Elektroinstallation im Altbau

21.05.2011



Hallo Forum,

es geht um eine Wohnung in einem ehemaligen Kloster. Die dortigen Leitungen stammen etwa aus den 60er/70er Jahren. Auch wenn der Sicherungskasten wesentlich neuer ist (80er?), frage ich mich nun, ob ich bei der Installation von Lampen besondere Vorsicht walten lassen soll.
Hier gibt es folglich keine Erdung (gelb-grüner Kabel). Wohin dann mit dem Erdungskabel meiner Leuchten?

Grüße,
Tom



Moin Tom,



büschen Isolierband drum und gut is'.

Die Sicherung sollte man immer vor Elektroarbeiten rausmachen!

Gruss, Boris



Klassische Nullung?



Hallo Tom,

eventuell muss klassisch genullt werden, was aber durchaus SEHR GEFÄHRLICH werden kann! Es wäre auch möglich, dass es sich um ein altes TT (Schutzisolierung durch nichtleitende Räume) handelt.
Lass die Leuchte am besten vom Fachmann anschließen, dann bist du "sicher". Denn wenn es ein altes TT-Netz ist und du die klassische Nullung durchführst.........
Es gibt auch Leuchten in Schutzklasse 2, also ohne Schutzleiter, die du dort eventuell anschließen könntest.

Gerade mit Altanlagen ohne FI-Schutzschalter ist nicht zu spaßen! Vielleicht macht es der Elektriker um die Ecke ja für kleines Geld, frag einfach mal nach.

Über die Antwort von Boris brauchen wir uns denke ich nicht zu unterhalten...

Gruß
Markus


P.S.: Alle Angaben ohne Gewähr :o)





Ich würde als Mieter den Vermieter auffordern, die Elektroinstallation den geltenden Vorschriften entsprechend nachrüsten zu lassen.
Als Besitzer würde ich mal einen Stromer an den Bau kommen lassen, im eigenen Interesse.
Es gibt zwar für ältere Installationen Bestandesschutz, aber unterhalb eines bestimmten Mindeststandards werden Hausinstallationen abgesprochen.
Dinge wie Schutzleiter und Leitungsschutzschalter und FIs sind nicht nur erfunden worden, um der E-Zunft genug Umsatz zu bescheren.

Es gibt Leuchten, die keinen Schutzleiter brauchen (die Dinger haben ein kleines Quadrat mit doppeltem Rand auf dem Typenschild). Diejenigen mit Schutzleiter sollen nur dann montiert werden, wenn auch ein solcher vorhanden ist.
Die Ansicht, "ein Draht für den Saft, einer damit der Strom zurückkann und für den Rest Isolierband" war noch nie richtig.



Warum ist ...



...der Elektrofachbetrieb ein Elektrofachbetrieb?
Weil er als Fachbetrieb elektrische Anlagen und Installationen beherrschen sollte.
Es wäre nicht das erste Haus (Wohnung!), was nach eigenmächtigen Veränderungen ohne fachmännischen Hintergrund Schaden genommen hätte oder gar ganz abgebrannt ist.

Lassen sie einen "Funkenhascher" kommen.

Grüße
Udo Mühle



Jein



der Tip, in diesem Fall einen Elektriker die Lampen aufhängen zu lassen ist goldrichtig, genauso der Hinweis auf eine mögliche(!) klassische Nullung - wird die falsch ausgeführt wird die Sache ganz schnell lebensgefährlich!

Nicht den Tatsachen entspricht aber die Aussage, daß klassische Nullung alleine Grund genug für einen verpflichtenden Austausch der Elektroanlage ist - schön wär's. Soweit ich weiß sind die als Präzedenzfall gerichtlich anerkannten Mindeststandards folgende: es muß in einer WOhnung der gleichzeitige Betrieb eines Großgeräts (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler) und eines zweiten Geräts wie etwa Staubsauger möglich sein. Zwei Stromkreise erfüllen diese Forderung im Prinzip schon. Ansonsten gilt generell, daß die Anlage (sofern keine wesentlichen Änderungen vorgenommen werden) den Vorschriften zum Zeitpunkt ihrer Errichtung entsprechen muß.




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