Randdämmstreifen

08.12.2009



Hallo zusammen,

ich bitte euch um Unterstützung bei folgender Frage: Ich möchte gerne in unserem Holzständer-Neubau mit sichtbaren Holzbalkendecken bei den Kinderzimmern einen möglichst guten Schallschutz mit einem trockenen Estrichaufbau erzielen.

Folgendes ist angedacht:
Auf den Rauhspund plane ich eine Beschwerung aus Kalksplitt, die ich in 80x80 cm Raser einbringen will.

Darauf kommen dann 50 mm Doser-Platten mit Verlegeleiste und Eichendielen.

Ich frage mich nun, ob ich einen Randdämmstreifen über die Gesamtaufbauhöhe von 13 cm brauche und welches ökologische Produkt ich nehmen soll (Hanf, Kokos, Flachs...). Weiterhin frage ich mich, wielange der Splitt wohl offen liegen muss bis er entsprechend trocken ist, um die Doser-Platten und die Eiche Verarbeiten zu können.

Könnt ihr mir bitte weiterhelfen?



Schallschutz



Soll das rstliche Haus vor Kinderlärm geschützt oder das Kinderzimmer eine Ruhezone werden?
Wie sind die Wände aufgebaut?
Wo liegen die Kinderzimmer, im Obergeschoss?
Was befindet sich unter und neben den Zimmern?
Das mit dem 80 x 80 cm habe ich nicht verstanden.
Wie hoch soll der Kalksplitt eingebaut werden?
Warum gerade Kalksplitt?

Viele Grüße



Schallschutz



Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Das Haus soll vor dem Kinderlärm geschützt werden ,-)

Die Wände bestehen aus einer Holzständerkonstruktion, beideseitig mit Rauhspund beplankt. Die Zwischenräume sind mit Lehmsteinen ausgefüllt.

Unter den Zimmern befinden sich das Wohnzimmer und Küche.

Die 80x80 cm Raster sollen das Wandern des Splitts verhindern (stand so in einem Heft von Infoholz).

Ich habe an Splitt wegen der hohen Masse und des günstigen Preises gedacht.

Die max. Aufbauhöhe beträgt 13 cm.

Vielen Dank und viele Grüße



Schallschutz



Hallo Holger,
erst mal solltet Ihr nachdenken, ob sich teure und aufwändige Zusatzleistungen für diees temporäre Problem mit dem Kinderlärm auch lohnen.
Die Küche braucht wohl keinen gesonderten Schallschutz, was bleibt ist das Wohnzimmer.
Auch hier sollte die Lärmbelastung in Grenzen liegen, irgendwann schläft jedes Kind ein.
Als Hauptbelastung sehe ich Trittschall als Lärmquelle, weniger Luftschall.
Die Bauweise Eures Hauses ist in sich wenig schalldämmend, eine vollständige Abschottung wird es bedingt durch die vielen Nebenübertragungswege nicht geben.
Aber nach ein paar Jahren wird sich der Lärmpegel wohl von selber geben, wenn die lieben Kleinen älter werden.
Zum Deckenaufbau selber:
Das mit dem Kalksplitt in Holzrahmen gefüllt ist wohl ein Witz. Als nicht tragende Schüttung bringt der Kalksplitt zwar etwas Masse, aber er dämpft praktisch durch seine großen Hohlräume keinen Luftschall. Zur Dämpfung der Körperschallübertragung trägt das bisschen Masse praktisch auch nichts bei.
Ich empfehle Euch einen klassischen, bewährten Aufbau zu verwenden.
Auf die Rohdecke kommt bei Bedarf ein Rieselschutz, darauf eine Lage Betonverbundpflaster oder einfache Gehwegplatten.
Die Ränder werden vorher mit üblichen Schallschutzstreifen gesichert.
Auf das Pflaster kommt Euer Fußbodenaufbau.

