kaufpreis aber ganz locker noch mal um einige Tausend EUR gedrückt. Nebenbei merkt man, ob man mit den Leuten überhaupt klar kommt.

Ein Hauskauf ist eine Sache mit weitreichenden Folgen. Hören Sie vor allem erst einmal auf Ihren Kopf und lassen Sie Gefühle so weit wie möglich aus dem Spiel.



sie



haben mein volles mitgefühl. ich bin auch schwamm-betroffene (im dach).
ich kann aus Erfahrung nur sagen: es wird vor allem teuer. die schwammbekämpfung ist ja nur das eine, folgekosten (wegen materialaustausch) entstehen auch nicht zu knapp und vergessen sollte man nicht: das haus wird immer einen makel - sprich merkantilen minderwert - behalten. sie werden nämlich jedem käufer von dem ex-schwamm erzählen müssen.
deswegen kann ich dem rat von herrn mispagel das ganze emotionslos zu betrachten, nur beipflichten. bevor sie sich in weitere unkosten stürzen, würde ich wirklich ausloten, wie weit sie den preis drücken können, denn das sollte möglich sein, denn einige tausende werden alles in allem auf sie zukommen.
ich habe von dem schwamm nichts gewußt (allerdings geahnt habe ich es, wenn man sich den zustand des daches damals angesehen hat). hätte ich das geld für den gutachter damals schon investiert, hätte ich sicher noch was bei den verkaufsverhandlungen rausgeholt.
trotzdem, das ist die gute nachricht, würde ich das haus noch mal kaufen. es ist halt das, was ich immer haben wollte. (soviel zum thema emotionslos :-))) )
allerdings habe ich auch ein paar förder-euronen bekommen. hier sollten sie auch mal ausloten, ob da nicht was geht, wenn die chemie zwischen ihnen und der denkmalpflege stimmt.