Viele Grüße



Schallschutz



Hallo Georg,

da unsere Kinder noch klein sind, haben wir noch einige Jahr Freude an ihnen und ihrem Getrampel... Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die oft auch nur ein wenig mehr kosten, die aber einen hohen Nutzen haben. Da unser Haus sowieso recht hellhörig sein wird, möchte ich wenigstens beim Fußbodenaufbau einen guten Aufbau wählen.

Die Idee mit dem Splitt habe ich aus dem Handbuch vom Informationsdienst Holz:
www.brettstapel.eu/cast/download/schalldaemmung_bei_Decken.pdf

daraus:
Schüttungen:
Schüttungen bieten bei gleicher flächen-
bezogener Masse höhere Verbesserungen
als Plattenbeschwerungen, da durch sie
eine zusätzliche Bedämpfung der Schwin-
gungen erreicht wird. Dabei ist auf trok-
kene Schüttungen zu achten (um <- 1,8 %,
siehe auch Fußnote 9). Außerdem muß
die Schüttung verdichtet werden, um
einer nachträglichen Setzung des
Estrichaufbaus vorzubeugen. Bei allen
Konstruktionen ist der Einsatz einer Rie-
selschutzfolie erforderlich.

Um ein Wandern der Schüttung durch
Begehen des Estrichs zu verhindern, muß
das Schüttgut in geeigneter Form gefaßt
sein. Hierzu bieten sich folgende Maß-
nahmen an:
- Rastergitter aus Latten
(Feldgröße ca. 80 x 80 cm),
- Schüttung in Pappwaben
- Einsatz von Sandmatten
- Schüttung mittels Latexmilch binden

Diese Infos sind die Basis meiner Überlegungen. Da dieses Heft nunmehr aber auch schon 10 Jahre alt ist, kann es natürlich auch schon wieder neue Erkenntnisse geben. Es war mir halt nur nicht klar, ob der Randdämmstrieifen über die gesamte Aufbauhöhe geführt werden muss. Bei der Holzweichfaserplatte wird er wahrscheinlich doch nicht benötigt, da diese selbst dämmt? Mir ist auch nicht klar, ob es bei den verschiedenen Produkten (Hanf, Kokos, Flachs) qualitative Unterschiede gibt.

Viele Grüße, Holger



Trittschall



Hallo Holger,
das ist schon etwas seltsam, was da in dem Handbuch steht.
Ausgleichsschüttungen wie Perlite oder Liapor sind rundkantig und leicht, sie verhaken sich nicht miteinander und verhalten sich eher wie Flüssigkeiten. Eine Randsicherung vorausgesetzt verteilen sie sich unter einer Estrichplatte gleichmäßig, wohin sollten Sie auswandern.
Bei einem Lattenrost habe ich eine Schütthöhe von 60 mm, das ist bei einer Körnung von ca. 10 mm bei Splitt viel zu wenig Masse.
Dann gibt es ein Verarbeitungsproblem:
Entweder ist in den Fächern weniger, dann gibt es Luft zwischen der Dämmung und dem Schotter oder es wird zuviel eingefüllt, dann kippelt die Auflage auf dem Schotter herum.
Selbstragende, gebundene Schüttungen übertragen Körperschall, sie haben eine starre Bindemittelmatrix (außer Bituperl). Schüttungen sollen ja gerade Körperschallübertragung mindern.

Bei meinem Vorschlag ist die Massenauflage für den Luftschall und die Schwingungsdämpfung zuständig, die Weichfaserplatte für den Körperschall.

Viele Grüße



Schüttung auf ebener Fläche...



... wenn Du nicht geübt bist, dann würde ich mir das noch mal überlegen.

Der Kalkschotter muss geglüht sein (also trocken) - einfach Kalksplitt vom Steinbruch wäre eine nicht kalkulierbare Feuchtebelastung. Nach Deinen Vorgaben müsstest du so ca. 6cm Schotterschicht verdichten und eben abziehen. Das Raster mag ja helfen - dennoch empfinde ich das als ein mühsame Arbeit mit ungewissen Ausgang (unterschiedliche Setzung).

Die Gewegplatten von Georg würde ich da als die praktischere Lösung sehen. Es gehen auch DF-Grünlinge mit Sand abgezogen und einer entsprechenden Holzdämmplatte zur Abdeckung vor dem Doser-System.

Als Randstreifen würde ich vor dem Rieselschutz einfache Holzdämmplatten mit ca. 1cm Dicke in Streifen schneiden. Die Höhe würde ich bis Unterkante Eichendiele wählen. Natürlich geht auch Flachs, Hanft, etc. - was du halt bekommst und auch einfach "konfektionieren" kannst.

@Georg Böttcher
Wir verwenden oft unter den Gehwegplatten, bzw. Grünlinge, als Rieselschutz gerne eine sehr dicht vernadelte Jutefilzmatte. Der Gedanke dabei ist, dass die Masse schon mal von der tragenden Konstruktion etwas abgekoppelt wird. Kannst Du das bestätigen, oder hättest Du da Bedenken?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Schallschutz



Das mit der Matte finde ich eine gute Idee.
Allerdings finde ich im Schneider eine Lösung, die von einer guten Verzahnung zwischen Decke und Auflast ausgeht, damit Decke und Auflast gemeinsam schwingen und dabei eine größere Masse haben.
Ich sehe das nicht so eng; bei Deiner Lösung ist ein besserer Schutz vor Körperschall gegeben; die Mehrschaligkeit sollte auch besser bei Luftschall (zumindest bei höheren Frequenzen) wirken.

Viele Grüße



Schallschutz



Hallo Georg, hallo Frank,

Ihr verwirrt mich! An die Betonsteine habe ich auch schon gedacht, die gibt es aber bei meinem Baustoffhändler in der von Infoholz empfohlenen Größe 30x30 cm nur in 4,5 cm Dicke. Bei 13 cm Gesamtaufbauhöhe - 2 cm Diele - 5 cm Doser - 4,5 Betonplatte bleiben dann noch 1,5 cm übrig. Dazu kommt, dass die Betonplatten genauso feucht sein werden wie der Splitt.

Das Gewicht vom Splitt liegt m.W. bei 1,4 to/m3, die Betonplatten bei vielleicht 2,3 to. Der Splitt wiegt demnach bei 6 cm 80 kg und die Betonplatten gut 100 kg.

Von der von Frank untergelegten Matte wird in dem Infoheft abgeraten. Die Platten sollen dagegen auf den Rieselschutz aufgeklebt werden oder in ein Quarzsandbett gelegt werden.

Apropos: Wäre vielleicht getrockneter QuarzSand eine Möglichkeit? Ist trocken und lässt sich gut abziehen. Nur wird der wahrscheinlich im Vergleich zu Splitt oder Beton wesentlich teurer sein.

Vielen Dank für Euer Engagement und viele Grüße, Holger



Schalldämmung



Betonverbundpflaster gibt es in den Höhen/Dicken 6, 8, 10 cm.
Betongehwegplatten sind 4, 5, oder 6 cm dick.
Ich rate ihnen zu Betonverbund- oder Rechteckpflaster.
Gibt es mittlerweile in jedem Baumarkt.
"...auf den Rieselschutz aufgeklebt..."
Vorschlag: Sie schmeißen das Heft weg.

Viele Grüße



na ja ... lesen muss man es auch noch richtig....



@ Holger
die meinen nicht auf den Rieselschutz aufkleben - sondern:

" Dazu müssen die Platten mit einem Klebstoff (Fliesen-, Bitumenkleber o.ä.) auf der oberen Beplankung befestigt oder in ein dünnes Bett aus Quarzsand (ca. 5 mm) eingebracht werden. Hier ist auf das Verlegen einer Rieselschutzfolie zu achten. Ein einfaches Auflegen der Platten auf die Rohdecke ist nicht ausreichend, weil dadurch gegenüber der korrekten Verlegung Verluste bis zu 5 dB auftreten können."

Bitumenkleber auf Rauhspund ist halt auch recht praxisnah und baubiologisch sinnvoll. Ein wenig aussageschwach ist auch der folgende Satz:

"Eine Verlegung auf federnden Schichten - wie Filze oder Parkettunterlagsbahnen - hat sich in der Praxis nicht bewährt und sollte vermieden werden"

Theoretisch kann man es anscheinend nicht ablehnen. Da wäre mir eine sachliche Begründung aus der Praxis recht gewesen. Die kann man aus der formulierten Praxisferne aber kaum erwarten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



weitere Meinung..



Feuchte aus artfremd verwendeten Baustoffen kann bei abschließender Dielenverlegung zum Bumerang werden. Deshalb müßten Schotter oder Gehwegplatten nach vermuteter Trocknungsdauer mit einem Darrtest( geht im Backofen) auf Restfeuchte unter 2% getestet werden. Das kann sich dann wochenlang hinziehen und es sind erhebliche Kosten für die künstliche Trocknung ( Heizen und lüften) einzuplanen. Das ist m.E. also nur was für Leute mit sehr viel Zeit. Schüttungen dürfen im eingebauten Zustand nicht wandern, heißt : sie dürfen beim springen, tanzen , hüpfen klopfen nicht verrutschen. Das mit den Kasetten ist wenig praktikabel( Vorredner). Bitte mal bei FIBO- Exclay ins Netz schauen, gebrochenes Tonkorn 2-4mm, läßt sich gut ausziehen, hat kein Zusammendrückmaß. ist fertig getrocknet, kostet im cbm. ca. 200 EUR brutto, in 50 ltr Säcken verpackt , läßt sich gut transportieren.



Trittschalldämmung



Hallo zusammen,

sorry für meinen Lesefehler beim Kleben auf dem Rieselschutz.

Es ist alles gar nicht so einfach! Betonpflaster aufzukleben finde ich recht mühsam (zumal mir Bitumenkleber im Innenbereich nicht behagt - was wäre eine funktionierende und haltbare Kleber-Alternative?). Das von Frank eingebrachte Problem des unterschiedlich nachsackenden Splitts in den Holzrosten sehe ich auch, wobei der Schallschutz bei Schüttungen ja besser sein soll als bei Plattenbeschwerungen...

Vielleicht sollte ich eine Kombination wählen: Betonpflaster so verteilen, dass die Doser Platten gut aufliegen und dazwischen Splitt oder getrockneten Quarzsand einbringen. Wenn sich das setzen sollte, liegen die Doser-Platten auf dem Betonsteinen auf und es kann nichts passieren...

Das von Karl freundlicherweise empfohlene Fibo-Exclay ist verhältnismäßig kostspielig und bringt natürlich nicht die schalldämmende Masse von Beton/Splitt/Sand ein...

Ich bin wirklich überfragt, was ich tun soll...

Viele Grüße, Holger



Kleber fällt raus, weil Du Rieselschutz brauchst ....



... die Theoretiker gehen ja von einer Verlegeplatte aus.

Wenn du nach den Professoren arbeiten willst, dann:

- Rieselschutz (=PP-Vlies - z.B. ProClima RB), wannenförmig hochziehen und untereinander verkleben und an der Wand ringsum auch verkleben. Nicht auf Spannung verlegen, sondern genug Falten für evtl. Dehnung zulassen.

- Durchgehenden Randdämmstreifen aus z.B. Jutefilz 1cm dick anlegen

- ca. 5mm Quarzsandbett einbringen

- darauf die Pflastersteine - Gewegplatten - Grünlinge ohne große Zwischenräume

- Alle Zwischenräume mit feinen Quarzsand verfüllen

- Abdeckplatte aus Holzweichfaser - Dicke nach Höhenwunsch

- Doser-System für Diele

- Diele

- Unter den Randleisten einen 5mm Filz aufkleben

Ich würde es mir etwas einfacher machen (z.B. mit den Randstreifen aus Holzdämmplatten) und ich würde trotz dieses Professorenhinweises die Masse von dem tragenden Rauhspund entkoppeln. Mein Hit wären die Grünlinge.

... ach ja, und die Eichendielen würde ich natürlich mit Parkettöl - Fußbodenöl behandeln ;-)

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de